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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21
Seite - 293 -
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Seite - 293 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21

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293 Darc Sorge trug. daß der Sohn die anderen Gegenstände nicht vernachlässigte. I n der Folge erhielt der Sohn einen Stift« platz als Discantist in Iglau, wo er neben den Studien fleißig Musik trieb und insbesondere mit den classischen Meistern des Generalbasses sich bekannt machte. Nach beendeten Humanitätsclas» sen ging er nach Prag, wo er den philo« sophischen und rechtswifsenschaftlichen Studien oblag. Dabei blieb er der Musik wie bisher treu, machte sich bald durch sein gediegenes Clavier» und Orgelspiel, als tüchtiger Tenorsanger und durch ver< schiedene gelungene Kompositionen für Orchester, Gesänge und Cantaten vor» theilhaft bemerkbar. Bekannte und Freunde ermunterten ihn in seinen musikalischen Leistungen, und als ihm der tüchtige Componist Wenzel Praupner rieth, sich der Musik als künftigem Berufe ganz zuzuwenden, ließ sich P. das nicht zweimal sagen, gab alles weitere Stu diren auf und wurde Musicus. Nun aber trieb er die Musik mit einem Eifer ohne Gleichen, und während er Andere bildete, bildete er sich selbst ernstlich fort. I n dieser Zeit schrieb er für seine Zöglinge eine Musikschule, welche in ihrer Anlage und Ausführung den denkenden und gründlichen Muficus verrieth. Die Fort« schritte seiner Schüler steigerten seinen Ruf in nicht geringem Maße, er wurde immer mehr und mehr gesucht, und namentlich die vornehmen Familien ließen es sich angelegen sein. ihn als Lehrer und für ihre Hauscapellen zu gewinnen. Fürst Auersperg bestellte P. zum Clavier« lehrer für seine ganze Familie, in dieser Zeit schrieb P. mehrere seiner gelungen» sten Compositionen für das Clavier. Fünf Jahre blieb P. im Hause des Fürsten. Nm diese Zeit begannen im Theater auf der Prager Kleinseite unter Spengler's Direction Vorstellungen von Opern heimischer Componisten. P. besuchte dieselben, machte sich durch seine Rathschläge bei den noch ziemlich uner« fahrenen Componisten und bei dem einer sorgfältigen und verständigen Leitung bedürftigen Orchester ziemlich angenehm, und übernahm endlich ganz die Stelle eines Orchester-Directors. Das war auch sein rechter Platz, er ließ sich die Sache ernstlich angelegen sein, schulte tüchtig Sänger und Orchester und ward endlich dann so angeregt, daß er selbst eine große Oper schrieb: „Mctar und Waise, Mr: dllS Hereilgericht", großes Singspiel in drei Acten, welche im k. Altstadter National« Theater in den Jahren 1793 und 1794 oft und mit Erfolg aufgeführt, und deren Text im Jahre 1794 in Prag auch gedruckt wurde. Indessen flchr P. fort, als Musiklchrer thätig zu sein. verhei. rathete üch im Jahre 1793', bei dem Umstände aber. daß seine Zöglinge oft weit von einander, mehrere sogar außer» halb Prag, auf dem Lande, wohnten, litt durch solche übermäßige Anstrengung seine Gesundheit und P. that nur wenig dazu, sie zu schonen. Als im Jahre 1800 durch Praupner's Tod die Stelle des Chordirectors an der Teinkirch.e erledigt ward, bewarb sich P. beim Magistrat um diesen Posten und erhielt ihn auch in Anerkennung seiner musikalischen Leistungen. Nun aber ent« faltete P. eine großartige Thätigkeit, bald war seine Kapelle so trefflich, daß keine zweite mit ihr messen konnte. Außerdem componirte er fleißig für den seiner Zeitung anvertrauten Chor. Außer einer Sammlung vierstimmiger Gesänge, welche um daS Jahr 1793 erschienen war, schrieb er mehrere Offertoiien, Gradualien. Gesangsstücke, vier große Messen, welche er später, als die Sopran«
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich O'Donnel-Perényi, Band 21
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
O'Donnel-Perényi
Band
21
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1870
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
542
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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