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druckt. Andere Arbeiten seiner Feder
befanden sich zur Zeit seines Ablebens in
den Händen seiner Freunde. Schon im
Jahre 4797 ist R. von der oberlausitzi
schen Gesellschaft der Wissenschaften in
Görlitz, im Jahre 1810 von der k. böh
mischen patriotisch-ökonomischen Gesell
schaft zum Mitgttede ernannt worden
I n seiner Stellung als Staatsbeamter
musterhaft, ist R. in Anbetracht seiner
tüchtigen volkswirthschaftlichen Kennt
niffe und Erfahrungen wiederholt nach
Wien zu wichtigen Commissionen in
Commerzangelegenheiten berufen worden
Erneuerte vaterländische Blätter für
den österreichischen Kaiserstaat (Wien, 4°.)
Jahrg. 1818, S. 473. — Annalen der
Literatur und Kunst des In» und Auslandes
(Wien, Doll, so.) Jahrg. 1810. Bd. II,
S. 108. — NeueAnnalen der Literatur des
österreichischen Kaiserstaates (Wien, Doll,
4«.) I I . Jahrg. (1808). Bd. 1, Intelligenzbl.
Juni, Sp. 239. — Oesterreichs Pan
th eon. Gallerie alles Guten und Nützlichen
im Vaterlande (Wien 1831. M. Chr. Adolph,
8«.) Bd. IV, S. 109.— Oesterreichische
National<Encyklopädie von Grösser
und Czikann (Wien 1836. Bcck. b».)Bd. IV,
S. 4U1.
Röster, Joseph (Tonsetzer, geb. zu
Schemnitz in Ungarn imI. i7?3, n. A.
4774, gest. zu Prag am 28., n. A. am
29. Jänner 1812). Er erscheint auch hie
und da, so z.B. bei Dlabacz, mit einem
doppelten s, Rößler, geschrieben, was
unrichtig ist; auch geben Einige Prag in
Böhmen statt Schemnitz in Ungarn als
seinen Geburtsort an, jedoch ist er von
dem berühmten Franz Anton Roß-
ler, der unter dem Namen Rosett i
so berühmt geworden und dessen Lobens-
skizze auf S. 230 mitgetheilt ist, wohl zu
unterscheiden. Joseph R. war Beam<
tenssohn, sein Vater war k. k. Bergrath
und später Gubernialrath in Prag. und
der Sohn erhielt von seinem in der Musik kundigen Vater den ersten, doch gan;
unzulänglichen Unterricht in derselben.
Dabei besuchte er die Gymnasialclafsen
und beendete die philosophischen Studien
in Prag, fand aber bei seiner vorherr-
schenden Neigung zur Musik keine Freude
am Sludiren. Auf das hin gab er es
gegen den elterlichen Willen auf und
widmete sich ohne Unterstützung ganz
der Musik, und da ihm die Mittel, den
Unterricht eines Meisters zu genießen,
fehlten, studirte er steißig Schriften und
Partituren großer Meister, so daß er sich
ganz als Autodidakt fortbildete. Zugleich
übte er fortwährend daS Clavierspiel.
worin er sich ebenso durch Fertigkeit wie
Anmuth im Vortrage auszeichnete. Im
Jahre 1793 wurde er Claviermeister, nach
Anderen Orchesterdirector bei Guarda«
so n i's Operngesellschaft in Prag, welche
Stelle er aber nach ein paar Jahren
wegen Unzufriedenheit mit den dortigen
Verhältnissen wieder aufgab. Er nahm
nun einen Ruf an das Wiener Hof»
Operntheater an, das unter Peter Frei-
Herrn von Braun's Direction stand
und an welchem er durch zehn Jahre als
Capellmeister thätig war, worauf ihn
der große Musikfreund, der kais. Feld-
marschall Joseph Fürst 3 obkowi tz
^Bd. XV, S. 347^ alö Director seiner
Hauscapelle in seine Dienste nahm. Sein
gehaltvolles Spiel und seine gefälligen
Composltionen erwarben ihm den Bei«
fall und die volle Neigung dieses in
Wiens Musikgeschichte oft genannten
Macens. Im Hause des Fürsten hatte
R. vollauf Gelegenheit, durch sein unge<
wohnliches Musiktalent, den Beifall der
Kenner und Meister in seiner Kunst ein»
zuernten. Aber schon im Jahre 1810
erkrankte R. auf einer Reise, die er
mit seinem Gönner dem Fürsten nach
Raudnitz in Böhmen gemacht. Kaum
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Rhedey-Rosenauer, Band 26
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Rhedey-Rosenauer
- Band
- 26
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1874
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 436
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon