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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21
Seite - 433 -
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Seite - 433 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - O'Donnel-Perényi, Band 21

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Peitl 433 Vater. Seine Mutter heirathete später wieder und brachte ihren achtjährigen Sohn in dem damals zu Wien bestehen« den Iohannesspitale unter. Dort erhielt Joseph seinen Unterricht, war einer der besten Schüler und trat nach been deten Humanitätsclaffen in den Orden der frommen Schulen, wo er seine wei» teren Studien beendete und sich für das Lehrfach ausbildete. Nachdem er fünf Jahre Cleriker gewesen, erhielt er ein öffentliches Lehramt an der Normal' schule, zuerst auf der Wieden. dann in der Iosephstadr. Ein Jahr spater trat er aus dem Orden, blieb aber beim Lehrfache und erhielt zuerst eine Lehrer- stelle in der Zollerifchen Stiftung und ein Jahr später, 4789, an der k< k. Normal.Haupischule bei St. Anna. Dort begann er seine pädagogische Wirksam, keit, welche seinem Namen in der Ge- schichte des Unterrichts im Kaiserstaate eine Stelle sichert. Durch eigenen, pra5 tisch ertheilten Unterricht und durch theo> retische, auf eine vollkommenere Aus- bildung der Lehrer abzielende Schriften wirkte er über vier Decennien in der ersprießlichsten Weise. I m Jahre 1802 wurde ihm der Unterricht in der Päda« gogik für die geistlichen und weltlichen Präparanden aufgetragen und versah er denselben, die während dieser Zeit ge» machten Erfahrungen benutzend, mit Eifer und Umsicht bis zum Jahre 4826. I n der Zwischenzeit, 1823, wurde er in Anerkennung seiner Verdienstlichkeit zum Director der Wiener Normal.Hauptschule ernannt und ihm im Jahre 1827 der Titel eines kais. Rathes zugleich mit einer Personalzulage jährlicher 300 fl. verliehen. Ferner nahm er Kinder wohlhabender Bürgereltern in sein HauS m Kost und Wohnung, ihre Erziehung und Ausbildung selbst überwachend, v. Wurzbach, biogr. Leiiton. XXI. ^Gedr auch unterstützte er aus eigenen Mitteln ärmere Schüler, empfahl ausgezeichnete Lehrer zu Hofmeisterstellen, kurz, wirkte in dieser humanistischen Richtung un> ermüdlich und einsichtsvoll bis an sein im Alter von 68 Jahren erfolgtes Lebensende. P. war als Fachmann auch schriftstellerisch thätig, seine für Lehramts- Kandidaten verfaßten, im Jahre 1808 gedruckten „schriftlichen ZlufZiitze" erlebten 13 Auflagen, eine kleine Sprachlehre, ein von dem weiter unten angegebenen Werke verschiedenes Handbuch, 3 Auf» lagen; außerdem erschienen von ihm: „Sammlung nun interessanten Gesprächen, Fü- betn, Grsählungen und Anekdoten" (Wien 1819, Pichler, mit 1 K., 8«.); - „ M . thodenkuch oder Anleitung M zweckmässigen Führung des Lehramtes tiir Vchrer der Trivial- und Hauptschulen" (Wien 1821. Wimmer, 8".), dieses Buch, jetzt freilich durch neue Unterrichtsmethoden, man kann nicht geradezu sagen, überholt, aber ver- drängt, erschien in 4 Auflagen, ist P.'s verdienstlichste Arbeit und vieles darin auch heute noch, nachdem das Sy« stein des ersten Unterrichts neuen An» schauungen und Lehren gewichen, in vielen Puncten sehr brauchbar und maß» gebend', — „Gtirllletisch-sirllktiLche Anleitung u^ dem Elementarunterrichte in der deutschen Sprachlehre", 2 Theile (Wien1824; zweite Aufl.); — „Praktische Anumsnng pr leichte» ren Grlernnng der Aechtschreibnng" (Wien 1829, 8«.). Seine oberwähnten „Schrift, lichen Aufsätze", sein „Methodenbuch" und seine „Große Sprachlehre" hat P. in den Jahren 1822—1824 dem Nor- mal» Schulbücher » Verlage übergeben, durch deren Verschleiß, wie die „Oester« reichische National»Encyklopädie" berich» tet, dem Fonde genannten Verlages ein bedeutender Vortheil erwachsen ist. Oesterreichisches Archiv für Geschichte. . Jänner 1370.) 28
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich O'Donnel-Perényi, Band 21
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
O'Donnel-Perényi
Band
21
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1870
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
542
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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