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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Prokop-Raschdorf, Band 24
Seite - 340 -
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Nank 340 Nank reiste R. dahin und lebte mm dort mit lite. rarischm Arbeiten beschäftigt. Es entstan- den daselbst das „poetische Reisealbum", die „Schillerhäuser«, der Volksroman „Achtspännig", mehrere größere und klei- nere Erzählungen, dann redigirte er das r>on ihm begründete Weimarer Sonntags» blatt und schrieb für die Ausgsburger AllgemeineZeitung unterdemZeichens, unpolitische Korrespondenzen, ferner auch den interessanten Bericht über den Fäl» schiingöproceß Schiller'scher Handschrif» ten. Bis zum Jahre 1889 blieb R. in Weimar, im genannten Jahre übersiedelte er nach-Nürnberg, wo er wahrend eines zweijährigen Aufenthaltes das Schau» spiel „Unter fremder Fahne" beendete, welches an zwei Abenden hinter einander am dortigen Theater mit Beifall gegeben wurde, vornemlich aber mit der Durck» ficht seiner sämmtlichen Schriften, welche in eine neue Gesammtausgabe zusammen» gestellt wurden, sich beschäftigte. Bei die» ser neuen Ausgabe ging R. mit strenger Kritik gegen sich selbst vor und sowohl ganze Werke, wie stylistische Schwächen, wurden gründlich beseitigt. Aber von dieser Selbstkritik nehmm die sich selbst immer abschreibenden Literaturhistoriker — namentlich die Norddeutschen — keine Notiz. So citirtder HerrIulian Schmidt in jeder neuen Auflage seiner Oesterreichs Dichter und Schriftsteller theils mißhan- delnden, theils nicht beachtenden Literatur» geschickte Stellen auS Rank's Schriften, die schon seit einem Iahrzehend in den- selben nicht vorkommen. l^ Wenn doch Herr Julian Schmidt an Lassalle'S Kritik seiner Literaturgeschichte in jenen traurigen Augenblicken gedächte, in denen er unö Oesterreicher mißhandelt!^ — Ebenso erbt sich in Bezug auf Rank das Schlagwort „Nachahmer Auer» bach's" wie eine ewige Krankheit fort. Niemand beachtet die Thatsache, daß Rank seine ersten originellsten Werke jchrieb, ohne von Auerbach eine Ah. nung zu haben, was sich aus einer nur oberflächlichen Prüfling der Schriften beider Autoren von selbst ergibt. In Nürnberg redigirte R. ein Jahr lang den „Nürnberger Kurier", ein von einer Anzahl reicher liberaler Bürger subven> tionirtes Blatt. Im Jahre 4861 konnte R. endlich einen schon längst gehegten Wunsch, seine Uebersiedlung nach Wien verwirklichen, wo er zuerst längere Zeit ständiger Mitarbeiter der „Oesterreich,- schen Zeitung" war, dann aber die Stelle — anfänglich provisorisch — eines Di» rections'Secretärs des k. k. Hosopem. theaterS erhielt, welche er seit April 186ü definitiv bekleidet. Zugleich wurde ihm der Auftrag an der k. k. Hofopernschule die in den Statuten vorgeschriebinen Vor» träge über Aesthetik, Geschichte und die dahin einschlagenden Gegenstände zu hal» ten. Auch in Wien setzt N. seine literari« schen Arbeiten fort und sind in dm letzten Jahren verschiedene größere und kleinere Werke, darunter „Aus meinen Wände» jähren", „Steinnelken" und mehrere Er» zählungen in dein Sammelwerke „Album» Bibliothek deutscher Original»Romane" erschienen. Nank hat, je nachdem die Lotterie daö Kritikeramt übte, die per» schiedensten Beurtheilungen erfahren. Die Schlichtheit und der gerade Weg, auf dem sich der junge Mann aus dem Volke durch sein Talent emporarbeitete und unuerdröffen schuf, wollte Vielen nicht einleuchten und er wurde mit maßloser Ungebühr von den Kläffern angebellt. Die ruhige sachverständige Kritik bezeich» net ihn jedoch als einen vorzüglichen Novellisten, als einen ungewöhnlichen Natur» und Sittenschilderer, der neben Auerbach seine Stelle behauptet und
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Prokop-Raschdorf, Band 24
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Prokop-Raschdorf
Band
24
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1872
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
450
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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