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er bei Lebzeiten kennen zu lernen genug
Gelegenheit gehabt, war nicht im Stande,
seinen heiteren Sinn zu trüben, den er
bis zu seinem letzten Augenblick bewahrt
hatte. Noch sei bemerkt, daß der Graf.
als einmal schon seine Vermögensvev
hältnisse in eine Krisis gerathen waren
— es war dieß um das Jahr 1820 —
sich durch eine. Lotterie aus seiner bedenk-
lichen Zage riß. Es wurden nämlich sein
Theater, seine Villa und sein Schmuck
ausgespielt. Der glückliche Gewinner,
ein armer Einwohner aus Tyrnau an
der ungarisch-mährischen Grenze, zog die
Abfindungssumme von 300.000 fi. den
obgenannten Gewinnstobjecten vor. —
Ein Bildniß des Grafen in Miniatur von
Stubenrauch und sehr ähnlich ge«
malt, besand sich seiner Zeit in der Villa
des Grafen in Hernals. Wohin es später
gekommen, ist nicht bekannt. Der Graf
war unvermalt geblieben, sein Bruder
Leopold pflanzte diesen (mittleren) Ast
der alteren Hauptlinie fort.
Der Ungar. Redigirt von Hermann Klein
(Pesth. schm. 4°.) I. Jahrg. (1842). Nr. 239:
Biographische Skizze von H. Börn stein. -^
Oesterreichische Nat ional < Encyklo«
pädie von Gräffer und Czikann (Wien
1833, 8°.) Bd. IV, S. 441. — Lewald's
Europa (Stuttgart, schm. 4«) 1840, I. Bd.
9. Lieferung. — Seyfr ied (Ferdinand Rit<
ter von), Rückschau in das Theaterleben Wiens
seit den letzten fünfzig Jahren (Wien 1864,
so.) S. 1' „Graf Palffy und das Kinderbal-
let in seinem Theater an der Wien"; S. 7:
„Doppeltes Glück und Ende" ^nit einzelnen
interessanten Zügen aus dem Jeden des Gra»
fen j^. — Couversationsblatt. Redigirt
von Gräffer (Wien, gr. 8".) I I I . Jahrg.
(182l), Nr. 99.- „DaS Palais des Grafen
Ferd. Pälffy in Hernals". — Gräffer
(Franz), Kleine Wiener Memoiren (Wien
1843. Beck. 80.) Bd, I I I , S. 24, im Artikel:
„Neuere Grabenschau" sGräffer entwirft
darin in seiner drastischen Weise ein treffendes
Bild dieses Kunstmäcens^.
I. Zur Genealogie der Fürsten und Vrasen Pälssy.
Die Päl f fy sind ein uraltes ungarisches lecht, dessen Ursprung von den Genea-
logen verschieden angegeben wird. So wäre
es nach Einigen sogar deutscher Abstam-
mung und leite diese von einem Grafen Con»
rad von Alten bürg ab, der um das Jahr
1028 als Abgesandter Kaiser Conrad's I I .
nach Ungarn gekommen und der Stammvater
drs ausgebreiteten Geschlechtes Konth ge.
worden sein soll. Thurocz wieder (k. H,
c. 14, V- 24) betrachtet den gepriesenen P oth
oder Both als den Ahnherrn des ganzen
Stammes, der sich im 12. Jahrhunderte, da
er vielleicht schon zu sehr angewachsen war,
in die Geschlechter Konth und Hedervär
gespalten. So wären denn die Konth, He«
dervär und Päl f fy nur Zweige eines
Stammes. Konth P ä l (Paul Konth),
der mit Valharina Issuss verheir'athet war. hin«
terließ einen Sohn Pau l (II.), der sich
zuerst
des zusammengezogenen Namens Päl f fy ,
d. i. Pauli Küu5, bediente. Obigen Pau l
und seine Gattin Katharina nehmen nun
die Genealogen als die Stammeltern des
Pälffy'schen Hauses an. Paul's (II.) Sohn
Nikolaus (I.) erscheint schon als Besitzer
von Derczika in der Schütt im unteren Be-
zirke des Preßburger Comitates, und von
Rär<5 im Czilisközer Bezirke des Raaber Co»
mitates. Sein Sohn Laurenz auf Cselestö
wohnte der Schlacht bei Mohlics, im Jahre
1326, als Hauptmann der Insurrektion des
Preßbur>ier Comitates bei» und wurde mit
Anna VäMi V>,iter des Paul (III.), der nach
seiner Vermälung mit Clara Erhöbu v. Csorna,
einer 'Erbtochter ihres Hauses, Namen und
Wappen der Erd ödy annahm, so daß seither
die Päl f fy sich Päl f fy «Erd öd schreiben.
Nun setzt sich die Aufeinanderfolge von Vater
auf Sohn und Enkel in den verschiedenen
Verzweigungen des sich immer weiter aus»
dehnenden Geschlechtes in leicht übersichtlicher
Weise fort. Schon mit Paul 's (III.) Enkeln
Thomas (I.). Johann (I.). Stephan (I.)
und Nikolaus (II.) beginnt d.is Geschlecht
sich zu verzweigen, aber des Thomas, Io«
hann und Stephan Nachkommen erloschen
in den Enkeln und Urenkeln, und nur die Nach«
kommenschaft deS berühmten Helden Niko-
laus (II.) blüht noch fort und treibt Zweig auf
Zweige. Von Nikolaus' (II.) Söhnen Ste-
phan (II.). Johann (II.) und Pau l (IV.)
erlischt die Nachkommenschaft Johann's in
seinen Kindern, jene Paul 's in seinem Ur»
enkel Joseph Kar l in der ersten Hälfte des
l8 Jahrhunderts, jene Stephan's aber blüht
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Band 21
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- O'Donnel-Perényi
- Band
- 21
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1870
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 542
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon