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Dresden dort die ganze Familie des
Prinzen, nachmaligen Königö I ohann
und die als dramatische Dichterin be
kannte Prinzessin Amalie gemalt; in
Weimar den Großhcrzog Kar l Fried
rich, welches Bild von dem Hof-Kupfer
siecher Schwetdtgeburth in Kupfer
gestochen wurde; im Jahre 1844 den
König der Niederlande in Gouache, wo
für ihn der König mit einem Orden aus
zeichnete, und dann viele Prinzen und
Prinzessinm. Mitglieder des h. Adels
und sonst bedeutende Persönlichkeiten
Zu seinem eigenen Vergnügen hatte er
sich ein Album von Zeitgenossen angelegt,
in welchem die Berühmtheiten seiner Zeit
von ihm mit Bleistift ausgeführt waren.
Da seine Geschicklichkeit im Treffen eine
sehr große war, so besitzt dieses Album,
worin sich u. A. die Bildnisse von An»
dersen, Cornelius, Jacob Grimm,
Gutzkow, Mendelssohn, Metter-
nich, Ritter, Rückert, Schelling,
Thorwaldsen, u. A. befinden, einen
ebenso bedeutenden historischen als künst-
krischen Werth. Aber nicht blos Bild-
nisse, sondern nuch andere Bilder soll
S. mit ungemein großer Zartheit auS«
geführt haben. Zu dm Koryphäen der
Kunst und Literatur, welche zu seiner
Zeit am Weimarer Hofe lebten, wie z. B,
zu L isz t , Fr e i l i g ra th . Fürst
Pückler-MuSkau, Thoiwaldsen
u.A., soll S. in freundschaftlichen Be-
Ziehungen gestanden sein.
Franll (L. A, Di'.), Sonütagsblätler (Wien.
«°.) I.Iahr«, (t«42), S, L77. unter „Bun-
teS"; S. 7l>2: „Noch kein Nekiolon". -
Fremden. Blatt. Von Gustau Heine
(Wien, 4°.) 186V, Nr, ?4. — Zellner'«
Blätter für Musik, Theater«, s, w. (Wien,
kl, Fol.) <86ä. S. 84. — Meyer (I,),
Da« große Conuerfations.LexiküN für die gebil.
deten Stände (Hildburghauftn, Bibliogr. In<
stiiut, gi. 8».) Zweite Abth. Bd. VII, S. 1304,
Nr. 4. - Die Künstlet aller Zeiten und, Völker. Begonnen von Prof. Fr. Müller
fortgesetzt vonDr.KllrlKlunzinael (Stutt.
gart, Ebner u. Seubert, gi. 8».) No. III
S. 488. — Naaler (G. K. vr.), Neue«
allgemeines Künstler>Lexikon (München l«83
E. A, Fleischmann, 8«) Vd. XVI, S. 6.
Schramm, Stephan (Tonsetzer,
geb. zu St. Michael im salzburgifchm
Lungau 26. December 1821, gest. zu
Cork in Irland 11. November 1874).
Die erste Unterweisung in der Musik er»
hielt S. durch den Lehrer Ellmau»
thaler, einen noch in Thalgau leben»
den Musicus. Im Uebrigen blieb er
Autodidakt, nahm Lehr. und Musikwerke
zur Hand, bis er von Vlltsr Peter Sin»
ger, dem berühmten Orgelspieler-Monch
in Salzburg, Unterricht im Generalbasse
erhielt, den er in treuer, pietätvoller
Erinnerung als Ausdruck seines Dankes
und der Verehrung während der Anwe»
fenheit feiner Capelle in Salzburg im
Juni 1867 im Hoftaume deö Klosters mit
einem Ständchen überraschte. Dieselbe
Ovation brachte er Mozart vor seinem
Denkmale. Mit 20 Jahren zum Militär
abgestellt, trat er in daS salzburgische
39. Infllnterie>Negiment, damals Groß«
herzog von Baden, als Hautboist und
rückte zum RegimentS-Tambour, dann
zum Vicecapellmeister uor. Nach zehn»
jähriger Dienstzeit in Tirol und Ita>
lien kam er im November 1881 als
Kapellmeister zum zweiten Bataillon des
Tiroler Iägei>Reg!mmtS, im Mai 1884
aber in gleicher Eigenschaft in das
Z. Huszaren'Regiment Graf Radetzky.
Dort richtete er sein Augenmerk auf die
Pflege classischer Musil und auf die Her-
anbildung junger Soldaten, welche Ta-
lent für die Musik zeigten. Es gelang
hm, Mozart , Haydn.Beethoven.
Mendelssohn, Schubert, Cho-
Pin u. s. w. in der Reitercapelle und
dem Regimente einzubürgern, wie es
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Band 31
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schnabel-Schrötter
- Band
- 31
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon