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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Seidl-Sina, Band 34
Seite - 192 -
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Seyler, Joseph Anton eS machte sich anheischig: S.'S Frau sammt dem Kinde auf seine, deS Officiercorps Kosten nach Hause zu bringen, und zu diesem Zwecke, wie zu deren Unterhalt einige hundert Gulden beizusteuern. S. ging jedoch darau nicht ein. und eben durch Vermittlung seines Gönners. deS oberwähnten Ober- lieutenants, erhielt er endlich seine Ent> laffung mit einem sehr ehrenvollen Zeugnisse, und indem er vorher noch einen tüchtigen Nachfolger besorgt hatte. S. hatte mittlerweile die Stelle eines Chordirectors in Ofen, womit zugleich eine Professur der Musik verbunden war, angenommen, und wirkte auf diesem Posten in höchst ersprießlicher Weise volle zwölf Jahre, als ihm 1808 der Antrag wurde, die Stelle des RegenSchori an der Metropolitankirche in Gran zu über» nehmen. Die Bedingungen waren genug günstig, um S. zur Annahme deS Postens zu bestimmen, und indem ihm der Ofener Magistrat das Bedauern über sein Ausscheiden aus dem so gut verwalteten Dienste aussprach, bevoll- mächtigte er ihn, „einen Nachfolger, der ihm keine Schande macht, selbst zu wählen". Nachdem dieß geschehen, übersiedelte S. nach Gran und wirkte dort bis zum Jahre 1844. in welchem sein Sohn als Nachfolger berufen wurde. Noch 13 Jahre genoß der alte S. die Ruhe, dann starb er, 76 Jahre alt. Seyler hat ebenso als Militär-Capell» meister. wie später als Chordirector in Ofen und Regenschori in Gran auf das verdienstlichste gewirkt, und sich zuvor» derst in Ofen um die Förderung der Kirchenmusik verdient gemacht. Als Componteur war er ebenso beim Militär wie später im Kirchendienst sehr fleißig gewesen ; aber der größte Theil seiner fru- heren Arbeiten, weil er darauf nicht Acht Karl hatte, ist verloren gegangen. Später, als er in Gran bedienstet gewesen, hat sich MehrereS von seinen Kompositionen bis auf den heutigen Tag erhalten. Im Stich sind nur eine Messe, dann ein Requiem und einige Lieder erschienen. Die im Stich erschienene Messe ist die „Installationsmesse" für den Primas Rudnay (Wien. Diabelli) und das Requiem hat Falter in München gedruckt. Im Ganzen schrieb er acht Messen, darunter auch die Installationsmesse für den Fürst Primas Kopacsy; ein paar dieser Messen bringt noch immer sein Sohn. als Nachfolger in seinem Amte, von Zeit zu Zeit zur Aufführung; ebenso eines von den zwei Misereren, welche S. componirt und die von ergreifender Wirkung sind. Ueberdieß mag die Summe seiner übrigen kirchlichen Compositionen, als: Offer- torien. Hymnen, Gradualen u. s. w., wohl über Hundert betragen. Weil er aber, wenn man ihn um seine Arbeiten bat. dieselben gern herlieh, so ist, da das messte nicht mehr zurückgestellt worden. Vieles verloren gegangen. Sein Sohn Kar l , der ihm im Amte folgte, hat sich als Componist einen sehr geachteten Namen erworben (siehe die folgende Biographie). Neues Universal . Lexikon der Ton« kunst. Angefangen von Dr. Iuliu6 Schlado bach. fortgesetzt von Ed. Vernsdorf f (Dresden. Nov. Bchafer, gr. »".) Nd. H l , S. osti). y , Karl (RegenSchori zu Gran und Componist, geb. in Ofen !m Jahre l8l3.) Ein Sohn deS Graner DomchorregenS Joseph Anton S.. »essen Lebensskizze so eben mitgetheilt worden. Ka r l , der von frühester Iu« gend Talent für die Musik zeigte, erhielt >on seinem Vater auch die erste Anleitung
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Seidl-Sina, Band 34
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Seidl-Sina
Band
34
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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