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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21
Seite - 355 -
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Seite - 355 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21

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333 Patu^i die Schulen der genannten Gemeinden. Auf dieser Vifltationsreise zog er sich ein Brustleiden zu, daS er bei seiner vielseiti- gen Beschäftigung anfänglich gar nicht beachtete. Auch als es schon drohender wurde, ließ er sich in seinen Arbeiten nicht stören, und so nahm denn das Uebel einen tödtlichen Verlauf. Groß war die Trauer der ganzen Bevölkerung bei der Nachricht von dem Hinscheiden des edlen Priesters, und fein unübersel^ barer Leichenzug zeigte die Theilnahme derselben für den so früh dahingeschiede» nen Mann, der allgemein als der Wohl» thäter der ganzen Gegend verehrt wurde, der im Eifer der Pflicht selbst sein Leben im schönsten Mannesalter von erst 38 Jahren zum Opfer gebracht hatte. Südt i ro le r Volksblat t 1868. Beilage zu Nr. t.- „Nekrolog". Plltuzzi, Alexander (Schrift stel. ler. geb. zu Wien 11. März 1813, gest. ebenda im April 1869). Die Familie Pa- tuzzi's ist eine italienische und zu ihr gehört der seiner Zeit berühmte Jesuiten» czegner Vincenz Paruzzi (geb. zu Verona 1700, gest. zu Venedig 1769). Dominika- nerrnönch und Verfasser mehrerer gelehr- ten theologischen Schriften, u. a. der in theologischen Kreisen einst sehr geschätzten »Z^'ea ^-l'siiana". Ein Zweig dieser Familie verließ die italienische Heimat, kam nach Oesterreich und ließ sich daselbst bleibend nieder. Aus diesem stammt Alexander Patuzzi ; er studirte in Wien, begann daselbst auch das medici» nische Studium, das er aber bald wieder aufgab, worauf er den Buchhandel er- lernen wollte und, nachdem er hie und da conditionirt, bei Ko l lmann in Leipzig als Gehilfe diente. Ko l lmann zahlte zu jenen Männern seines Geschäf« teS, die es den Leuten, so ihrer Führung anheim gegeben sind, nicht gerade leicht machen, um ste eben zu tüchtigen Man« nern ihres Faches heranzubilden. Ale« ran der P. erkannte wirklich nicht, oder wollte diese humane, unter rauher Außenseite sich verbergende Absicht nicht erkennen, kurz unter beiderseitigem Miß. behagen löste sich das Verhältniß von Meister und Gehilfe. P. soll damals zum bleibenden Andenken an diese seine Lehrzeit ein unsauberes Pamphlet, «Has schwarze Nuch" oder anders betitelt, gegen Kol lmann geschrieben haben, welches wie andere seiner spateren Werke spurlos in der Literatur verschwunden ist. Nun erzählen seine Biographen von Reisen, welche P. in Deutschland, Italien und in der Schweiz gemacht. Ob auf eigene Kosten oder im fremden Auftrage ist nicht bekannt. Zu Ende der Vierziger» Jahre kehrte P. nach Wien zurück, wo er zum Theile kleinere Arbeiten in Zeitschrif. ten und Almanachen veröffentlichte, nach» dem er schon früher mit einer Sammlung von Gedichten und mit einer größeren epischen Dichtung: „Der Thron von Würt' temberg". debütirt hatte. Im Jahre 1330 ging er nach Gratz. um an der Redaction der dort erscheinenden Landeszeitung mitzuwirken, aber auch in dieser Stellung verharrte er nicht lange, denn schon im folgenden Jahre kehrte er nach Wien zurück, wo er seither von dem Ertragnisse schriftstellerischer Arbeiten der verschieden» sten Art lebte. Die erste Zeit seines Schaffens gehörte der Poesie an. Wenn auch — nach dem Ausspruche der Kritik — was er schuf, nicht von Bedeutung und ohne bleibenden Werth ist, so offen» bart sich doch in seinen Dichtungen mit' unter Phantasie, die freilich durch forcirte Schwermuth und mangelhafte Form des Ausdruckes beeinträchtigt wird. Geradezu unbedeutend und alle Schwächen einer 23 *
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich O'Donnel-Perényi, Band 21
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
O'Donnel-Perényi
Band
21
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1870
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
542
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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