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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31
Seite - 154 -
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Seite - 154 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31

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Schönfeld Bei dem Haupteingange des Gartens sieht man auf einem prächtigen Piedestal den zwischen den Pragern und Zi^ka geschlossenen Friedensschluß vorgestellt, nebst dem Steinhaufen, womit er lMka) den Störern desselben dm Untergang drohte". Die Aufhebung so vieler Klo» ster, Kirchen und Capellen zu Prag und auf dem stachen Lande brachte damals eine Unzahl von Kunstgegen» ständen, Bildern und Büchern verschie. denen Werthes um einen Spottpreis zum öffentlichen Verkaufe. Ehe Künstler und Kunstfreunde des Auslandes zu rei» cher und wohlfeiler Beute nach Böhmen kamen, war man mit der Uebeifülle der Kunstwerke, die so spottbillig zu haben waren und für deren Würdigung der Sinn in der Heimat erloschen schien, so schleuderhaft umgegangen, daß eö nichts Seltenes war, eine Oebstlerin oder einen Trödler in einer Bude sitzen zu sehen, deren Wände und Decke aus alten Kir» chenbildern oder aus Porträten von Aebten und Aebtisfmen zusammengestellt waren. Bald daraus geschah eS, daß in einer verhängnißvollen Uebereilung die nicht gewürdigten und neben einigem Plunder eine Masse werthvoller Kunst» gegcnstände und Alterthümer enthalten» den Reste der berühmten Kunstkammer Ruoolph's I I . aus einigen unterirdi- schen Gewölben der Prager Burg, wohin man sie bei der preußischen Belagerung im Jahre 1787 salvirt hatte, in den Burghof geschafft und dort am 4. Mai 1782 an den Meistbietenden versteigert wurden. Einige wenige Trödler waren diese Auctionirenden. Welche werthvolle Gegenstände bei dieser Gelegenheit uer» schleudert und für immer verloren wur> den, läßt uns daS einzige Beispiel deö Torso des Ilionäus ahnen. Dieses Herr» liche antike Werk, jetzt die Zierde der Schönfeld Münchener Glyptothek, wurde von den, Trödler Zebräk, vul^o Laudon, um 48, sage fünf und vierzig Kreuzer erstiegen! Der Ritter von Schönfeld hielt unter den Trödlern eine reiche Nach» lese und brachte Vieles auS der Rudolphi. nischen Kunstkammer und auS den auf. gehobenen Klöstern an sich und stellte eine Kunst» und Euriositätenkammer zu» sammen, welche bald unter dem Namen deS „Schönfeld'schen Museums" einen bedeutenden Ruf erhielt. Sinn für Alter» thum und Kunst muß man dem Ritter von Schönfeld nachrühmen, aber das eigentliche Ve rs tändn iß fehlte ihm, ebenso die nöthige Gewissen» ha ft igkeit, wie die auS alten Eancio» nalen und Manuscripten herausgeschnit» tenen Miniaturen und die gewagte Be> stimmung und willkürliche Benennung einzelner Piecen noch heute beweisen. Die bekannte Geschichte mit den angeb» lichen Templerzeichen in den Fenstern deö Annahofes, welche Schön feld selbst malen ließ, muß den Besucher und Schätzer des Schön feld'fchen Museums zur Schärfung und Spannung seines kriti» schen AugeS ermähnen. Anfänglich war auch ein großes böhmisches, später allge» mein österreichisches Adelsarchiu und die Publication desselben im Plane. Schön» feld selbst gab auf Grund seiner Urkun» densammlung: „Mnimaliln M liiPlnlnnti- «chen Genenlllgie dez Adel» üer Ü5ltrnichi«chen Monarch!!" (Prag 1812) heraus. Nin anderes Unternehmen, dessen Titel mir entfallen ist, ging mit dem 1. Bande ein. Im Jahre 1799 übersiedelte Ritter von Schon feld sein ganzes Museum von Prag nach Wien, wo eS zur allgemeinen Besichtigung aufgestellt und von vielen hohen und höchsten Herrschaften besucht ward. Während des Wiener Eongresfes im Jahre 18l8 erhielt S., der auch zu.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Band 31
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schnabel-Schrötter
Band
31
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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