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hervorragende Stelle ein. Er ist der gegen,
wärtige Chef des Hauses. Herr auf Woykau
und Blahotitz im Bercnmer Kreise in Böhmen,
k. k. Kämmerer, Ehrenrittec des Iohanniter«
Ordens, Landtags«Abgeordneter und in der
Session i86i u, f. Mitglied des Abgeordne
tenhauscs des österreichischen Neichsrathes
Aus seiner Ehe mit Auguste von Lukasich
bat er vier Töchter; — sein Bruder Anton
war Ossicier im 2. Uhlanen-Regimente, trat
aber später aus der Armee und ist gegen»
wärtig Gutsbesitzer in Ungarn; — der dritte,
Adolph, war im Jahre <869 Rittmeister in
der kais. Armee. Alles Ucbrige ist aus der
Stammtafel ersichtlich.
Wappen. I n Blau drei silberne Muscheln
— 2 über l. Auf dem Schilde ruht die Frei-
herrnkrone, auf welcher sich drei. gekrönte
Turnierbelme erheben. Aus der Krone des
mittleren Helms wächst ein römischer Kriegs«
mann mit golden geschupptem Bruftharnisch,
weißen kurzen faltigen Aermeln, rothem kur-
zen Unterkleide, an der linken Hüfte an
blauem GeHange ein kurzes Schwert mit
goldenem Gefäße, auf dem Haupte einen
Stahlhelm mit rother Feder, in der Rechten
eine Lanze mit rothem Schaft, goldener
Spitze und ebensolcher rechtsabhängender
Quaste; am linken Arme trägt er einen stäh»
lernen, mit Gold schmal eingefaßten Nabeb
schild. Auf der Krone dcs rechten Helms
erheben sich zwei offene, mit den Sachsen
gegeneinander gekehrte blaue Adlerfiügel, beide
mit den drei silbernen Muscheln, wie im
Wappenschilde, belegt. Auf der Krone des
linken Helms steht ein grüner Palmbaum,
dessen Gipfel mit einem rothen Steine be>
laden ist. sDalmbaum und Römer sind die
Bilder des Niese'schen, die Muscheln jene
des Stallburg'schcn Wappens,^ DicHel M'
decken sind bei sämmtlichen Helmen blau,
mit Silber unterlegt.
Rieser, Michael (Maler, geb. zu
Schlittens in Tirol 6. September
1828). Von seinem Vater, einem armen
Schulleh.rer, erhielt R. die erste Erziehung,
dann besuchte er die Schule in dem be«
nachbarten Benedictinerstifte Fiecht und
zuletzt die Hauptschule in Schwaz. Da
zu weiterem Schulbesuche die Mittel
fehlten, sollte R. die Handlung erlernen,
und kam zu diesem Zwecke, nachdem er 13 Jahre alt war, zu seinem Onkel
Johann Rieser, der als Handelsmann
in Danzig lebte. Es stand dem jungen
Manne, wenn er fich in diesen Beruf
gefunden hätte, eine glückliche Zukunft
bevor, aber Hang und Liebe zur Kunst
überwogen die Aussicht auf materielle
Vortheile, und so besuchte denn R. statt
des Kaufmanns'Comptoirs die Danzig er
Kunstschule und betrat dann,, nachdem
ihm sein Onkel für ein Jahr Unter«
stützung zugesagt, die eben nicht immer
rosige Laufbahn des Künstlers. Im Alter
von 20 Jahren begab er sich nach Mün-
chen, wo er in den Jahren 1848 bis
1830 an der dortigen Akademie der
bildenden Künste arbeitete. Indessen ge>
wann ihm sein Talent mehrere kunst»
sinnige Freunde, durch deren weckthatige
Beihilfe es ihm ermöglicht ward. seine
Studien an der Wiener Kunstakademie,
wohin er sich im Jahre 1882 begab,
fortzusetzen. Dort trat er in die Fach»
schule des Directors Christian von Ru»
ben und kam bald in die Lage, durch
einige Arbeiten, die er verkaufte und ihm
auch ein Stipendium eintrugen, sich eine
selbstständigere Stellung zu verschaffen.
Neun Jahre arbeitete R. an der Akade«
mie in Wien und vollendete in dieser
Zeit, da er sich fast ausschließlich der
religiösen Historienmalerei widmete, viele
Altarbilder für mehrere Kirchen in der
Monarchie, von denen insbesondere zu
erwähnen sind: eine „HeiligeFamilie", im
Besitze Sr. kais. Hoheit des Erzherzogs
Franz Kar l , vier Altarbilder für den
regierenden Fürsten Alois Liechien«
stein, und ein großes Altarbild, dar»
stellend „Nie Gnnte Christi am Zllrbau", für
die Kirche zu Kladrub. I n Folge dieses
letzteren Bildes erhielt er auch im Jahre
1861 ein kaiserliches Reiseflipendium,
das ihn in die Lage versetzte, Italien,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Band 26
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rhedey-Rosenauer
- Band
- 26
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1874
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 436
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon