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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Seite - 123 -
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Seite - 123 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Sinacher-Sonnenthal, Band 35

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423 Man witterte, ob mit Recht oder mi Unrecht, möge dahingestellt bleiben, über- all Reaction, und so verlangten denn auch die Präger Studenten, unter Führung SladkovskF's, 2000 Stück Feuerge wehre, 80.000 Stück Patronen, eine aus» gerüstete Batterie und Entfernung aller heimlich auf den Wyfsehrad, Lorenzberg und andere verdächtige Orte geschlepp ten Kanonen. Eine Deputation mil SladkovskF- an der Spitze brachte ihr Verlangen dem Fürsten Windisch- gratz vor, welcher sie abschlägig beschied. Als sich die Bewegung steigerte und der Barricadenbau anging, war S. überall voran und im Barricadenkampf einer der furchtlosesten Kämpfer. Bei der dar auf von Prag nach Wien entsendeten Deputation, welche die Abberufung des Fürsten W in d ischgratz und des Gra» fen Leo Thun . damaligen Gubernial' Präsidenten in Böhmen, verlangte, be< fand sich auch Sladkovsk^-. Als nach der Niederschlagung des Prager Auf- standes S ladkovsk^ unter Men Per- sonen sich befand, deren Auslieferung Fürst Windischgratz forderte und der Verhaftäbefehl gegen ihn erlassen wurde, blieb S. in Wien, bis die uerän- derte politische Situation ihm die Rück- kehr nach Prag ermöglichte. Wahrend seines Aufenthaltes in Wien, wo damals die Bewegung im stetigen Steigen be» griffen war, betheiligte sich auch S. an verschiedenen politischen Schritten. Als spater der Reichstag zusammentrat und die Parteien sich zu sondern begannen, schrieb er an das damals in Prag sehr verbreitete Abendblatt („Vsösiiii list") den denkwürdigen Brief, in welchem er die öechischen Abgeordneten deS öfter- reichischen Reichsrathes als noch mini- sterieller als die Minister selbst denun» cirte. Der Brief machte unter den Betheiligten böses Blut. Als dann der October-Aufstand folgte, verweilte S. noch einige Tage in Wien, kehrte darauf nach Prag zurück und stellte sich selbst der am Hradschin fungirenden kriegscechtlichen Commission. Nach einem mit ihm uor- genommenen Verhöre wurde S. seiner Haft entlassen; die bald darauf von Kai- ser Ferd inand ausgesprochene Arnn» stie machte allen ferneren, aus Anlaß der Psingsttoge vorgenommenen kriegsgericht« lichen Verfolgungen ein Ende. Zu Be- ginn des Jahres 1849 wurde S. in den Ausschuß der äiovariL^a lipg. berufen und vom Ausschusse des Studentenver- eines zum Vice-Präseä ernannt, worauf er anlaßlich der Fahnenweihe des Stu- dentencorps im großen Saale des On-o- lirmms in gewohnter Weise eine zündende Rede hielt. Als dann nach neuerlicher Verhangung des Belagerungsstandes über Prag in der Nacht vom 10. Mai mehrere Verhaftungen Statt halten, be- fand sich auch S. unter den Verhafteten und wurde auf den Hradschin gebracht. Zwei Jahre wahrte die kriegsrechtliche Untersuchung auf dem Hradschin. ohne über den. Gang der Untersuchung irgend einen Aufschluß zu bringen; zweimal ging das Gerücht S. sei gestorben, der indessen nur zu wiederholten Malen in schweie Krankheit versallen war, als endlich am 20. August 1830 die Zeitungen die kriegs» rechtlichen Urtheile zu veröffentlichen be- gannen und eines derselben Kar lS lad - ko vskF betraf, der wegen HochverratheL um Tode durch den Strang verurtheilt wurde, welches Urtheil jedoch ah. Gnade !n. zwanzigjährigen schweren Kerker um- gewandelt hatte. Wenige Tage nach« her wurde S. auf die Festung Olmütz überfuhrt, wo er in den Kasematten des Katharinenthores sechs Jahre schmachtete. In diesem Kerker wurde er mit mehreren
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Sinacher-Sonnenthal, Band 35
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Sinacher-Sonnenthal
Band
35
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1877
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
388
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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