Seite - 418 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21
Bild der Seite - 418 -
Text der Seite - 418 -
Peyeli 418
Compositionen der anderen im Grund-
gedanken gleicht. Von seinen Csärdäsen
sind bisher im Stiche erschienen: „Ha?--
H" und „Fl6?Ha <?sä7-^s". Der
^ s ^ , ein ungarisches Unter-
Haltungsblatt, bringt im Jahrgange
4833 in einer historischen Skizze der
ungarischen Musik eine Charakteristik
dieses berühmten Geigers.
Pesther Lloyd (polit. Blatt) !833. Nr. 139,
Peczeli, Joseph fter V^ter^ (ungari-
scher Schriftsteller und Dichter,
geb. zu Putnok im Gömörer Comi«
täte Ungarns im Jahre 1750, gest.
4. December 1792). Von adeliger Farm-
lie calvinischen Glaubens. Sein Vater
Emerich war reformirter Prediger, der
jedoch bald starb, woraus die Mutter
mit ihrem Sohne Joseph nach Szikszö
überfiedelte, wo dieser die unteren Schu-
len besuchte. Im Jahre 1767 kam er
nach Debrecziü, wo er im dortigen Col-
legium die Vorbereitungsstudien been-
digte und sich für die theologische Lauf-
bahn entschied. Zu diesem Zwecke begab
er sich, der Sitte der Protestanten Un-
garnS folgend, auf Reisen, besuchte ver-
schiedene deutsche Universitäten, wie Leip»
zig, Jena, Bern, am längsten aber blieb
er in Genf. wo er zwei Jahre dem Stu«
dium der Theologie oblag und der Lieb«
ling des berühmten de Saussure
wurde. Daselbst erlernte er auch die
französische Sprache so vollkommen, daß
er in derselben zu predigen und zu dichten
im Stande war. Von Genf ging er nun
nach Utrecht, wo er daS vrotestantische
Predigtamt erlangte, worauf er im Jahre
1784 in sein Vaterland zurückkehrte.
Dort wurde er bald erster Prediger der
evangelischen Gemeinde zu Komorn, im
Jahre 1786 aber Professor am Colle- giurn zu Debreczin, wo ihn schon wenige
Jahre später, im Alter von erst 42 Iah.
ren, der Tod ereilte. Neben seinem prie»
sterlichen Berufe widmete P. seine Muße
dem Studium und der Pflege der Vater-
landischen Literatur. Peczeli hatte im
Jahre 1784 Voltaire 's „Zaire" in
ungarischer Uebersetzung veröffentlicht,
um diese Zeit hatte sich Bessenyei
^Bd. I, S. 330^j auf sein Gut an der
Theiß zurückgezogen, ^.nyos ^Bd. I,
S. 30^ war im nämlichen Jahre gestor-
ben. „Die ungarische Literatur entbehrte,
wie Toldy bemerkt, gleichsam eines
Hauptes und einer thätigen Notabilität.
Psezel i , der seine Wirksamkeit auf
mehrere Zweige der kirchlichen und welt»
lichen Literatur ausbreitete, ward bald
Gegenstand allgemeiner Beachtung und
der Mittelpunct des heranblühenden
Geschlechtes." Im Jahre 1789 begrün-
dete er eine literarische Zeitschrift ver»
mischten Inhalts und setzte dieselbe eifrig
und annfernd bis zu seinem Tode fort.
und hatte innerhalb der kurzen, ihm ge-
gönnten Frist von acht Jahren mehr
und Verschiedenes geboten, als vor ihm
irgend ein anderer Schriftsteller dieses
Jahrhunderts, so außer mehreren theo»
logischen Schriften Uebersetzungen von
Voltaire'S Dramen und Henriade,
Aoung'S Nächten, Aesop's Fabeln.
Hervey's Gräbern und sich dadurch
um Ungarns Sprache und Literatur un<
bestreitbare Verdienste erworben. Pä<
czeli'S Schriften sind in chronologischer
Folge: „^2/?-, ^a^Ö^'a« (Raab 1784),
Uebersetzung der „Zaire" Voltaire 's;
7-66S6" (ebd. 1786. 80.), Uebersetzung der
„Henriade" Vol taire 's; — „I^onnF
AisIa^H«' 6s 6Zll/s'ö ??z«n^al" , d. i.
Doung's Nächte und einige andere Werke,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
O'Donnel-Perényi, Band 21
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- O'Donnel-Perényi
- Band
- 21
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1870
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 542
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon