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Schwediauer 348 Schweickhardt
Während seines kurzen Aufenthaltes in
Wien nach erlangter medicinischer Doctor«
würde besorgte S. die Uebersetzung eini-
ger «medicinischer und naturgeschichtlicher
Werke, und zwar Hugo Smi th 's :
„Kn^er Inbegriff üer heutigen praktischen Arznei-
KnnZt summt einem Anhange über tlie Mrknn-
gen nnd den Gebrauch iies AderlasZens. ZlnZ
dem Englischen mit Ansahen nnd Anmerknn-
gen" (Wien 1776. 8".), S. gab diese
' Uebersetzung nur unter seiner Namens«
chiffre heraus; — von G. Fordyce :
^Zntangzgrnnde des Äckerbanez nnd WaihZ-
thnmes iler Mauzen, nach tler 2. engl. Nusgalie
übersetst nnb nach den'neuesten mineralogischen
Grundsätzen ganz umgearbeitet und mit Ansätzen
vermehrt" (Wien 1777) — und von William
Cul len 's : „Znillngsgründe iier praktischen
ArznerjUlissenschatt. Zns dem Englischen" (ebd.
1777. 8".). Während S. in England
lebte, gab er ein periodisches Fachblatt,
betitelt: „^oreiZn. ineäioai KSvie-^v")
heraus, welches er zwei Jahre hindurch
anfänglich allein, in der Folge in Gemein«
jchaft mit Doctor Simmons unter dem
Titel: „Innäon rlikäioa.1 Journal" be>
sorgte. Noch schreibt man ihm nach«
stehende kleinere Schriften zu, eine in
englischer Sprache verfaßte Unterweisung
über die. beste Art, Fische einzusalzen,
dann eine Abhandlung über den Ur»
sprung des grauen Ambra und des söge«
nannten Leichenfettes, welche er in der
3ond,oner kön. Gesellschaft der Wissen-
fchasten gelesen und in ihren 'Irans-
aotioQZ xdilosopli. abgedruckt sein soll,
und endlich eine Flugschrift, in welcher
S. für die Abschaffung der Gesetze, welche
die freie Einfuhr des Steinsalzes nach
Schottland verbieten, das Wort führt.
Noch sel bemerkt, daß Schwediauer
nach seiner Naturalistrung in Frankreich
die Schreibung seines Namens metamor-
phofirte und sich Swediaur schrieb, mit welcher Schreibung er in der Regel
aufgeführt erscheint und in Folge deffen
er in Frankreich nicht für einen guten
Obeiösterreicher. sondern für einen Schot«
ten oder Schweden angesehen wurde.
(DeLuca) Das gelehrte Oesterreich. Ein 3)er.
such (Wien 1778, v. Traitnern, 8<>.) I. Bds.
2. Stück. S. 121. — Hirschel (Bernhard
Dr.), Compendium der Geschichte der Meoi<
cin von den Urzeiten bis auf die Gegenwart.
Mit besonderer Berücksichtigung der Neuzeit
und der Wiener Sckule. Zweite umgearb. u.
verm. Aufl. (Wien 1862. Braumüller, gr. 8".)
S. 291 u. 493.
Echtveickhardt, Franz X. Joseph
(Topograph, geb. zu Wien 3. Juli
4794, Todesjahr unbekannt). Nach-
dem er die Humanitatsclassen — d. i.
die t.—4.. 3< und 6. Classe der heutigen
Obergymnasien, — beendet hatte, wurde
er Zögling der k. k. Akademie der bilden«
den Künste, wo er sich in der Abtheilung
für Architektur bildete und nebenbei Ma-
thematik studirte. Nach einiger Zeit be-
endete er privatim — wahrscheinlich zur
Erlangung der Qualisication für einen
Staatsdienst — die philosophischen Stu»
dien, trat in der kaiserlichen Armee in
einen Kanzleidienst, aus welchem er aber
bereits 1818 wieder seine Entlassung
nahm. Nun machte er ausgedehnte Rei-
sen, auf welchen er außer den österreichi»
schen Provinzen auch Deutschland und
Rußland besuchte. Geographie und öster«
reichische Geschichte betrieb er damals
mit Vorliebe, auch malte er nebenbei als
Dilettant. Weiskern's Topographie
von Niederösterreich, ein seiner Zeit und
mit Recht geschätztes Buch. das aber
langst veraltet war und einer neuen, ent>
sprechenden Bearbeitung harrte, erweckte
in ihm den Gedanken, eine umfassende
Topographie des ErzherzogthumS Oefter«
reich unter der EnnS zu schreiben. Gewiß
war das Bedürfniß nach einem solchen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Schrötter-Schwicker, Band 32
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Schrötter-Schwicker
- Band
- 32
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1876
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 406
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon