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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Rasner-Rhederer, Band 25
Seite - 292 -
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Venn 292 Nenn verschmähte Renn ungeachtet seines Nothstandes, ebenso, als eine Officin zugleich mit einer ihm angebotenen Braut zu erwerben. Sein Klagenfurter Gastfreund, der Landschaftsecretär Kar v. Tschabuschnigg, brachte ihn jetzt als Praktikanten in ständische Dienste' Renn wurde bald darauf mit Führung deS EinieichungSprotokolls betraut, und da er sich auch im Conceptfache sehr brauch bar erwies, später in den Rathsitzungen als Schriftführer verwendet, und nach dem Umschwünge der Dinge im I . 1848 zum provisorischen Secretär ernannt. Paul Renn hatte in dieser Weise endlich einen sicheren Hafen erreicht; er lebte zu Klagenfurt in gemüthlicher Behag lichkeit und war in der Lage, sich auch Reiseausftüge, nach der Residenz, nach Oberitalien u. a. zu vergönnen. Die Freundschaft mit dem Sohne seineS Wohl' thäters, mit Adolph Ritter u. Tscha buschnigg, übte mächtigen Ginfluß auf Renn'S zu weiches, jeder That. und Willenskraft banres Gemüth. Und so lange der Freund in Klagenfurt weilte, war AlleS gut. Als aber Ritter von Tschabuschnigg im Jahre 1834 nach Grah übersiedelte, war eü auch um Renn, der nun allein, verlassen dastand, geschehen. Er ermattete in seinem Be» rufe. und dieß um so. mehr, als er deß» halb gerügt wurde. Endlich verlor er ganz und gar nlle Arbeitslust und Kraft, suchte letztere, wo nur Aufregung zu finden war, und erschlaffte endlich ganz. Er starb zu Klagenfurt an der Hirn» erweichung am 13. November 1860, gerade an dem Tage, an welchem die Landesregierung Kärnthens ihre Fun> ctionen einstellte. Ungeachtet seines em> pfänglichen, ja liebebedürftigen Herzens war er unvermält geblieben. Dieß ist der bescheidene, äußere LebenSlauf einer innerlich tief poetische.« Seele,' Renn huldigte seit seinem fünfzehnten Lebensjahre den Musen; er war der Kunst gegenüber allerdings mehr eine empfängliche als eine hervorbringende Natur. AlS ihm, fast noch als Knaben. Schil ler'S Gedichte daS erste Mal in die Hand sielen, war er vom Kusse deS Ge- niuS wie berauscht', er blieb damals selbst für seine Familie einige Tage unsichtbar. Die Gedichte an Laura narkotisirten ihn völlig. Die gleiche Neigung zur Dichtkunst stiftete zwischen ihm und Adolph von Tschabuschnigg schon in derKinderzeitdas erwähnte Freundschaftg. bündniß, das durch alle wechselnden Ver. hältnifse bis zu Renn's Tode nachhielt. Tschabuschnigg setzte auf seinem Fa> milienbegräbnißstätte zu Klagenfurt dem Freunde ein Denkmal auf dem unter Weiden eine Strophe von Renn zu lesen ist.- „Unsere Liebe weiht der Tod ein. Laura. I Und die Thränenweiden, auf unser Grab sich senkend, > Uebersilbert daS Mondlicht, daß sie steh'n wie j Vlü> hende Myrthen". Renn sing frühe an, Gedichte zu schreiben, die an einfacher Innigkeit, naturwüchsiger Anmuth sich mit den Erzeugnissen mancher berühmten Feder vergleichen dürfen. Auch in der erzählenden Prosa versuchte er sich und schrieb einige kleine, reizende Phantasie» stücke und Humoresken, als: „Ponte di Vrenta", „Aus dem Leben eines Pro» ectoiS" u. a. Die „Carinthia", der Gratzer „Aufmerksame", die Lember« ger „Mnemosyne" und die damaligen belletristischen Wiener Journale brachten viele derselben, noch mehrere die kleine ren Almanache, insbesondere die im Ver» läge bei Pfautsch erschienen. Pfautsch und Voß verlegten im Jahre 1880 auch,, seine .Gedichte'. Sie haben die große Tour durch Deutschland nicht gemacht,
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Rasner-Rhederer, Band 25
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Rasner-Rhederer
Band
25
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1868
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
446
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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