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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24
Seite - 225 -
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Seite - 225 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24

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223 Naffelsferger find. Seine Heimat MalS verdankt ihm großentheilg das neue Spitalsgebäude mit der Mädchenschule der barmherzigen Schwester!?. Ob er seinen — bei Lebzei» ten öfter ausgesprochenen — Lieblings» gedanken, sein ansehnliches Vermögen der Stiftung eineS katholischen deutschen Waisenhauses in Williamsburg zu wid» men, testamentarisch verwirklicht hat, ist nicht bekannt. Sein Nekrologist klärt unS über die Quelle dieses bei einem Missionar befremdenden Vermögens auf. R. selbst lebte ungemein schlicht und ein» fach, fast aSzetisch einfach. Seine Tracht war prunklos, seine Einrichtung patriar» chalisch; seine Kost mäßig, hauptsächlich nährte er sich von Milch einer Ziege, seine Reisen bestritt er mit unglaublich geringen Summen; seine Sackuhr, die er durch sein ganzes Leben trug, hatte er von einem Hirten in Tirol um sechs Gulden gekauft, aber um zu Mitteln zu gelangen, die es ihm möglich machten, bei dem Vaue von Schulen und Kirchen in seinen nordamerikanischen Gemeinden werkthätig mitzuwirken und jene huma» nistischen Stiftungen und Werke, deren oben gedacht worden, auszuführen, ver» schmähte er es nicht, die günstigen Zeit» Verhältnisse und Erwerbsquellen, die ihm Amerika in vollem Maße durch seine Banken, Eisenbahnactien, Staatsanlehen u. dgl. m. darbot, zu benutzen und so zur Förderung seines Glaubens und sei» ner humanen Zwecke zu wirken. Volk6. und Sckützen<Z eitunl! (Inns< druck, 4°.) XVI. Iahrg, (1861), Nr. 147 u. <48: „Stephan Raffeiner". — Pro> grami» des k, k, Gymnasiums zu Meran für 1863/186« (Innsbruck 186U, 4°.) S, 11. Raffelsperger, Franz (Geograph und Fachschriftsteller, geb. zu Mo» dern in Ungarn 23. September 1793, gest. zu Wien 14. Juli 186l). Besuchte daS Gymnasium und die Real'Akademie in Wien. Für den Handelsstand be» stimmt, machte er dann eine Reise nach Frankreich und mehrere geognostische Ausfiüge nach Ungarn. Nach seiner Rück- kehr übernahm er die Leitung verschiede» ner technisch industrieller Unternehmun» gen, so 1813 den Vau und die Einrich» tung von Stampf» und Dampfmühlen und später der Gypsbrennereien zu Di» xenberg in Niederösterreich, und legte dabei große Umsicht und Geschicklichkeit an den Tag. Im Jahre 1820 erhielt er eine Anstellung bei dem k. k. Postwesen. wo er seine auf den bisherigen Reisen erworbenen Kenntnisse zum Besten dieser durch Ottenfeld ^Bd. XXI, S. 121) eben in einer Reorganisation begriffenen Anstalt zu verwerthen wußte. In Folge seiner Tüchtigkeit wurde er öfter auf Dienstreisen nach Florenz, Rom, in die Schweiz und nach Frankreich geschickt, dabei war er in seinem Fache auch litera» risch thätig und zeigte sich in demselben so gewandt, erfahren und energisch, daß ihm die Stadt Wien im Jahre 1830 das Bürgerrecht, im folgenden Jahre die große goldene Salvator'Medaille, seine GeburtSstadt Modern das Ehrenbürger- recht und die Könige von Preußen, Sach» sen, Sncdinien und Frankreich die damals üblichen goldenen Medaillen verliehen. Auch war er als geo» und topographischer Schriftsteller und Chartograph — die Uebersicht dieser Arbeiten folgt auf nach» ster Seite — in verdienstlicher Weise thä» tia,. Die Bewegung deS Jahres 1848 rief ihn auf ein anderes, daS publicistische Gebiet, und bald nach AuSbruch der Märzbewegung begründete er in Wien daS Journal: „Der Unparteiische", welches sich als Anwalt des im Vormärz ebenso wenig wie jetzt auf Rosen gebette- ten österreichischen Beamtenstandes er» klärte. So nothwendig ein solches Organ u. Wurzbach, biogr. Lriikon. XXIV. lMdr. 6. Juni 15
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Prokop-Raschdorf, Band 24
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Prokop-Raschdorf
Band
24
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1872
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
450
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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