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zum General-Commando nach Brunn und
von 1810 bis 5812 war er bei der'Lan-
deöbesckreibung von Ungarn thätig. I r
der russischen Campagne nahm er an den
meisten Gefechten derselben Theil und
zeichnete sich besonders in der Schlach
bei Podubnie aus, während welcher e,
demfranzösischenDivisions.GeneralRey
nier zugetheilt war. Beweise glänzender
Tapferkeit gab er in den Kämpfen der
Jahre 1813 und 1814. In der Schlacht
bei Dresden befand er sich als General-
stabs-ChefbeiderDivisionCivala rt; im
Aligust 1813 wurde er Hauptmann im
Corps. In der Schlacht bei Leipzig kam
er als Generalstabschef zur Grenadier
Division des Feldmarsckall.Lieutenant
Grafen Weißenwolf. In dieser drei
tägigen Völkerschlacht nahm er mit den
Grenadier-Bataillons Fischer und Call
daö Dorf Dölitz, aus welchem unsere
Division Bianchi von der feindlichen
Uebermacht bereits herausgedrängt wor
den. mit, wie es in der Schlachtrelation
wörtlich heißt, „unwiderstehlicher Tapfer
keit mit dem Bajonett". Sechsmal wurde
der Ort genommen und eben so oft wieder
verlöten, bis die Unseren den Sieg be-
haupteten. Nun kam er in das Haupt»
quartier des Feldmaischalls Fürsten
Schwarzenbl l rg , nahm an der
Schlackt bei Brienne und an anderen
Gefechten theil, wurde dann der Division
des Fürsten M o i i ; Liechtenstein zu»
getheilt, mit welcher er die Kampfe bei
Tcoyes und Viray mitmachte. Während
des Congrefses arbeiteteR. im Bureau der
Generale Radetzky und Langen au,
kam dann. als der Feldzug im Jahre 1816
ausbrach, als Geneialstabs-Chef zur Divi.
sionStutterhein, wurde darauf als
österreichischer Commissär dem englischen
Feldmarschall Herzog von Wel l i ng ton
zugetheilt, in welcher Anstellung er bis zum Aachener Congresse im Jahre 1813
blieb. Er wurde englischer Seits mit dem
Bath «Orden, von Frankreich mit der
Ehrenlegion ausgezeichnet, nachdem er
früher schon für seine Leistungen in den
Feldjügen der Jahre 1813 und 18l4
von Nußland den Wladimir-Orden er>
h.alten hatte. I n den darauffolgenden
Fciedensjahren arbeitete er 1819 im
statistischen Bureau in Wien, 1820 bei
der Landeöbesckreibung in Ungarn und im
Iahre1821,;umMajorimCorps befördert,
erhielt er die Bestimmung nach Mailand.
Als bald darauf die italienischen Unruhen
ausbrachen, nahm er an den Gefechten
bei Nouara und Norgo Vercelli als Ge>
neralstabs-Officier der Avantgarde des
Generals Nrettschn e id er Theil. Nun
erhielt er eine diplomatische Mission nach
Piemont und versah einige Zeit hindurch
die Geschäfte der kaiserlichen Gesandtschaft
zu Turin. Im Jahre 1821 wurde R.
österreichischer Seits ausgewählt, um mit
den Astronomen Carl in i und Plana
die schon unter Napoleon begonnene
Triangulirung in den Savoyer Alpen
behufs der Neweisstellung der Abplattung
der Pole wieder aufzunehmen, bei welcher
ebenso mühe» als gefahrvollen Arbeit er
zwei Sommer zubrachte. Im Jahre 1824
kehrte er nach Wien zurück, wo er bis
1826 bei dem Generalstabe arbeitete. Im
Jahre 1827 kam er als Director der
Landesbeschreibung nack Siebenbürgen,
rückte dort 1831 zum Oberstlieutenant im
CorpS vor und kam 1833 in gleicher
Eigenschaft nach Graz. Im November
5838 wurde er zweiter Oberst im Infan>
erie-Regimente Nr. 27 und 1837 über»
nahm er zu Prag als erster Oberst das
Commando deS Infanterie »Regiments
Nr. 36, wurde 5843 General-Major und
Brigadier zu Budweis und 1848 Feld-
marschall ° Lieutenant. In Folgö der
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Prokop-Raschdorf, Band 24
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Prokop-Raschdorf
- Band
- 24
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1872
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 450
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon