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Pleschner 429 Pleschner
22. April 4834 mit dem Ordcn der
eisernen Krone dritter Claffe ausgezeich«
net und den Statuten dieses Ordens
gemäß im Jahre.4853 in den erblichen
Ritterstand mit dem Prädicate von
Scharneck erhoben.
Rit terstands'Diplom ääo. 12. April i855.
— Wappen. Gevierteter Schild, l und 4: in
Gold cin schwarzer, aus der Seitentheilung
zur Hälfte hervorbrechender Doppeladler mit
ausgeschlagencr roth,r Zunsse; 2: in Blau
eine goldene, zu einem Rinsse geschlossene
Schlange; 3: in Schwarz Bergmannüschlä'
gel und Eisen schräge in's Kreuz gelegt. Auf
dem Schilde ruhen zwei zueinandergekehrte
gekrönte Turnierhelme. Auf der Krone des
rechten Helms steht ein geschlossener, vorn
von Schwarz und Gold, rückwärts abgeweck»
selt quergetheilter Aolerflug. Aus der Krone
des linken Helms wallen vier Straußenfedern
empor, von denen die mittleren rechts blau,
links silbern, die äußeren rechts Gold und
links schwarz sind. Helm decken. Ime des
rechten HelmS sind schwarz mit Gold. jene
des linken rechts blau mit Gold. links schwarz
mit Silber unterü'gr. Devise. Unter dem
Schilde auf goldenem Vande in schwarzer
Lapidarschrift die Worte: I^LOKN N^
SIVVIO.
Plefchner Edler von Eichstett, Eduard
( Industr iel ler, geb. zuPrag 4 3. Juni
4813. gest. ebenda 24. Mai 1864). Sein
Vater war ein angesehener Großhändler
zu Prag. der sogar ein eigenes Schiff
auf dem Meere hatte. Der Sohn betrat
anfänglich die wissenschaftliche Laufbahn,
beendete daö Gymnasium und die philo«
sophischen Studien in Prag und begann
bereits daS Studium der Rechte, als ein
Krankheitsfall in der Familie ihn von
der juridischen Laufbahn ablenkte und
veranlaßte, sich dem Kaufmannsstande
zu widmen. P. übernahm das Geschäft
seines Vaters und wurde am 4. Jänner
1836 dem Gremium deS Prager Han«
delsstandeS wcorporirt. Gleich im Be-
ginne der kaufmännischen Laufbahn wid« mcte er stch außer seinem Geschäfte auch
dem öffentlichen Leben, namentlich im
Bereiche seines Berufsfaches. So wurde
er Beisitzer des bestandenen Wechsel- und
Mercantilgerichtes, dann des Handels«
senates bei dem Landesgerichte. Seinen
rastlosen Bemühungen ist es Vorzugs«
weise zu danken, daß der Handelssenat
in einen selbstständigen Mercantil-Ge«
richtshof. das dermalige k. k. Handels»
gericht, umgewandelt wurde. Im Jahre
1848 wurde er Mitglied der Handels«
Gremialrepräsentanz und nach Halla's
Ableben im Jahre 1831 Präses des
Hcmdels'Gremiums. welche Stelle er erst
im Jahre 1863. einIahr vor seinem Tode,
niederlegte. P. hatte fich durch sein uner«
müdliches Wirken für das öffentliche Wohl
und seine Betheiligung an Allem, was
gut, nützlich und edel, die allgemeine
Achtung seiner Mitbürger in hervorra»
gender Weise und ein bleibendes Anden«
ken erworben; er nahm unter seinen Mit«
bürgern einen der ehrenvollsten Plätze
ein. Humanität in des WorteS edelster
Bedeutung war ein Grundzug seines
Charakters, und schon während seiner
Studienzeit war er bemüht, seinen mit-
tellosen Mitschülern durch Theilnahme
an der Veranstaltung von Wohlthätig«
keilsconcerten Unterstützungen zuzuwen«
den. Von seinen verdienstlichsten Hand«
lungen nach dieser Richtung hin sind
unter anderen folgende anzuführen: Im
Jahre 1831 leitete er eine große Sub>
scription für die K r o m b h o l z 'sche
Krankenbett-Stiftung ein und legte damit
eigentlich den Grund für dieselbe. —
Obgleich sein ausgebreitetes Geschäft seine
volle Thätigkeit in Anspruch nahm, so
widmete er sich doch bald nach Eintritt
in dasselbe der Armenpflege, wurde im
Jahre 1839 Armmvater, 1340 Be«
zirksdirector und noä? im nämlichen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Pergen-Podhradszky, Band 22
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Pergen-Podhradszky
- Band
- 22
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1870
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 534
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon