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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21
Seite - 242 -
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Seite - 242 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21

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Palm 242 Palm Frau Sophie Lechner — welche in Mün chen in hilfloser Lage lebte, bezog seit längerer Zeit von König Ludwig I. von Bayern eine Iahresimterstützung von 300 fi. — Bei der Sammlung von Beiträgen für das Dmk mal kamen eigenthümliche Kundgebungen zu T'age. Der Berliner Gemeinderath lehnte den Antrag des Magistrates, 200 Thaler für das Denkmal zu bewilligen, ad. Der Stadtuer« ordnete Breßler bemerkte: Palm habe nichts gethan, was ein Denkmal verdiene, er sei nur ein unglücklicher Mann gewesen, nicht Held in dem Drama, sondern nur Decoration. Mit Palm's Hinrichtung stehe die spatere Erhebung Deutschlands in gar keiner Bezichung?! Ein Grieche, ein Römer würde sich schämen, dergleichen Unglücks« schlage durch Monumente auf die Nachwelt zu bringen; als Deutscher, als Preuße sei er gegen den Antrag. — Stadtverordneter The- besius meinte: er könne für die Errichtung eines Denkmals für einen Justizmord nicht stimmen, man möge denAntrcig ablehnen—und er wurde abgelehnt! — Noch sei hier einiger Einzelnheiten, die zunächst für Oesterreicher bemerkenswerth sind, gedacht. Pa lm hatte schon acht Jahre vor seinem gewaltsamen Tode Anstünde wegen einer Schrift. Pa lm befand sich zur Herbstmesse des Jahres 1798 in Salz. bürg; am 17. September begab er sich in's Theater, wurde bald darauf in die Vorhalle herausgerufen und sofort durch die Sicherheits« behörde aufgehoben. Dieser Vorfall erregte in der kleinen erzbischöflichen Residenz großes Aufsehen. Er wurde nun vor eine Criminal« Commission gestellt. Man wollte durch ihn den Verfasser und Verleger der Schrift: „Ueber öffentliche Lehranstalten, insbesondere über Lectionstataloge auf Universitäten" (Germa« nien 1798) erfahren. Erfuhr aber nichts. Ueber Verwendung mehrerer auf der Herbstmesse an« wesenden Nürnberger Kaufleute wurde Palm am 20. September freigelassen. — Interessant dürfte es auch sein, zu erfahren, daß mit Palm's Tode die Entstehung der nachmals so'berüchtigten Secte der Pöschlianer in Verbindung stehe. Thomas Pösch l, zur Zeit der Aburtheilung Palm's Stadtcaplan in Braunau. spendete Pa lm die letzten Tröstun» gen der Religion. Von Palm's Hinrichtung auf das Tiefste erschüttert, wurde Pöschl darnach immer mehr und mehr in sich gekehrt, seine Schwermuth nahm zu, ging bei seiner herrschenden Neigung zum Mysticismus, bald in Schwärmerei über und endete mit der Gründung jener nach ihm „Pöschlianer" ge- nannten grauenhaften Secte im Hausruck» viertel, betreffs welcher auf Pöschl's Viogra» phie im 22. Bande dieses Lexikons gewiesen wird. — Außer mehreren Werken und zahl« reichen gedruckten Aufsätzen über Palm wurde derselbe zweimal zum Helden dramatischer Behandlung gewählt. Das eine Mal von Di-. L. Eckardt, einem Oesterreicher, der aus Palm ein Phantasiegebilde schuf; das andere Mal von einem Dr. Ringler , der streng auf dem Boden der Geschichte fußend, in Palm den echten deutschen Mann voll Vater» landsliebe und Fremdenhaß zeichnete. Für Jene, die näher über Pa lm, sein Leben, sein Ende und über die Aufstellung seines Denk. mals unterrichtet sein wollen, folgt hier eine gedrängte Uebersicht der wichtigsten Quellen. l (Soden, Julius v.) I . P. Pa lm, Buch. Händler zu Nürnberg, auf Napoleon's Befehl hingerichtet zu Braunau (Nürnberg 1814. 8«.). — Biographie I . P. Palm's u. s. w., nebst einem Abdruck von dessen Schrift: „Deutschland in.seiner tiefsten Er« niedrigung". als Veranlassung zu Palm's Hinrichtung (München 1842. 8".). — I l lu» strirte Zeitung (Leipzig, I . I . Weber), Nr. 1006, 11. October'1862. S. 268: „Johann Philipp Palm"; — dieselbe 1864. Nr. 11l5. — Gartenlaube (Leipzig. Ernst Keil, gr. 4«) Jahrgang 1861. S. 628: „Buchhänd. ler Palm". Von Th. Oclker's. — Der Sa m m le r. Ein Blatt zur Unterhaltung und Belehrung. Beilage zur Augsburger Abend- zeitung. 12. Jahrgang (l843). Nr. 42- „Der Todtengraber Joseph Tschaumer bei der Hinrichtung des Buchhändlers Ioh. Phil. Palm", nachgedruckt in Väuerle's „Theater» Zeitung" 1843, S. 970, und im „Oesterrei- chischen Vürgerblatt" (Linz, 4«.) 32. Jahrg. (1830), Nr. 23. — Didaskal ia (Frankfur- ter Unterhaltungsblatt. 4".) 1864. Nr. 242.- „Zur Erinnerung an Palm" (mit vielen in« teressanten Einzelnheiten: auch in der „Weser» Zeitung" 1864, Nr. 6456, im Feuilleton). — Nürnberger Kor respondent 1863, Nr. 861, im Feuilleton: „Palm's Gefangen- schaft zu Salzburg im Jahre 1798"; 1804, Nr. 438: „Beiträge zur Geschichte des Buch« Händlers Palm"; 1883. Nr. 478.- „Palm's Denkmal". — Die Warte am I n n (Brau- nauer Blatt. 4") V. Jahrg. (1862), Nr. 36: „Palm's Monument. Palm und die Pösch« lianer"; 1864, Nr, 40: „Das Palmdenkmal" (mit Abbildung). — Ueber Land und
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich O'Donnel-Perényi, Band 21
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
O'Donnel-Perényi
Band
21
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1870
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
542
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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