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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Band 38
Seite - 189 -
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Seite - 189 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Stehlik-Stietka, Band 38

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, Franz 189 Stel^ hamer, Franz Von jenem Entzücken auf Rechnung dieses Umstandes kommt; aber auch in aller Folge» zeit übten diese Gesänge in ihrer Originalität. Gesundheit und Frische und in ihrer oft erhabenen Schönheit der Empfindungen einen Reiz und Zauber auf das Gemüth aus. wie wir eS nur gewohnt sind. uns an die ersten unserer Dichter hinzugeben, und wie es Ste lzham er's Vorgänger. Maurus L i n» demaye s^Bo. XV, S. 20l) . nicht zu Wege brachte. Wer das Land ob der Enns kennt, wie es so zaubervoll von der Natur hingedichtet ist, von seinen farbigen Alpen angefangen bis in das reizende Hügelgewim« mel seines fruchtbaren Landes hinaus, und wer alle die Naturgerecktheit seiner Bewohner, von der Güte und Innigkeit an bis zu aller Schalkheit und Uebermüthigkeit hin, erlebt hat, der findet alles dieses hier wieder. Die Empfindungen sind die einfachen und starken deS Landmannes und des ungebildeten, aber naturtreuen Volkes: Heimatliebe. Elternliebe, Anschauungen des Naturlebens. Scherz und Spiel, Lustigkeit ul'd kecke Schalkheit. Die Geschlechtsliebe spielt hier nicht die einseitige dominirende Rolle, wie bei so vielen moder» nen Dicktern, sondern st»,' ist eine schöne Vlume des Lebens, aber weitaus nicht die einzige; ja gerade die schönsten Gesänge unseres Verfassers enthalten dieses Element nickt. Die schönste Empfindung dieser Dich« tungen ist.- Liebe der Mutter zum Sohne, und umgekehrt. Ein anderes Element, dessen unser Verfasser fast bis zur Meisterschaft mächtig ist, ist die Komik und gemütbreiche Selbstironie mancher Schwächrn seiner Lands» leute, in welcher Ärt er uns öfter die plastisch rundesten Gestalten vorspringen läßt, so daß mit einem Scherze der ganze Mann dasteht." — Die bei I . I . Weder in Leipzig ver« legte „Illustrirte Zeitung" knüpft an eine kurze biographische Skizze Stelzhamer's folgende kritische Glosse: „Stelzhamer ist ein echter Dichter, wie es Burns war; er ist sozusagen mit seinem Volke, mit seiner Heimat verwachsen und spricht die Empfin« düngen seines Volkes in schön geordneten Klängen aus. die von den Kennern des Idioms mit Lust aufgenommen werden. Er kennt jeden Strauch, jeden Bauin in seinem herrlichen Lande, er kennt jeden Schmerz, jede Lust in der Biust seines Volkes; Strauch und Bäume stellt er anschaulich hin. Schmerz und Lust rauschen in ungeschminkter Wahr» heit von seinem klangqewohnten Munde. Stelzd am er ist das in Versen, was Bertbolo Auerbach in.Prosa ist, nur mit dem Unterschiede, daß Letzterer seine Dorf« geschichten für ganz Deutschland mundrecht gemacht. Elfterer nur ein Land. sein Volk allein berücksichtigt, zufrieden mit der Anei» tennung. die ihm von Wenigen ;u Th'il ward, bei denen er wie das Kind im Hause lebt. Er ist ein Singvogel, der sich nie weit von seinem Neste entfernt, traulich an den Ort gewöhnt, wo er die erste Nahrung erhal» ten, wo er das erste Lied erlernt. Stelz, Hain er ragt hoch empor über viele söge« nannte Volksdichter, die im Dialekte müh' sam schreiben, und neben ihm darf nur noch Ka lten bru nne r genannt werden, der, aus Oberösterreich stammend, ebenfalls die Munoart des Volkes für seine Dichtungen braucht." IX. Einzelnes, i) St elzh am er's Name. Da Stelz ha mer's Name gewöhnlich falsch (mit zwei statt mit einem m) geschrieben und ausgesprochen wird, so übernahm es der Dichter selbst, die Schreibung seines Namens richtigzustellen, und wir führen seine eigenen Worte an: „Ich heiße mit Namen voll und ganz > Pe te r. And rea ö. Xaver. Franz. j 2telzhamer schreib' ich mit Einem „m". > Das war den Leuten stets unbequem. > Und wie wenig sie gaben für's Leben her. > Im Namen bekam ich immer mehr. l Oft hieß ich auch der — von Piesenham. > Wenn ich vom Dorf mir den Adel nahm, > Auck bad' ich — Heißt'S Ueber» muth oder Muth! — > Um offen mein Frei» recht zu zeigen — > Vom Vaterhaus gründ« büchlich „Freieigen", > Sieoengütl" mick öfter und „Siebengut" > Zu tituliren und schreiben geruht; I Und adelt mich einmal ein Poten» tat, > Nun gut. so weiß man mein Prädicat." — 2) Cajetan Cerri's Silhouette Stelz« ha mer's. Cajet^n Cerri hat in seinrn „Silhouetten österreichischer Poeten", welche seiner Zeit die „I l is" brachte, im December 1850 auch jene Stelzhamer's mit folgen» den Worten gezeichnet: „Eine wahrhaft ori» ginelle Erscheinung und eine durch nno durch ursprüngliche, kernige ungeschminkte Natur; groß. hager, längliches, stark gerötheieö. etwas narbiges Gesicht, kleines, aber klares und offenes Auge; wenig Haare, blond und lang; Schnurr, und Backenbart ditto; schlich« tes, manchmal derbes Benehmen, aber ge« müthlich und warm; nicht wenig Selbstbe«
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Stehlik-Stietka, Band 38
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Stehlik-Stietka
Band
38
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1879
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
398
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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