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als Leiter vor. Zugleich bekleidete er die Stelle
eines Bankcensors. Er starb !m August 1831
zu Deutz bei Löln auf der Reise nach Lon>
don. Ueber seinen Sohn Franz Thaddäus
siehe weiter unten s.Nr. 3^ — 2. FranzX 's
Bruder Ka«l Ferdinand (geb. zu Trieft
im Jahre 1800, gest. ebenda 23. October
18?2) hat sich zugleich mit seinen beiden an<
deren Brüdern an dem Geschäfte des Vaters
betheiligt, so lange Franz Xaver lebte,
dieselben meistens im Auslande besorgt. Nach
dessen Tode trat er als Afsocis deö Vaters
in Trieft ein. In Anerkennung seines patrio»
tischen Verhallens, welches er bei allen
Gelegenheilen, die sich darboten, bethätigte,
wurde er zugleich mit seinem jüngsten Bruder
Constantin im Jahre 1829 in den Frei»
Herrnstand erhoben. — 3. Dieser Neiden Neffe
Franz Thaddäus Freiherr v. Reyer (geb, zu
Trieft 24. October l824), der einzige Sohn
des Franz Xaver u. R., trat, nachdem er
in Wien eine sorgfältige Ausbildung erlangt,
im Jahre l846 als Actuar des österreichischen
Generalkonsulates in Leipzig in den laiserl.
Staatsdienst. Im Jahre 184? wurde er zum
Gesandtschafts'Eommie in Dresden ernannt,
und hat daselbst während des Mai>Aufstan>
des 18« Proben von Muth und Umsicht
gegeben. Später versah er bei den Gesandt-
schaften zu Verlin, Hannover und London bis
«83! die Geschäfte eines Legationssecretärs,
wurde im Jahre 188t Honorar'Legations'
Secretär, welche Stelle er in Anbetracht der
finanziellen Lage des , Staates durch acht
Jahre unentgeltlich versah. I m Jahre 1832
wurde er als Geschäftsträger zu Frankfurt
a. M. und Nassau, im Jahre <853 in gleicher
Eigenschaft zu Kopenhagen verwendet. Im
Herbste lsää kam er nach Constantinopel,
wo ihm der kaiserliche Internuntius den
Vorsitz und die Leitung der daselbst befind,
lichen Schule und zugleich die Reorganisation
dieses für Oesterreichs Interessen im Orient
so wichtigen Institutes übertrug, deren Fonds
er mit einer bedeutenden Summe bereicherte.
Zugleich unternahm er ausgedehnte Reisen
nach Egypten, Palästina, Syrien, und mit
den daselbst erzielten wissenschaftlichen Samm»
lungen bereicherte er dcn historischen Verein
von Kärnlhen, der Heimat seines Vaters,
deren Lanbstand er ist und in welchem er
die Güter Toggenbrunn und St. Georgen
am Sandbof besitzt. I n Rücksicht der Ver<
dienste seines Vaters, seiner Oheime und
seiner eigenen wurde « mit Diplom 66». 28. November 1859 in den österreichischen
Freiherrnstand erhoben.
Wappen der Freiherren von Ntytr. Ein
von Rolh und Blau quergetheilter Schild.
Im oberen rothen Felde ein auf der Thei,
lungslinie einherschreitender rechtsgelehrter na»
türlicher Reiher. Im unteren blauen Felde
ein dreimastiges Kauffahrteischiff mit rothen
Wimpeln und einer weihen, mit einem
rothen Kreuze durchzogenen Flagge, mit vol>
len Segeln auf offener See steuernd. Auf
dem Schilde ruht die Freiherrnkrone, auf
welcher zwei gekrönte Turnierhelme sich erhe»
ben. Jede der beiden Helmtconen trä>;t einen
offenen schwarzen Adlerflug, welchem auf
jener zur Rechten ein natürlicher Reiher, ein>
wärt« gewandt, und auf jener zur Linken
ein goldener Stern eingestellt ist. Helm«
decken. Jene des rechten Helms sind roth,
»jene des linken blau, allseits mit Silber
unterlegt,
RelMer, Emil (Maler. geb. zu
Nieder»Ingelheim in Rhein-Heffen
-li. December 1837). Sein Vater war
Kaufmann. Emi l sollte sich nach been-
detem Gymnasium an der Darmstädter
Gewerbeschule einem technischen Fache
widmen, ging jedoch daselbst unter der
Leitung von Luka S und des Gallerie^Di»
rectoiS Seeger zur Malere! über. Er be»
suchte die Kunstschule in Karlsruhe, sowie
die Akademie zu München, woselbst er mit
seinem Bilde »Aiickkelir dr« unlurenen Sahne«'
auftrat (daselbst imPriuatbesitze). Hierauf
folgten eine „Zrenl nuZ bcm tmyenzcheii-Gl'
birge". Landschaft mit Figuren, ausgestellt
im Münchner Kunstverein, angetauft
von dem Kunsthändler Del Vecchio in
Leipzig, und eine „Mzsenbe Nlagdalenn",
welches Bild (»/^ Zebensgröße) die Kritik
besonders günstig aufnahm und das sich
nun in München im Privatbesihe besin»
det. Von mehreren anderen Bildern auS
dieser Zeit, Landschaften mit Figuren,
Architectuistücke mit Landschaft u. s. w.,
ging daS Bild: „Nm Nrnnnen" in den
Besitz deS Dr. Alex. Du Mont in
Mainz über. I m Jahre 1868 übersiedelt»
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rasner-Rhederer, Band 25
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rasner-Rhederer
- Band
- 25
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1868
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 446
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon