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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21
Seite - 411 -
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Seite - 411 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21

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Pechätschek Bühne berechneten Musikstücken. Ein gro- ßes Ballet schrieb er zuc Installations« feier des Fürsten Anton Eßterhazy, ein anderes anläßlich der Anwesenheit des Königs von Neapel in Wien, das im großen Redoutensaale aufgeführt wurde. Außerdem componirte er mehrere Messen und andere Kirchensachen, eine große Ouvertüre für das ganze Orchester, vieles für die Violine mit'Begleitung, eine zu seiner Zeit sehr beliebte große Po- lonaise und eine große Menge Tanzmusik, als deutsche Tänze, Walzer, Ländler — deren über Hundert — Ecossaisen, Menuetten u. s. w. für Violine, Piano und ganzes Orchester. Als Walzercom« ponist genoß P.. der gleichsam ein Vor« laufer von Strauß und Lanner ist, in Wien große Beliebtheit. Dlabacz (Gottfried Ioh.), Allgemeines histo» risches Künstler«Lerikon für Böhmen und zum Theile auch für Mähren und Schlesien (Prag !81S. Gottl. Haase. 4".) Bd. I I , Sp. 437 u. f. ^daselbst sind seine Tanz. Compositionen einzeln angegeben). — Oesterreich ische N ational»Encyklo p ädie vonGräffer und Czikann (Wien !83Z, 8".) Bd. IV, S. NO snach dieser lebte Franz P. der Vater noch im Jahre l836). Pechä.tschek, Franz sterSohn^j (Ton- künstler. geb. zu Wien 4. Juli 1793, gest. zu Kar lsruhe 13. September 1840). Der Sohn des Vorigen. Von seinem Vater erhielt er frühzeitig Unter« richt im Violinspiele, worin er bald so ausgezeichnet war, daß er, ein zehnjahri« ger Knabe. 1801 und 1802, am kaiser- lichen Hofe sich hören lassen'konnte. Im Jahre 1803 unternahm sein Vater mit ihm eine Kunstreise nach Prag. Später mackte P. bei Förster ^Bd. IV, S. 273^j Composilionsstudien; fungirte dann als zweiter Orchesterdirector im Theater an der Wien und im Jahre 1318 wurde er als erster Violinist an der hannover'schen Pechatschek Capelle angestellt. Zugleich machte er viele Kunstrasen, ließ sich in Dresden, Leipzig, in den Jahren 1824 und 1823 in vielen Städten Süddeutschlands mit großem Erfolge hören und erhielt im Jahre 1826 anläßlich seines Künstler» rufes die Stelle des großherzoglichen Concertmeisters in Karlsruhe, die er bis an sein Lebensende bekleidete. Seit 1826 verließ er, einmal ausgenommen, wo er eine Kunstreise nach Paris machte, Karls- ruhe nicht; seine geschwächte Gesundheit, die auch sein Ende im schönsten Mannes» alter herbeiführte, gestattete ihm die An» strengungen des Reifens nicht. In Paris, wo man in seinem Spiele eine schwache NachahmungPaganini's sindenwollte, was es jedoch nicht im Geringsten war, fand er nur mittelmaßigen Beifall. Im Uebrigen war P. als Violiufpieler und Komponist zu seiner Zeit sehr geschätzt. Er spielte außerdem auch Guitarre und das Pianoforte, letzteres jedoch nur, soweit er es zu Compositionsstudien brauchte. Sein Spiel bezeichnen Fachmanner als ein ele« gantes, keckes, mit herrlich reinem und zartem Tone, doch ist ihm der dem eigent« liche Concerte angehörende große Bogen nicht eigen, wohl aber daS leichte graziöse Spiel, das freilich nicht den Zuhörer elfaßt und tief in die Herzen dringt, wohl aber die Sinne ergötzt und den Beifall der Menge erhält. P. war auch Compositeur, aber die Zahl seiner Com» Positionen ist nicht eben groß, sie mag kaum die Vierzig erreichen, es sind klei» nere. Stücke für Violine und Orchester, meistens Tanze und Variationen, sie sind gefällig, zierlich, unterhaltend, oft reizend, durch Zartheit sowohl als Keckheit der Melodie, aber mehr im Polonaisen« und Rondostyl, weniger großartig und tief. obwohl er auch im ernsten Styl etwas zu leisten vermochte, wie sein
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich O'Donnel-Perényi, Band 21
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
O'Donnel-Perényi
Band
21
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1870
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
542
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
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