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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Seidl-Sina, Band 34
Seite - 139 -
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Seite - 139 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Seidl-Sina, Band 34

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sercl 8ercl als General'Lieutrnant der Reiterei berufen, belagerte Leucate, mußte aber, ohne der Festung Herr zu werden, die Belagerung aufgeben. Wiederholt verwundet, starb er zu Perpignan im besten Mannesalter. — 7. Johann Baptist Graf S lsiehe die be- sondere Lebensskizze Seite !36). 8ercl (Icherzl), Vincenz (Linguist, geb. zu Beraun am 28. Sept. 1843). Das Gymnasium besuchte er auf der Kleinseite.in Prag, nach Beendigung der philosophischen Studien begann er jenes der Rechte an der Prager Hochschule. Früh bereits zog ihn das Studium der Sprachen an, und als er noch im Gym« nasium war, verwendete er alle freie Zeit darauf und bildete sich darin meist allein ohne Hilfe eines Lehrers. Wenn er über die Straße ging und die Soldaten in ihrer Muttersprache reden hörte, ließ er sich sofort mit ihnen in's Gespräch ein. um neue Ausdrücke und Sprachwendungen zu erlernen. Die erste Sprache, welche er sich aneignete, war die italienische. 8 ercl befand sich damals. 1839, in der sechsten lateinischen Schule. Da hörte er, als er eines Tages aus der Schule nach Hause ging,zwei Personen mit einander italienisch sprechen. Als guter Lateiner glaubte er die Sprechenden verstehen zu müssen. Er hatte sich aber getäuscht — denn er ver- stand nichts. Das verdroß ihn und er warf sich mm mit allem Eifer auf das Italienische, welches er innerhalb cineS IahreS gründlich sich angeeignet hatte. Nun machte er sich an die übrigen Spra« chen und hatte bald das Französische, Englische, Russische und Polnische sich zu eigen gemacht. AlS cr zum Studium der Rechte in die Universität eintrat, verstand er bereits zehn Sprachen. I n den ersten zwei Jahren seiner Rechtsstudien benutzte er seine Mußestunden zur Erlernung der übrigen europäischen Sprachen, in den nächsten zwei Jahren machte er sich einige orientalische und amerikanische Sprachen eigen. Im October 1863 suchte er um Aufnahme in die k. k. orientalische Aka- demie an, welche ihm jedoch nicht gewahrt wurde. Am 8. April 1866 war im Hause des Adalbert Naprstek j^Bd. XX, S.83) eine aus Personen verschiedener Stande zusammengesetzte Gesellschaft beisammen, vor welcher Vincenz sercl , zu jener Zeit als gerichtlicher Stenograph beschäf« tigt, eine Prüfung seiner Sprachkenntniffe — welche damals 26 verschiedene Spra» chen umfaßten — ablegen sollte. Das treffliche Familenblatt „Daheim" beuch- tet im Jahrgange 1866, S. 473, über diesen Vorgang in ausführlicher Weise und nur zu Gunsten unseres Candidaten. Diesem Berichte ganz entgegen, melden wenig Günstiges über 3.'s - Sprachen« kenntniffe: die „Neue freie Areffe" 1866, Nr. 606. im Artikel: „Der Prager Mezzofanti". und die ,Presse" 1867. Nr. 143. im Artikel: „Der böhmische Mezzofanti". Am 3. Mai 1866 verließ 8. Prag und reiste nach 3ondon, um dort im britischen Museum seine Sprach« studien fortzusetzen. Dort konnte er seine Sprachenkenntniffe auch bald bethätigen, indem er bei der Einordnung der fremd» sprachlichen Welke im Museum den dienst thuenden Beamten aushalf. Von Ion« don begab sich 8. nach St. Petersburg, wo er gleichfalls seine Sprachstudien fort« setzte und darin von einem Herrn von Bykow wesentlich gefördert wurde. Theils allein, theils mit den Söhnen Bykow'S machte er Reifen in die ent» ferntesten Gegenden des europaischen Rußland und erweiterte seine Kentniffä im persönlichen Umgänge mit Zappen, Finnen, Samojeden, Kamtschadalen u. s. w. Dann wieder nach 3ondon zurück- gekehrt, vcrheirathete er sich dort mit
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Seidl-Sina, Band 34
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Seidl-Sina
Band
34
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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