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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24
Seite - 234 -
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Seite - 234 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24

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Nahl 234 Nahl im Reiche der Kunst immer mehr verherr» lichen halfen. Im Jahre 4860 arbeitete er den Entwurf für den Festsaal deS großherzoglicben Schlosses in Oldenburg, von welchem jedoch nur die Decke und die Seitenwände zur Ausfülnung gelang» ten. Im folgenden Jahre vollendete er die zwölf großen Figuren für die dem Wiener Opernhause gegenüberstehende Fnyade des Heinrichshofeg. Im Jahre 1862 übertrug der Bankier Eduard To- deSco auf Kaulba ch's Anregung dem Künstler die Ausschmückung von acht Gemächern seines neuen, in W>en in der verlängerten Kärnthnerstraße erbauten Palastes. Rahl führte darin die Paris- Mythe in herrlichster Weise aus. Mitt» lerweile brachte er aber auch einige klei» nere Aufträge zu Stande, so die Patrone der erzherzoglich Rainer'schen Familie für die Eapelle des Schlosses zu Horn» stein, die Freske: „Das Mädchen aus der Fremde", für die Villa WiS gr i l l in Gmunden, die 20 Zeichnungen mit dem Cyklus der Argonautensage für den Gra> fen Wimpf fen, deren Ausführung im Paläste des Grafen durch deS Künstlers Tod vereitelt wurde. Endlich aber trat ein Macen an den Künstler heran, der seine ganze Bedeutung erfaßte und ihn mit einer großartigen Aufgabe betraute. Es ist dieß der griechische Botschafter am kaiserlichen Hofe, derFreiherr vonSina, Dieser übertrug dem Künstler zuerst den Bilderschmuck an der Fayade und in der Vorhalle der uon Hansen restaurirten griechischen Kirche auf dem alten Fleisch- markte, ließ dann nachRahl 's Entwürfen die vier Elemente im Speisesaale, dann die Künste und Jahreszeiten im Thorwege seines Palastes auf dem Hohenmarkte in Wien ausführen und übertrug ihm end» lich die Entwürfe für den FrieS an der von Hansen in Athen erbauten Uni« versität, welche eine Darstellung der Ent» wicklungsgeschickte der Wissenschaften auf griechischem Boden enthält und mittler» weile durch den Kupferstich auch in wei- teren Kreisen Verbreitung gefunden hat. Wohl hätten solche Werke genügen sol» len, um einen Künstler von dieser Bedeu» tung auf jenen Platz zu stellen, der ihm längst gebührte, aber erst dem Einflüsse deS Ministers Schmerl ing, mit dem eine würdigere Anschauung für Kunst und Wissenschaft in jene Kreise einzog, welche eben berufen sind, ohne Rücksicht auf das politische Parteigetriebe, Kunst und Wissenschaft zu fördern, zu unter» stützen und zu schützen, erst diesem Staats» manne gelang es, den Künstler wieder für die Akademie zu gewinnen, der er leider nur zu viele Jahre entzogen geblie» ben war. Mit Allerh. Entschließung ääo. 17. Februar 1863 erhielt Rahl an der Wiener Kunstakademie die erledigte Pro» fessur der Malerei. Seit dieser Zeit, noch mehr aber seit der kaiserlichen Ordens» Verleihung, verstummte daS kleine, aber rührige Geschlecht, dem der Künstler durch seine Werke gefährlich war. Leider konnte sich das Institut, dem er wieder gegeben war, nicht lange dieser edlen und einflußreichen Kraft erfreuen. Die letzten Arbeiten, welche R. ausführte, waren die Vollendung des Cartons zur Cimbern» schlacht, welche Baron Schak in Mim» chen schon vor Jahren bei dem Künstler bestellt hatte, dann mehrere Aquarellskiz- zen für den Plafond des Zuschauerrau» mes, das Proscenium und den Vorhang im neuen Wiener Opernhause, wozu er die Personificationen der von der Musik geweckten Gefühle gewählt hatte. Son» derbaier Weise mit der Verherrlichung der Musik, für welche er am wenigsten Verständniß hatte, nahm Rahl Abschied vom Leben. Im. Vorstehenden sind die
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Prokop-Raschdorf, Band 24
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Prokop-Raschdorf
Band
24
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1872
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
450
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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