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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24
Seite - 329 -
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Seite - 329 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24

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Nanftl, 329 Nanstl aufmunterte, so daß R. frühzeitig das Französische und Italienische sich aneig. nete, wozu sich in der Folge noch die auf Reisen gewonnene Kenntniß des Eng» tischen und Russischen gesellte. Jedoch wider Erwarten wenig günstig waren die Fortschritte auf der Akademie. Der froh. liche, oft übermüthig lustigeKnabe machte während der Lehrstunden Schwanke und Possen, so daß er nicht nur selbst nicht vorwärtskam, sondern auch seine Mit» schüler in der Arbeit hinderte und nicht selten, um diese nicht zu stören, den Zeich, nungssaal verlassen mußte. Bei einer Ge. legenheit, als er eben mit einem Collegen, dem nachmals berühmten Bildnißmaler Friedrich Amerl ing, seine Körperstärke prüfte, warf er ein Modell des Achilles um. daß eS in Stücke zerbrach. Hingegen trieb er außerhalb der Akademie uerschie. dene andere, mit der Kunst eben nicht im engsten Zusammenhange stehende Uebun» gen wie: Fechten, Reiten, Schwimmen, Schlittschuhlaufen und machte darin un> gleich größere Fortschritte als im Zeichnen und Male». Im Jahre 4819 verlor er seinen Vater. Bald darauf bat er seine Mutter um Erlaubniß zu einer Reise in die Schweiz und diese ihm von der Mutter gestattete Reise in das Alpenland bildet einen Wendepunct in seinem Leben. Die herrlichen Ansichten, die sich dem fünfzehn» jährigen Jünglinge auf seinem Zuge in die wundervolle GebirgSwelt erschlossen, reiften in ihm den Entschluß, Landschaft«, maler zu werden. Auf dieser Reise ent» warf R. zahlreiche Skizzen, zeichnete Menschen und Thiere, und schon damals mit Vorliebe Hunde. Noch sind zwei Momente dieser ersten Künstlerfahrt be- merkenöwerth. Auf seiner Heimreisebefand sich R. am 23. März 1819 in Manheim. an welchem Tage Koßebue durch Sand ermorde! wurde. Dann auf der Donaufahrt nach Wien, welche er auf einem Flosse mitmachte, scheiterte durch Ungeschicklichkeit de« Steuermannes das Floß und R., ein tüchtiger Schwimmer, rettete nicht nur siin eigenes, sondern auch daS Leben zweier, des Schwimmen« unkundiger Reisegefährten. AlS er in Wien ankam, wurde es ihm mit der Kunst Ernst, aber nicht mehr die Akademie, sondern die Beloedire.Gallerie besuchte er und studirte daselbst mit beharrlichem Fleiße vor Allem die italienischen Meister. Im Jahre 1826, damals 21 Jahre alt, stellte er in der IahregauSstellung bei St. Anna sein ersteS Werk aus: „Kunz von der Rosen will den Kaiser Max auS seiner Haft befreien". Dieses Bild machte den Namen deS Künstlers in weiteren Kreisen bekannt. EineS Tages trat der Kammerherr deS Erzherzogs Maxi mi» l ian d'Este in die Schenkstube der Witwe Ranf t l und fragte nach dem Maler deS Bildes. Nun trat R., der bei starkem Besuche seiner Mutter immer noch in der Bedienung der Gäste aushalf, mit dem grünen Sammtkäppchen und der blauen Schürze, wie sie die Wirthe zu tragen pflegen, vor den Kammerherrn und stellte sich als den Gesuchten vor. Der Kammeiherr war nicht wenig er- staunt, den Maler in dieser Situation anzutreffen und beschied ihn für den folgenden Vormittag zum Erzherzoge. Ranf t l fand sick bei demselben ein und der Erzherzog empfing ihn mit den Wor- ten: „Ich habe Ihr Bild in der Aus» stellung gekauft und Ihnen den doppelten Netrag dessen, wa« dafür verlangt wurde, angewiesen. Ich that das, weil ick glaube, daß man Ihr Talent unterstütze» muß und ich von Ihnen hoffe, daß Sie dem Vaterlande als Künstler Ehre machen weiden." Die Hoffnung des kaiserlichen Prinzen hat sich erfüllt. Ein anderes Bild
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Prokop-Raschdorf, Band 24
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Prokop-Raschdorf
Band
24
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1872
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
450
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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