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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schwarzenberg-Seidl, Band 33
Seite - 229 -
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Seite - 229 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Schwarzenberg-Seidl, Band 33

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Sealssteld 229 Sealsfield Kar l zählte damals zwölf Jahre — die Franzosen einrückten, erhielt das empfang» liche Gemüth des Knaben wohl die er- sten nachhaltigen Eindrücke. Die Ver» haltniffe im Elternhause, waren nicht dürftig, jedoch beschrankt, was sich bei der zahlreichen Familie nur fühlbarer machte. Auch lastete, wie eine in Povpitz noch lebende, an den dortigen Volkssänil- lehrer Daniel P ahr verheiralhete Schwe- ster Postl's erzählt, die Strenge des Va- ters schon genug auf dem Jungen. Diese Strenge, wie sie bericbtet, war so über- trieben, daß der Bruder vor derselben sich oft in die Einsamkeit der Natur flüchtete und namentlich an jener lauschigen Stelle hinträumte, welche später durck die Pie» tät eines Verehrers seiner Schriften mit einem Denksteine bezeichnet wurde. An» deres, was über das Verhältniß zwischen Vater und Sohn berichtet wird. ist, wie die Schwester versichert, müßiges Gerede und angebliche tiefgehende Mißhellig» keiten, hie zwischen Vater und Sohn ob» gewaltet hätten, sind vollständig aus der Luft gegriffen. Nachdem Kar l die fünf Classen des Gymnasiums in Znaim be. endet, erhielt er durch Vermittelung des Poppitzer Pfarrers einen Platz als Con» ventstudent im Präger Kreuzherrenstifte und beendete als solcher die vhiloso. phiscken Studien. Als es nun galt, sich für einen Beruf zu entscheiden, gab der Ausspruch der Mutter: „wüßteich, daß Du nicht Geistlicher werden willst, so wul.de mich jeder Kreuzer gereuen, den ich auf >. ich verwendet habe". den AuS° schlag, n.'.ch kurzem inneren Kampfe rief der Sohn aus: „Nun, Ihr Wille ge« schehe!", verließ schon in den nächsten Tagen Pop,)itz und reiste nach Prag, um sicb in den Orden der Kreuzherren vom rothen Sten aufnehmen zu l äffen. So trat Kar' im Jahre" 1813 als Novize in das OrdenshauS und legte die ritterliche Ordenskleidung. den schwarzen Talar mit dem rotbseioenen Kreuze vorn an der Brust, an. Der damalige Ordensgeneral und Großmeister Anton Köbler er» nannte ihn, viel früher als er in Folge seines Alters zum Priester geweiht wer» den konnte, vornehmlich wegen seiner Sprachkenntnifse. zum Ordenssecretär, ein Fall. der- im Stifte Aufsehen erregte und die Lage des jungen Priesters seinen Collegen gegenüber nicbt gerade ver« besserte. Dessenungeachtet war diese be» vorzugte Stellung im Stifte nicht im Stande, manche andere damit verbundene Widerwärtigkeit auszugleichen. der Auf« enthalt im Kloster wurde ihm je langer desto unleidlicker und der junge Priester sann allen Ernstes darüber nach, die Ket« ten, die ibn fesselten, zu zerreißen. Das ist der Wendepunct in Sealsf ie ld. Postl's Leben, über welchen aller Auf» schluß fehlt und sich nur Vermuthungen aufstellen lassen, mit denen freilich nichts gewonnen ist. Man hat ein Liebesver- haltniß mit einer den höchsten Gesell« schaftskreisen angehörigen Dame — d'ann wieder persönliche Conflicte mit seinen Ordensobern und Brüdern und zuletzt gar eine sein Andenken schändende Ge- schichte als Ursachen seiner Flucht aus dem Stifte bezeichnet. Die sein Anden« ken schändende Gerüchte. die auf nickts Geringeres als eine Defraudation von 80.000 fi. Stiftsgeldern hinauslaufen, wurden spater in Abrede gestellt. Der nach- malige Ordensgeneral der Kreuzherren Beer, Köhler's Nachfolger, erklärte sich den Familienangehörigen Seals» field's gegenüber in der bestimmtesten Weise bereit, ihnen zu bestätigen, daß Secretar Postl niemals mit Ordensgel, dern flüchtig geworden, daß er überhaupt nie in die Lage gekommen. Ordensgelder
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Schwarzenberg-Seidl, Band 33
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Schwarzenberg-Seidl
Band
33
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1877
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
380
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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