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Meißner 343 Weißner
vom 10. März 1866. — Wappen. Blau und
Gold längsgetheilter Schild mit schwarzem
Schildeshaupt. In letzterem ein hervorwach'
sender goldener rothbezungter Doppeladler.
Im rechten blauen Felde auf grünem Boden
eine weiße rothbedachte Kirche mit vier Fen
stern nebeneinander und einem rechterseits an
schließenden Thurme mit rother eingebogener
Kuppel, Uhr. Fenster und Thor, Kirche und
Thurm sind mit je einem goldenen Kreuze
besteckt, und auf dem Dachfirst des ersteren
steht ein natürlicher Storch. DaS linke gol«
den? Feld durchzieht schrägrechts ein rother,
mit drei Sternen durchbrochener Balken. Auf
dem Schilde ruhen zwei zueinandergekehrte
gekrönte Turnierbelme. Aus der Krone des
rechten Helms wächst ein goldener rothbezung«
ter Doppeladler hervor. Die Krone des linken
trägt einen geschlossenen, vorne goldenen, von
einem schrägrechten rochen, mit drei Sternen
durchbrochenen Balken durchzogenen und
hinten blauen Adlerflug. Die Helm decken
des rechten Helms sind schwarz, die des linken
rechts blau, links roth, insgesammt mit Gold
unterlegt. Devise. Unter dem Schilde uer«
breitet sich ein goldenes Band mit der De»
vise: „Treu und wahr" in schwarzer Lapioar»
schrift.)
Außer den bisher angeführten Personen des
NamenS Meißner sind noch folgende des«
selben Namens bemerkensrverth: 1. Daniel
Meißner, ein Kupferstecher, aus Komotau
in Vöhmen gebürtig, der zu Ende des 16. und
zu Anbeginn des 17. Jahrhunderts lebte und
arbeitete. Dlabacz hält ihn für einen Ver»
wandten des Malers Theodor Meißner
ss. d. Nr. 6). Danie l stach eine Folge von
über 78 Blättern mit Bildnissen von Kaisern,
Churfürsten und anderen Edeln zu Pferde,
welche Eberhard Kieser herausgab. Auf
einigen dieser Blätter steht sein ganzer Name,
auf anderen wieder sind nur die Buchstaben
v. ÜI. 6. V.. was Daniel Ueissnsr Oom-
inotk. Vok. bedeutet, zu sehen. l^Nagler
(G. K. Dr.), Neues allgemeines Künstler.
Lerikon (München 1839, E, A.Fleischmann. 8«.)
Bd. IX, S. 9) — 2. Eines Eduard Chri-
stoph Wilhelm Meißner, als eines Doctors
d?r Medicin und ausübenden Arztes zu Tep«
litz. gedenkt Raßmann in seinem im Jahre
1523 erschienenen „Pantheon deutscher Dich«
ter" und nennt ihn als Verfasser des Romans:
„Karl Strahlendem:, oder der dankbare Ban»
dit. Eine Familiengeschichte", 2 Bdchn. (Ber«
lin 1804). Der Zeit nach zu schließen, möchte es der Sohn des „Skizzenmeißner" August
Gott l ieb Meißner ss d. S. 30l) und drr
Vater des Ziskadichters Alfred M. sein.
der im Jahre 1788 geboren, im Jahre 1888
zu Karlsbad, wo er als Brunnenarzt lebte,
das fünfzigjährige Doctorjubiläum beginn.
Eduard Meißner befand sich auch. wie
Raßmann bemerkt, in früheren Jahren als
ausübender Arzt zu Teplitz. welches er im
Jahre 1831 verließ und dann nach Karlsbad
übersiedelte. ^Raßmann (Friedrich) . Pan»
theon deutscher jetztlebender Dickter und in die
Belletristik eingreifender Schriftsteller (Helm«
städt 1823. C. G. Fleckeisen. 8«.) S. 213.) —
3. Joseph Nikolaus Meißner (geb. zu
Salzburg im Jahre 1757) war ein berühmter
Kammersänger und Bassist im Dome zu Salz«
bürg, von dem Vi l lwe in berichtet, daß er
„mit der Tiefe eines Kammerbasses die Höhe
eineS Tenors von durchaus gleickem und ange<
nehniem Tone" verband. Er hatte in Italien
auf den Theatern in Pisa, Florenz. Neapel
und Rom mit großem Beifall gesungen, dann
ging er nach Deutschland, wo er sich an den
Höfen zu Wien. München. Würzburg. Stutt»
gart, Lüttich. Cöln, Augsburg und Speyer
mit gleichem Erfolge hören ließ und überall
reich beschenkt wurde. Nach Gerber war er
im Jahre 1737 auf einer Reise nach Padua
und Verona begriffen, was jedoch widersinnig
ist. da ja das Jahr 1757 sein Geburtsjahr ist.
Hübner und nach diesem Pi l lwein berich-
ten, daß er im Jahre 1794 noch in Salzburg
gelebt habe, während Schladebach ihn be<
reits um das Jahr 1770 — in welchem er erst
13 Jahre alt gewesen und unmöglich solche
Triumphe mit seinem Gesänge hätte feiern kon»
ncn. als es der Fall gewesen — gestorben sein
läßt, ^Gerber (Ernst Ludwig). Historisch<bio<
graphisches Lerikon der Tonkünstler (Leipzig
1790, Breitkopf. Ler. 8".) Bd. I , Sp. 924.
— Neues Universal'Lerikon der Ton»
kunst Angefangen von Dr. Iul . Schlade-
bach, fortgesetzt vonEd. Bernsdorf (Dresden
1836, R. Schäfer, gr.8«.) Bd. 1l, S. 938. —
Pi l lwe in (Venedict). Biographische Schil»
derungen oder Lerikon Salzburgifcher, theils
verstorbener, theils lebender Künstler u. s. w.
(Salzburg 1821. Mayr kl. 8«.) S. 148.) -
4. Ein Jul ius Gustav Meißner, über
dessm Lebensumstände jedoch nichts Näheres
bekannt ist, hat folgende Schriften herausaege»
ben: „Charakterzüge und interessante Scenen
aus dem Leben denkwürdiger Personen".
2 Bände (Wien 1801, Ant. Doll. 8°); —
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Maroevic-Meszlenn, Band 17
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Maroevic-Meszlenn
- Band
- 17
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1867
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 506
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon