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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21
Seite - 399 -
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Seite - 399 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21

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Paner 399 Payer von seinen Schülerinen die neuesten Cla» viercompositionen, die er dann zu Hause abschrieb und in der Art, wie er sie spielen gehört, nachzuspielen versuchte. Dann versuchte er damals schon ein und das andere Thema zu variiren und ge» langte bei angebornem Talente und bei seiner, durch eigenes Studium gewönne» nen Kenntniß in allen Gattungen des Contrapunctes, zu einer seltenen Leichtig- keit im Phantasiren. Da die Orgel der Meidlinger Kirche kein Pedal hatte, so besuchte er andere Chöre, besah die Pe« dale und schnitzte sich zu Hause nach den gesehenen Pedalen selbst alle Fußtöne aus, reihte sie nach der Ordnung unter das Clavier und tappte darauf so lange herum, bis seine Füße die nöthige Fertig« keit hatten; dann spielte er mit aller Zuversicht auf einer und der anderen Orgel. So hatte er — den Unterricht, den ihm sein Vater ertheilt hatte, aus« genommen — Alles aus Eigenem erlernt. Talent, großer Fleiß, rastloses Studiren tüchtiger Lehrbücher hatten ihn ohne fremde Anleitung zu einem sehr geschick« ten MusicuS ausgebildet. Seit 1800, als er 13 Jahre alt war, verwendete ihn der Vater im Schuldienste, und als drei Jahre später sein Vater starb, übernahm er, damals 16 Jahre alt, die Meidlinger Schule, bei der er durch 13 volle Jahre, bis 1816, in Wirksamkeit blieb und den Lebensunterhalt seiner Mutter und vier Schwestern bestritt. Die Muße seines Lehramtes widmete er der Musik und vervollkommnete sich so, daß er ein vor. trefflicher Organist, Pianist und Compo« siteur wurde. Auch fungirte er — seit 1806 bei dem im Meidlinger Badehause neuerbauten Sommertheater — als Ca« pellmeister und componirte zu jener Zeit mehrere Operetten, wie: „Der wilde Ja« ger". „Der hohle Baum" und „Das Ster. nenmadchen". Im Jahre 1815 trat er zum ersten Male öffentlich in einem Concerte im k. k. Redoutensaale auf, zum zweiten Male im Theater an der Wien; im Jahre 1816 gab er im kleinen Nedoutensaale sein erstes Concert, in welchem er nur eigene Kompositionen spielte. Er gab dasselbe noch als Schullehrer; als aber im nämlichen Jahre seine Mutter starb und seine Schwestern heiratheten, gab er den anstrengenden und wenig einträg« lichen Schuldienst auf und widmete sich ausschließlich der Musik. Er ging nun nach Wien, gab dort Unterricht im Pianospiel, verwerthete seine bald beliebt gewordenen Kompositionen und erwarb sich durch Heranbildung einiger Schülerinen, wie Iosephine Kei l M . XI , S. 134 in den Qu.) und Leopoldine Blahetka M . I, S. 421), als Pianofortelehrer bald einen ausgezeichneten Ruf, der durch eine im Jahre 1813 unternommene Kunstreise nach Norddeutschland nur eine festere Begründung erhielt. Im Jahre 1824 folgte er einem Rufe als Capellmeister nach Amsterdam, wo er zwei seiner Opern, aber ohne nachhaltigen Erfolg, zur Aufführung brachte und nur ein halbes Jahr verblieb. Von Amsterdam aber ging er nach Paris, wo er acht Jahre als gesuchter Clavier« und Gesangslehrer zubrachte, im letzten Jahre die daselbst entstandene deutsche Oper dirigirte und im I'iiea.trs Oäson zwei seiner Opern dargestellt wurden. Im Jahre 1832 kehrte er nach Wien zurück, übernahm daselbst die Capellmeisterstelle bei der neuerrichteten Oper im k. k. priv. Thea> ter in der Iosephstadt, die er jedoch übergroßer Anstrengung halber schon in drei Vierteljahren niederlegte und sich nun ausschließlich mit dem Musikunter- richte beschäftigte. Von einem Schlag- anfalle, der ihn im Jahre 1838 zum
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich O'Donnel-Perényi, Band 21
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
O'Donnel-Perényi
Band
21
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1870
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
542
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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