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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17
Seite - 422 -
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Seite - 422 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17

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kleschutar 422 klesie des Winters um 6 Uhr Früh im Bureau, in welchem ihn nicht selten die späte Nacht überraschte; seine Arbeiten tragen sämmtlich den Stempel echter Staats- Weisheit, denn M., ein erleuchteter Priester, huldigte aufrichtig dem wah« ren Fortschritte und verabscheute den Zelotismus in jeder Gestalt. Tref- . fend steht es in einem seinem Andenken gewidmeten Nekrologe: „Die Makel- losigkeit seines Charakters, seine stets bewiesene Mäßigung, die Ruhe und Un- befangenheit seines Urtheils mag aus dem Umstände entnommen werden, daß auch in den Zeiten der heftigsten Aus» rcgung weder die Ultramontanen noch die Liberalen jemals ihn verdächtigten, obwohl er weder zu den einen noch zu den anderen gehörte. Man fand an ihm nichts sonderbar, als sein consequentes Abweisen jedes äußeren Prunkes und sein bescheidenes, fast schüchternes Auf- treten, sein gänzliches Fernhalten von der Gesellschaft, in welcher er vermöge seines Amtes und seiner Auszeichnungen eine hervorragende Stellung einzunehmen berufen war. Seine persönlichen Freunde wußten aber, daß diese Haltung ganz seinen Bedürfnissen entsprach, sich nur mit ernsten Dingen zu beschäftigen." Ohne mehr der josephinischen Periode anzugehören, welche eben im Priester- stände am dauerndsten sich bemerkbar machte, so steckte doch wie eine Nach. Wirkung aus dem Umgänge mit den aufgeklärten und würdigsten Priestern jener Periode etwas vom „Iosephiner", wie man die erleuchteten Priester jener Zeit zu nennen liebte, in ihm. Schrift- stellerisch hat M. nicht gewirkt, aber in seinen amtlichen Referaten stecken ganze Werke, nicht bureaukratischer Rechthaberei und langweiliger inhaltleerer Excurse amtlicher Schreioseligkeil, sondern echter Staatsweisheit und jenes gediegenen Humanismus, der aus den nachbarlichen deutschen Staaten, wo Männer wie Fichte, Jacobs, die Humboldte u. A. wirkten, auch sich nach Oesterreich herüberrankte und in einigen empfang» lichen Gemüthern ein Echo fand. Nicht darf vergessen werden, daß er heimlich ein großer Wohlthäter der Armen war und dürftige Studenten aus seiner Hei- mat in namhafter Weise unterstützte. Daraus zum Theile erklärt sich die Thatsache, daß bei seinen, im Ganzen nicht unbedeutenden Einkünften und feiner fast aszetischen Lebensweise sich nach seinem Tode gar kein Vermögen vorfand. Jedoch wurde, und nicht ohne Grund, von einem großen Unterschleife seiner nächsten Umgebung gesprochen. Ohne gerade Bücher zu sammeln, denn er kaufte nur, was er las und bei seinen Arbeiten brauchte, hatte sich doch im Laufe der Jahre eine werthvolle Bücher- sammlung gestallet. Was mit derselben geschehen, ist dem Herausgeber dieses Lexikons, der mit diesen Zeilen dem Verewigten, als seinem langjährigen väterlichen Gönner, das ihm gebührende Denkmal der Pietät setzt, nicht bekannt. O österreichischer Volks, und Wir th , schafts.Kalender (Wien, gr. so.) Jahrg. l867, in dem von Ritter von Hoff inger verfaßten Nekrologe denkwürdiger, im Jahre !863 verstorbener Oesterreicher ^nach diesem geb. cini 19. November 1791^. — Wiener Zeitung 1863, Nr. 282 u. 289. — Nach handschriftlichen Notizen des Herrn Dr. Her- mann Meynert, dem Herausgeber manche schätzbare Notiz für seine Arbeiten verdankt, wäre M. am 17. November 1791 geboren. Mesiö, Mathias (Schulmann und Geschichtsforscher, geb. zuBrood in Slavonien im Jahre 1826). Das Gymnasium besuchte er zum Theile in PoXega, zum Theile in Agram, in welch
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Maroevic-Meszlenn, Band 17
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Maroevic-Meszlenn
Band
17
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1867
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
506
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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