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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17
Seite - 463 -
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Seite - 463 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Maroevic-Meszlenn, Band 17

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4S3 Mitglieder aufnahm. Gesteigerte Auf» merksamkeit erweckte in weiten und maß« gebenden Kreisen seine Antrittsrede als Akademiker. M. erging sich in derselben über die politischen, literarischen und socialen Verhältnisse der Gegenwart, berührte dabei die mangelhafte Organi» sation des damaligen Heerwesens, und so kam eS denn, daß, als in den Märztagen die Regungen der Freiheit sich gewalt« fam Bahn brachen, die liberale Partei die Blicke auf M. warf und ihn in das ungarische Ministerium als Kriegsminister berufen wünschte. Als der Aufstand im genannten Jahre in Italien auSbrach, befand sich M. mit seinem Regimente in Mailand. Mit demselben machte er mit der ganzen Mailänder Garnison den Rückzug nach Verona mit, kämpfte auch noch in der Schlacht bei Santa Lucia, nach welcher ihm die erste Nachricht von seiner Berufung in'S ungarische Ministe» rium wurde. M. war an Radetzky'S Seite, den er selbst liebte, wie er ein Liebling des Feldmarschalls war, seine bisherige Stellung lieb geworden, und die Berufung in den neuen Wirkungs« kreis kam ihm ebenso unerwünscht als unerwartet. M. war damals kein rasch« handelnder Heißsporn mehr.' sondern ein bedächtiger, erfahrener Soldat, der drei» ßig Jahre gehorchen gelernt und mit ruhi- gem ungetrübtem Blicke in die Zukunft schaute, er war aber auch ein Charakter, der, wenn er einmal eine Pflicht über« nahm. sie mit allen ihren Consequenzen übernahm, und für Alles einstand, was er. in der Machtvollkommenheit seiner Stellung anzuordnen für gut befunden hatte. Er entschied sich also nicht sofort für den ihm zugewiesenen Posten, schützte die unzulänglichen Erfahrungen, die er sich im beschrankteren Cavalleriedienste zu erwerben Gelegenheit gehabt, als wesentliches Moment gegen die Annahme eines Postens und in einem Lande vor, in welchem nicht weniger als Alles neu zu schaffen war. Zu wiederholten Malen vom Ministerium Batthyä.ny zur An« nähme seiner Stelle und immer noch vergeblich aufgefordert, folgte er erst dem Rufe, als ihn ein königliches Hand« schreiben vom 7. Mai beauftragte, das Commando seines Regiments an den Oberstlieutenant zu übergeben und sich, da er zum ungarischen Kriegsminister ernannt sei, sofort auf seinen Posten zu begeben. Zwei Monate erst nach seiner Ernennung langte M. in den letzten Tagen deS Mai in Pesth an, um seine Functionen als Kriegsminister zu über» nehmen. Die Bevölkerung hatte ihn mit Jubel aufgenommen und seine Ankunft mit einem Fackelzuge festlich eingeleitet, aber nur zu bald erkannte M. die traurige Wirklichkeit aller jener Bedenken, die ihn bei Uebernahme eines so verant« wortlichen Postens, auf welchem die Verwicklungen sich von Stunde zu Stunde zu Haufen begannen, so lange hatten zögern lassen. Noch bevor er in sein Vaterland gekommen war, hatten bereits die croatischen und raitzischen Wirren begonnen, und seine neue Stellung mußte er so zu sagen mit der Erklärung des Kriegszustandes inauguriren. Die Ver- wirrung in der Armee ging mit jenen in den politischen Verhältnissen im Allge» meinen Hand in Hand. Es war Mitte Juni, als Soldaten des italienischen in Pefth garnisonirenden Regiments Cecco« pieri in der Karlscaserne über die eben- daselbst einquartierten noch unbewaffneten Honv6d>Necruten hersielen, mehrere von ihnen verwundeten, sogar einige tödteten, und sich dann in der Kaserne zur Selbst« Vertheidigung verbarricadirten und auf ihre Angreiser feuerten. Da trat M., die
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Maroevic-Meszlenn, Band 17
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Maroevic-Meszlenn
Band
17
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1867
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
506
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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