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Arbeiten sind noch anzuführen: in den
tli6 I^innean 8a-
ok^onäon, im 6. Bande (1801):
", worin S. mehrere
durch Schönheit und besondere Form
ausgezeichnete Insecten Neuhollands be>
schreibt; — in den schon erwähnten Gil-
bert'schen „Annalen": „Ueber den Harn
der Eidechsen und die vermeintliche Harn»
blast der Amphibien" (1808. 1809 u.
1813); Reptilien bildeten einen Haupt»
gegenstand von S.'s Beobachtungen, fast
alle inländischen, aber auch viele auslan-
dische Arten im Freien und in Gefangen»
schaft unterzog er seinem sorgfältigen
Studium, weßhalb ihm die Wissenschaft
auch manches Neue und Zutreffende über
die heimischen Natrachier, besonders über
Fortpflanzung und Metamorphose der
Salamander, über den Farbenwechsel
des Chamäleons u. dgl. m., verdankt.
Von seinen übrigen Beobachtungen über
Thiere und thierisches Leben sind zu nen»
nen: seine Monographie über die öster»
reichischm Spinnen, welche er in Oester»
reich der Erste gesammelt, beobachiet und
wissenschaftlich bearbeitet hat, dann über
die Gattung VuM-estis und die Beschrei«
bung nebst Abbildung mehrerer neuen
ColobriS. Keine neue Erscheinung auf
naturwissenschaftlichem Gebiele blieb von
ihm unbeachtet; kaum waren z. B. The»
nard's und Gay Lussac's gelungene
Metallisirungen der Alkalien in Wien
bekannt geworden, sofort machte S. die-
sen Versuch und mit vollem Erfolge; er
wcir der Erste in Wien, derZamboni's
trockene galvimische Säule zur Bewegung
eines Pendels und Uhrwerkes iu Anwen-
düng brachte und darüber in Gi lbe rt'S
„Annalen" (I.V, 1817) mittheilte; auch
daS katadioptrische Mikroskop des Pro.
fefforö Amici erweckte seine Aufmerk. samkeit. und er berichtete darüber, wie
über den beobachteten Kreislauf deS Saf.
tes in einigen Pflanzen, in den schon
erwähnten Gi l bert'schen „Annalen"
(I.XVI, 1820) und in den „Wiener
Jahrbüchern der Literatur" (1819). Es
ist ein volles, der Wissenschaft ganz hin»
gegebenes Leben, daS sich uns in S. dar»
stellt. Schreibers kann als der eigent.
liche Gründer der heutigen kaiserlichen
Museen angesehen werden, denn waö
er im Jahre l806 bei Antritt seines
AmteS vorfand, waren lückenhafte, in
keiner Weise den an dieselben gestellten
Anforderungen entsprechend aufgestellte,
wenngleich durch ihren werthuollen In-
halt kostbare Sammlungen. Den geist!»
gen Hauch, das wissenschaftliche Leben,
daS ihnen erst den wahren Werth ve»
leiht, verdanken sie ihm. Schreibers,
war eine anregende und das, was er als
gut und fördernd erkannte, mächtig be»
uorwortende wissenschaftliche Capacität.
Außer seinem hervorragenden Antheile
am Inslebentreten der brasilianischen
Erpedition war er es, der die mineralogi»
schen Vortrage M o h s' veranlaßte, der die
Annalen des Wiener Museums gründete,
deren ephemere Dauer leider zu beklagen
und der manche» neuen Kämpen der W!s>
senschaft, die er selbst liebte, gewann. Groß
ist die Menge der gelehrten Vereine und
Akademien, welche S, den ihrigm nann»
ten, eS seien davon nur genannt: die kön.
Akademie der Wissenschaften zu München,
die kön. Gesellschaft der Wissenschaften zu
Göttingen, die kaiserliche Gesellschaft der
Naturforscher zu Moskau, die Akademie
der Wissenschaften zu Philadelphia und
wohl noch 30 bis 40 andere, deren Titel
wir auö der „Oesterreichischen National»
Encyklopädie" (Bd. IV, S. 893) erfcch-
ren können.
(Marschall, N, Fr, Gr,) Nekrolog des k, k.
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schnabel-Schrötter, Band 31
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schnabel-Schrötter
- Band
- 31
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 402
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon