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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Seidl-Sina, Band 34
Seite - 205 -
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Sicard, August 2ttä ) August bürg. Der Tod hat sie Beide ein Iah vorher von dem Schauplatz ihrer Thätig keit entfernt, bevor sie den Bau vollende« gesehen haben, der wie daS größte, so auch daS letzte Werk ihrcS Lebens gewe sen ist. Sie hatten das bitterste erfahrm muffen, was Künstler erfahren können, der schärfste Tadel gegen ihr Werk wal ihnen nicht erspart, und nicht ein kleiner Theil des Lobes ist ihnen während sie lebten gespendet worden, den man wenig, stens am Rande des Grabes auszuspre chen so gerecht gewesen ist. Ja im Tode liegt eine große versöhnende Kraft', weil mau keine Rücksichten gegen Lebende mehr zu beachten hat, so ist auch der Rück sichtSlosigkeit der Boden unter den Füßen entzogen worden. Es ist also, wie man sieht, das Leben Beider eine echte Künst> ler-, also Leidensgeschichte. Kehren wir nun zu S icardsburg selbst zurück. Die Studien seines BerufeS hatte S. in Wien gemacht und dann auf Reisen uer- vollständig:. Seine Jugendzeit fallt in die Blüthezeit der Romantik, seine wärm- sten Sympathien waren jenen Künstlern zugewendet, die wie Moriz v. Schwind. Ste in lc . IuliuS Hähnel im Kreise der Romantiker die erste Stelle einneh» men. Von diesem Gesichtspuncte be« kämpften S. und sein Freund van der Nü l l in ihrer Jugend Lehrmethoden über Architektur, wie jene es waren, die zu Nobile'S ^Bd. XX. S. 376^ Zeiten an der Wiener Architecturschule herrschten, ohne jedoch den künstlerischen Zug zu verkennen, der in Nob ile's Wicken lag. Aus denselben Gründen bekämpften sie in späteren Jahren die in Wien wieder« erwachendeGothik und dieRestaurations« versuche des Klassicismus. S. war eine Zeit lang Assistent am Wiener Polytech. nicum, gab aber diese Stelle auf, als ihm ein College, der die Tochter des damali- gen Directors zur Frau bekommen hatte, als Professor vorgesetzt wurde. Kurze Zeit diente S. auch bei den Uhlanen und war seitdem ein leidenschaftlicher Reiter, welche Passion er erst aufgab, nachdem er sich bei einer Künstlerfahrt in Rom den Fuß gebrochen hatte. Am 23. November 1843 wurde S. von dem Rathe der Wiener k. k. Akademie der bildenden Künste mit überwiegender Stimmenmehrheit zum dritten provisori« schen Professor der Architecturschule mit dem Gehalte von 800 Gulden und einem Quartiergelde von 100 Gulden ernannr und diese Ernennung von dem damaligen Präsidenten der Akademie, Fürsten Met« ternich, am 26. December 1843 bestat« tigt. Bei Regulirung der Professoren« gehalte erhielt S. mit ah. Entschließung vom 1. Jänner l832. gleich van der Nül l und Rösner, 1200 Gulden Ge- halt und 100 Gulden Quartiergeld und das Vorrückungsrecht in die höheren Ge» Haltskategorien von 1400 und 1600 Gul- den nach zehn, beziehungsweise zwanzig Dienstjahren. S. übernahm zu Anfang der Fünfziger-Iahre gemeinschaftlich mit van der Nül l beim Arsenalbau die Commandantengebaude, Kasernen und Depots; der große Plan Beider für die Stadterweiterung erhielt einen Preis. Ihr Concursplan für das neue Opern» haus bestimmte die Regierung, den bei« en Professoren die Ausführung dieses Baues zu übertragen. Wie oben bemerkt worden, daß sie in der Ausführung ihrer Arbeiten gemeinschaftlich sich stets theilten, u. z. daß S icard die Construction des BaueS, van der Nü l l aber die Orna» mentik, Fayade u. s. w. übernahm, so war aSselbe bei dem Operntheater der Fall. !llS Lehrer war S. namentlich in früheren Jahren und mit nicht geringem Erfolge thätig. Seine Vorträge im constructiven
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Seidl-Sina, Band 34
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Seidl-Sina
Band
34
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
402
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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