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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21
Seite - 354 -
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Seite - 354 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21

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Pattis 334 Pattis n<.-rconvente gehörig und seit Iahrzehen« den zu profanem Gebrauche, zuletzt als Tabakmagazin verwendet, feierlich als Gotteshaus der Trienter deutschen Ge- meinde eröffnet. Natürlich mußte die Kirche erst restaurirt, im Innern voll. ständig ausgestattet, mit Orgel, Altären. Glocken versehen werden, und dieß Alles war Patt is ' Werk, seine rastlose unver» drossene Thätigkeit, sein Feuereifer in dieser für eine Stadt mit getheilter Bevölke. rung. wie Trient es ist, nicht unwesent< liche Angelegenheit half ihm das Ziel erreichen. Nun richtete er auf die Schule sein Augenmerk. Wie die Deutschen in Trient keine Kirche, so hatten die Kinder deutscher Familien daselbst keine Schule. Und die Zahl deutscher Famlien in Trient ist eben keine geringe. Nun griff P. die Angelegenheit an. Er opferte seine eigene Wohnung, nur ein kleines Zimmer für sich behaltend, und hielt selbst Schule. Kinder beider Geschlechter erschienen bei ihm, jene wohlhabender Eltern entrichte- ten eine kleine Entschädigung, ärmere er- hielten den Unterricht unentgeltlich, und so wirkte P. durch Jahre im Lehramte, und erst in letzterer Zeit widmete die kais. Regierung dieser Anstalt ihre Aufmerk- samkeit und spendete einen Jahresbeitrag von 290 fl. zu Schulzwecken. Aber auch die Armen hatte P. nicht vergessen. Und *an Armen ist in Trient nie Mangel ge« wesen. Ueber P.'s Anregung bildete sich ein Verein von Armenfreunden, der bald eine wohlthuende und umfassende Thä' tigkeit entfaltete, dann gründete er ein Versorgungshaus für dienstlose Madchen und half sonst, wo er Noth und Elend antraf, mit allen ihm zu Gebote stehen- den Kräften. Dabei war er im Kriegs« jähre 4839 in der Militärseelsorge uner« müdlich thatig und hier zeigte sich sein echt humanes Wesen. Wenn ein akatho« lischer Soldat zur letzten Ruhestätte ge- tragen wurde, verweigerte ihm P. durch- aus nicht das Geleite, um aber seinen minder duldsamen Oberen kein Aergerniß zu geben, erschien er ohne kirchliche Abzeichen und erfüllte so als Katholik gegenüber den Akatholiken die einfache Menschenpfiicht. Als die Zahl der Ver- wunderen sich nach jenem entsetzlichen Blutvergießen auf den Feldern Oderita» liens im Jahre 4839 in fast grauenerre« gender Weise mehrte, da errichtete P. ein Nothspital und waltete wie ein Engel des Friedens inmitten der entsetzlichen Leiden des Krieges. Es läßt sich wohl kaum mit Worten dieses Priesters humanistisches Wirken nach allen Seiten hin einiger« maßen erschöpfend schildern. Auch noch in anderer Weise war P. auf seinem priesterlichen Gebiete thätig, er arbeitete viel für die Kirche in der Presse. Im 1864 gründete er das Journal: „I^'Zoo äsiis ^Ipi KEtiokä", daS ausschließlich ihm seine Entstehung verdankt und sich spater in die „Vooo OHttolioa" umwan- delte. Es gab — und gibt auch jetzt noch — eine geheime und nicht unmächtige Partei, welche Südtirol aus dem Verbände des Kcnserstaates zu reißen und dem neuen Königreiche Italien einzuverleiben sich bemüht. Gegen diese Partei kämpfte P. mit Wort und That und suchte Trient und die Herzen Walschtirols dem ange« stammten Kaiserhause zu erhalten. „Na« türlich". bemerkt aus diesem Anlasse sein Biograph, „mußte er dafür vor seiner Wohnung den Morgengruß der Petarden vernehmen". Im Jahre 4868 wurde P. zum Ober«Schulinspector der deutschen Gemeinden von Palü und Luserna er» nannt. Nach seiner Rückkehr von einer Reise nach Rom, die er zu Ansang des Jahres 5868 anläßlich der großen Sa- cularfeier unternommen hatte, besuchte er
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich O'Donnel-Perényi, Band 21
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
O'Donnel-Perényi
Band
21
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1870
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
542
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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