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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24
Seite - 330 -
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Nanftl 330 Nanftl aus dieser Zeit: „Der wahnsinnige Tasso betrachtet sein Schwert" wurde von einem Kunsthändler um eine geringe Summe dem Künstler abgekauft und um hohen Preis als Werk eines alten italienischen Meisters dem Fürsten Eszterhä, zy ver° kauft. Gin drittes „Kaiser Max betrach- tet seinen Sarg" wurde für ein Werk von Danhauser verkauft. R. malte nun fleißig, namentlich viele Porträte und einen CykluS von sechsundzwanzig klei» neren Bildern, meistens Scenen auS dem Leben des Kaisers Maximilian I., dessen bewegtes Leben reichen Stoss für künst> lerische Darstellung bietet. Indessen er> wachte in R. wieder die Lust zu reisen und im Jahre 1826 unternahm er eine Künstleifahrt nach Moskau, wo er bald als Porträtmaler so große Beschäftigung fand, daß er über ein Jahr dort bleiben mußte und manchen Tag drei bis vier Sitzungen hatte. Im nächsten Jahre be» gab er sich nach St. Petersburg, wo er die Bekanntschaft mit Schukowsky, dem Erzieher des Großfürsten und Lehrer der Kaiserin machte, Eingang bei Hofe fand, viele Porträte, dann die ersten als Gefangene nach Petersburg gebrachten Tscherkessen für die Kaiserin malte, und auch mit dem Dichter Puschkin bekannt wurde, für dessen Dichtung „Eugen Onegin" er sechs Zeichnungen ausführte. Nach einem viermonatlichen Auftnthalte in der Newastadt kehrte er nach Moskau zurück, welches er aber in Folge eines LiebeShandels mit einem Mädchen aus vornehmen Hause, welcher entdeckt wurde, rasch wieder verlassen mußte, um Verfol» gungen zu entgehen. R. kehrte nun nach Wien zurück. Daselbst erhielt er nun die Bestellung auf ein großes Altarbild für die Kirche zu TotiS. Er malte den „H. Augustin mit dem Engel mit der Muschel", welches so großen Beifall fand, daß er sofort einen Ruf nach Warasdin in Croa» tien erhielt, um für den dortigen Comi» tatsfaal die lebensgroßen Bilder von 48 Königen zu malen. Während er mit die» ser Arbeit beschäftigt war, wandelte ihn die Lust an, den Carneval in Trieft zu sehen. Mit einer ansehnlichen Summe ausgerüstet, kam er in das vor Trieft gelegene Planina an, gerieth aber unter Spieler, und verlor seine ganze Barschaft. Nichtsdestoweniger setzte er — jedoch jetzt zu Fuße — seine Reise nach Trieft fort, wo er in der frugalsten Weise den Car» neval verlebte, und endlich einen Freund traf, der ihm Geld lieh, damit er nach Warasdin zurückkehren konnte. „AuS Buße", so sagte er selbst, malte er nun für das dortige Kapuzinerkloster cine „Mutter GotteS" als Himmelskönigin und den „Traum des h. Joseph" als Fron» tispizbild. Ueber den komischen AuSgang einer Liebesgeschichte, in die er dort wider Willen hineingezogen wurde, berichtet L. A. Fr an kl in dem in den Quellen bezeichneten Feuilleton, welches nach den Mittheilungen Ranft l 'S niedergeschrie» ben ist. Im Herbst 1831 kehrte der Kunst» ler nach Wien zurück, wo er nun eine ungemein große Thätigkeit entfaltete und um bei der großen Fruchtbarkeit seiner Phantasie die Arbeiten rascher zu vollen- den, Vieles in Aquarell und dann kleinere Genrebilder malte. Eben diese letzteren aber mit seinen trefflichen Hundebildern machten ihn berühmt. Ein ausführlicheres Verzeichniß seiner Arbeiten folgt S. 331 bis 333. Da viele seiner Bilder außer Landes, viele wieder in Privatbesttz sind und ein von dem Künstler angefertigtes Verzeichniß nicht vorliegt, so können nur jene Werke verzeichnet werden, welche sich in Ausstellungen befanden, oder in grö> ßeren Gallerten und zugänglichen Privat» sammlungen vorkommen. Mit dem be>
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Prokop-Raschdorf, Band 24
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Prokop-Raschdorf
Band
24
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1872
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
450
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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