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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31
Seite - 215 -
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Seite - 215 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schnabel-Schrötter, Band 31

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!, Wenzel des Wiener Volkstheaters aufging, besser, ten sich doch deßhalb seine nicht zu günstig bestellten materiellen Verhältnisse nicht im Geringsten. Car l verstand es, das schüchterne Wesen des Komikerg, der sich überdieß aus seinen früheren, nichts we- niger denn glänzenden Engagements in bedrängter Lage befand, gehörig auszu> beuten, und Scholz bezog vom Antritte seines Engagements im Jahre 1828 bis zum Jahre 1849, also durch einund- zwanzig Jahre, während welcher Zeit er eben durch sein Spiel dem Director hun» dert und hundert Taufende eingebracht, eine Iahresgage von Sechszehnhundeit Gulden. Im September 1833 richtete Scholz wohl an Car l ein Schreiben, worin er ihm feine Lage vorstellte und ihn um Erhöhung seiner Bezüge bat. Car l ober lehnte einfach ab. Scholzens erstes Schreiben und das zweite nach der Ablehnung bringt die „Morgenpost" 1888. Nr. 79 u. 80. im Feuilleton. Beide geben einen tiefen Einblick in das Miftre der Theaterwirthschaft Carl 's, der Millionen bei feinem Ableben hin> terließ und seinem ersten Komiker die gerechte Forderung um Gagenerhöhung rücksichtslos abschlug. AuS diesem Brich wechsel entspann sich aber noch eine wei> tere Controverse. Scholz hatte in sei« nem zweiten Briefe eine Stelle gebracht, in der er „von Carl 's vielleicht sehr nahem Ende" sprach, und am Schlüsse noch geschrieben: „Ich führe Alles dieseS nicht an. Sie an Ihre Hand» lungen g<egen mich zu erinnern, sondern nur, um Ihnen die Gemüthsstimmung, in welcher ich Ihnen jetzt meine Dienste widmen muß, und meine Lage denkbar zu machen, woraus mich nur Gob tes Fügung (woran Sie zwar nicht glauben) durch einenGewaltstreich, mich oder Sie betreffend, ziehen i Wenzel. kann, was ich der Zukunft anheim stelle«. Der feige Carl klagte nun Scholz bei Gerichte auf Grund der vorerwähnten Stellen seine« Briefes an, daß er ihm nach dem Leben trachte. Scholz, und einem Menschen, und fel es ein Carl , nach dem Leben trachten! Die Geschichte ist komisch, aber wahr. Am 23. Februar 1833 erschienen Car l und Scholz vor Gericht. Scholz war begreiflicher Weist ebenso über das nichts, würdige Benehmen Carl'S gegen ihn, wie endlich über diesen Verdacht in höchster Erbitterung. Carl und Scholz wurden so heftig gegeneinander, daß der Commissär dazwischentreten und vermit> teln mußte, endlich wurde Scholz ruhi- ger und die,Sache ausgeglichen, nachdem Carl eine Gehaltszulage ausgesprochen hatte. I n Carl's Joche spielte Scholz ununterbrochen bis zu dessen am 14. August 1854 erfolgten Ableben. In der Zwi« schenzeit hatte er am 7. Mai 1831 das 23. Jahr seines Engagements bei Carl festlich begangen und von Seite seiner College« und deS PublicumS aus allen Ständen die herzlichsten Beweise der Theilnahme und seiner Beliebtheit em» pfangen. Director Car l aber, als wollte er sein unwürdiges Verhalten gegen S., der ein Vierteljahrhundert mit Nestroy vereint seine beste Zugkraft gewesen und ihm zu einem großen Theile jener Millionen verholfen hatte, die er hin- terlassen, einigermaßen gut machen, halte ihm. und zwar dem Einzigen unter seinen Schauspielern, in seinem letzten Willen eine lebenslängliche Pen> ston von jährlichen sechshundert Gulden' und für den Fall, daß er vor feiner Frau sterben sollte, dieser letzteren ein Witwett' gehalt von jährlichen dreihundert Gulden verschrieben. Eine neue, die goldene Zeit brach für S cho lz an. nachdem Nestroy
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schnabel-Schrötter, Band 31
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schnabel-Schrötter
Band
31
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1876
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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