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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sax-Schimpf, Band 29
Seite - 231 -
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Seite - 231 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sax-Schimpf, Band 29

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Scheuer 231 Scheuer und dem Namen des Autors zu fahnden. Der dem Verfasser befreundete Baron Cotta warnte Scherzer brieflich, vor« sichtig zu sein. forderte ihn aber gleich- zeitig auf, nur recht fteißig mit seinen interessanten Mittheilungen fortzufahren. Die von S. in jener Zeit in den Sitzungs« berichten der mathem.>naturw. Classe der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften veröffentlichten Arbeiten hatten die Auf. merksamkeit des damaligen Finanzmini- sters Freiherrn von Brück auf den Ver- fasser gerichtet. Dieser, noch immer unter den Eindrücken deS Kriegsgerichtes lebend, war nicht wenig erstaunt, als er im Jahre 1836 eines TageS die Einladung zum Finanzminister erhielt. S., in der Meinung, es sei ein Irrthum, ließ noch» mals anfragen, ob nicht eine Personen« Verwechslung stattfinde und vielleicht fein Bruder, der Kaufmann, gemeint sei. Baron Brück empfing S. auf das Wohl« wollendste. Auszeichnendste und frug ihn: ob er nicht geneigt wärs, die Fregatte „Novara" auf ihrer bevorstehenden Reise um die Erde zu wissenschaftlichen Zwecken zu begleiten, sowie, auf welche Puncte im Interesse der Wissenschaft und deS Handels der Besuch der Fregatte aus« gedehnt werden solle? Baron Brück hatte eine Weltkarte vor sich und begann eine längere Unterredung. Als S. im Verlaufe derselben meinte, eS wäre wohl am zweckmäßigsten, wenn er seine Ansichten in einem Memoire zusammenfaßte und dem Minister überreichte, willigte Baron Brück ein und drei Tage später hatte S. seine Denkschrift übergeben. Baron Brück schickte dieselbe an Se. kais. Hoheit Erzherzog Fe rd inand Max, damali- gen Marine-Obercommandanten, nach Dresden, wo sich eben der Erzherzog anläßlich der Vermälungsftierlichkeiten seines Bruders deS Erzherzogs Kar l Ludwig, befand. Eine Woche spätcr erhielt S. die Aufforderung, sich zu Erz« herzog Ferdinand Max nach Triest zu begeben. Der Prinz empfing S. mit den Worten: „Sie werden nun eine in- teressante Reise machen". — „DaS hängt ganz von der Gnade Euer kais. Hoheit ab, ob die von mir gestellten Bedingun- gen auch bewilligt werden", erwiederte Scherzer. Nach einer kurzen Unter» redung sagte der Erzherzog zu S.: kehren Sie nun nach Wien zurück und sprechen Sie mit dem Finanzminister. Ihre Forderungen find im Vorhinein bewilligt". Sie waren eben sehr beschei« den. da Scherz er nur das Wissenschaft- liche Interesse im Auge hatte. Er erhielt einen jahrlichen Gehalt von 3000 fl., freie Verköstigung an Bord und Consuls. rang mit dem Rechte zum Tragen der entsprechenden Uniform. Vor seiner Ab» reise besuchte S. noch München und Ber- lin, um sich mit den hervorragendsten Gelehrten über die wichtigsten zu lösenden Aufgaben zu besprechen. Liebig , Mar- t ins, Karl Ri t ter , Alex. von H um> boldt schenkten dem österreichischen For- scher die größte Theilnahme. Humboldt widmete S. mehrere Tage zu wissen« schastlichen Besprechungen und anerkannte dessen rühmliche Bestrebungen im „Kos- mos" (IV. Band) auf die ehrendste Weise. Am 30. April 4837 ging die Expedition unter Segel. Am 2. August 1839 kehrte sie wieder zurück. Sie hatte während dieser Zeit 298 Tage vor Anker und 531 Tage unter Segel zugebracht und im Ganzen einen Weg von 51.686 Seemeilen zurückgelegt. Die großartigen Leistungen und Erfolge der Erpedition sind welt- bekannt. Der von Scherzer bearbeitete, auch in englischer und italienischer Sprache erschienene beschreibende Theil der Expedition hatte einen in der Geschichte
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sax-Schimpf, Band 29
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Sax-Schimpf
Band
29
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1875
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
374
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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