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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24
Seite - 172 -
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Seite - 172 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24

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172 der ungarischen Lesewell auf dieZrinyade, ein von dem Enkel des Szigether Leo> nidas verfaßtes Epos über den Fall von Szigeth und den Heldentod Zr in y's, d°S im Jahre 168t erschien. allmällig vergessen und jetzt durch Räday'S Um- arbeitung in Hexametern und hinzuge» fügte Erläuterungen dem Publicum niie> der in's Gedächtniß zurückgerufen wurde, Ein noch größeres liierarisckes Verdienst erwarb er sich aber dadurch, daß er durch Kenntniß der besten Werke deutscher Dichter jener Zeit angeregt, in seinen Versen der Erste den Reim mit Sylben« maß verband, wodurch er denn auch zur Ausbildung der dichterischen Sprache seines heimischen Idioms nicht unwesrnt- lich beitrug. Radar) schrieb einzelne Lieder, Fabeln, Uebersetzungen und außer der schon erwähnten Umdichtung der Zrinyade, ein Epos, welches die Besitz» nähme seines Vaterlandes durch Arftad zum Gegenstande hat und das er in schönen und volltönenden achtzeiligen Stanzen von eigenem Bau — daher die Bezeichnung: Räday'sche Versart — zu schreiben begonnen, aber bald aufgegeben hat, denn es ist davon nur ein Fragment in die Oeffentlichkeit gelangt. Seine Dichtungen erschienen in den Zeitschriften „Ua^kr klllLg,", „Or- pliouL" und „UHS^ar Uu2eulu''; der größte und wichtigste Theil, seiner Arbn- ten ist aber verloren gegangen. Franz Toldy, der gewiegteste Kenner der un» garischen Poesie, stallt Räd ay als Dich» ter nicht eben hoch. Er besaß, wie er schreibt, keine schöpferische Kraft. Als Uebersetzec wußte er aber fremde Stoffe sich ganz anzueignen. Er bezeichnet seine dichterischen Arbeiten als schwer erwor» bene Errungenschaften eines Dilettanten, welche aber durch seinen ausgebreiteten Briefwechsel, worin er mit fast allen vaterländischen Schriftstellern stand, unter diesen verbreitet, vielfach anregend wirk» ten. so daß der Neiz eines geläuterten Geschmackes überall fühlbar wurde. R, war auch ein großer Bücherfreund und ist der Stifter der besonders für unsere Literaturgeschichte. äußerst wichtigen Bi> bliothek zu Päczel, welche seiner Zeit der ungarische Landtag um den Preis von 40.000 fi. C. M. für die Nation ankau- fen wollte. Einer Mittheilung zufolge, welche der ungarische Superintendent Paul Török im Jahre 1860 gemacht, hat sich aber die gräfliche R ad ay'scke Familie im protestantischen und patrioti» schen Eifer bereit erklärt, die Bibliotek, wenn sie in den Besitz der Pesther pro» testantischen Hauptschule übergeht, für die Hälfte der von dem Landtage bewil- ligten Kaufsumme, also für 20.000 fi., zu überlassen, und wurden zu diesem Zwecke sofort Sammlungen eingeleitet, welche in kurzer Zeit ein erfreuliches Re» sultat lieferten. Gedeon Räday wurde von Kaiser Joseph in den Freihercn» und von Kaiser Leop old in den Gra» fenstand erhoben. Er starb auf seiner Besitzung Päczel im hohen Alter von 79 Jahren, aus seiner Ehe mit Su> sanna Fäy nur einen Sohn, gleichfalls Gedeon, hinterlassend, der gleich sei» nem Vater ein Freund der Wissenschaften und schönen Literatur war. d, i. Geschichte der unaan'schen Dichtmia oon der Schlacht von Modäcs bis auf unsere Tage (Pest!) 18L3, Gxft, Heckenast. ar, 8°,) Vd, 7, Sp, Aü2 u, f, soach diesem aest. am 3, August voluit (?e«t l?92, 8°.). — Toldy (Franz), Geschichte der ungrischen Dichtung uon den ältesten Zeiten die auf Alei. K is fa luby, NuS dem Unarischen übersetzt uon Gustau Steinacker (Pesth l«ü3, Heckenast «",) S. 409 u. f. — Handbuch der ungrischen.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Prokop-Raschdorf, Band 24
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Prokop-Raschdorf
Band
24
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1872
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
450
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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