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Thayer l87 Thayer
i. Noveniber lö??), der unter Oesterreichs
vormärzlichen Dichtern eine ehrenvolle Stelle
einnimmt, aus seiner Ehe mi t Iu l ie Marie
geborenen von Heufler zu Rasen, einer
Schwester des Botanikers Ludwig Ritter
Heufler zu Rasen sBd. VI I I , 2. 45li).
Marie vermällte sich am t4. November l868
mit Joseph 5aü'ülor Ritter von TlM'onlit.
Der Fanulienstand ist aus der Stammtafel
ersichtlich.
Wappen. Genierter Tchild mit Herzschild;
in letzterem in Blau auf silbernem Hügel ein
natürlicher Sperber; dann l und 4.- in Gold
ein befußter blauer, mit goldenen Balken be<
legrer Adlerflug; 2 und 3: in Roth ein Thurm
mit offenem Thore, an jeder Seite der Zinnen
drei Piken mit weißblauen Fähnlein. Auf dem
Schilde ruht ein blau-goldenes Kissen, darauf
der natürliche Sperber. Die Helm decken
sind rechts blau-golden, links roth-silbem.
Thayer, Alexander Wheelock lB io-
graph Beethovens, geb. in Natiek
im Staate Massachusetts 22. Oct. 1817).
Herausgeber dieses Lexikons glaubt den in
Rede Stehenden um so weniger übergehen
zu dürfen, als derselbe nicht nur bereits
zwei Jahrzehnte in Oesterreich lebt — seit
4863 als amerikanischer Consul in Trieft
— sondern als Biograph des Tonheros
Beethoven mit seinem Werke, welches
sich der Mozart-Biographie von Otto
Iahn ebenbürtig zur Seite stellt, auch
für Oesterreich eine nicht zu unterschätzende
Bedeutung hat. Thayer's Eltern stam-
men beide aus Familien, welche zu An-
fang des siebzehnten Jahrhunderts aus
England nach Amerika wanderten. Sein
Vater, der den gelehrten Eleazar Whee-
lock, den Begründer des (5ollege zu
Dartmouth im Staate New-Hampshire,
zu seinen Vorfahren zählte, übte in Natiek
die ärztliche Praxis aus. Durch dessen
frühen Tod sah sich Alexander, der
älteste von drei Geschwistern, in die Noth-
wendigkeit versetzt, nachdem er die Volks-
schule in seinem Heimatstädtchen durch-
laufen hatte, in ein Geschäft einzutreten. Aber von unwiderstehlichem Dränge nach
höherer Bildung ergriffen, gab er in
seinem achtzehnten Jahre die merkantile
Laufbahn auf und studirte, nach mehr^
' jähriger .Vorbereitung in P h i l i p p's
^ ^^äomv zu Undover, auf Harvard's
' Hiliv^rsitv in Cambridge bei Boston,
^ wo er im Jahre l843 zum Vaol^iaureus
^rtinni promovirte. Bald erhielt er eine
, Stelle als Assistent an der Bibliothek
daselbst und erwarb auch, in Fortsetzung
^ seines Studiums, im Jahre 1848 den
^ Grad als V^oolii^ursu« Is^uni. Von
^ früher Jugend ein leidenschaftlicher Freund
der Musik-, gelangte er doch nie dazu, ein
Instrument spielen zu lernen. Um so
i eifriger aber ging er allen bedeutenden
Erscheinungen auf musikalischem Gebiete
> nach. I n seiner amtlichen Stellung zu
! Boston hatte er Gelegenheit, Beet-
!hoven in dessen vorzüglichsten und
! größten Schöpfungen kennen zu lernen,
' und bald wurde er von dem Gedanken
! beseelt, etwas Näheres über das Leben
, und Wirken dieses Mannes in Erfahrung
zu bringen. Aber unter den Bücherschatzen
^ Bostons, die er sämmtlich durchstöberte,
! fand er nichts als eine englische Neber
! setzung der ältesten Beethoven-Biographie,
! nämlich jener von Schindler, und dazu
! als Anhang einen gleichfalls übertragenen
! Auszug der biographischen Notizen von
Megeler und Ries. Anfänglich nur
^ mit der Absicht sich tragend, das Schind-
^ l e r'sche Buch mit den Notizen umzuarbei-
ten, kam er allmälig auf die Idee, eine
- neue, auf eigenen Forschungen beruhende
'Biographie Beethoven's zu schreiben,
eine Aufgabe, von deren gewaltigen
^ Schwierigkeiten und riesenhaft anschwel-
! lendem Nmfange er damals keine Ahnung
^ hatte. Zur Ausführung seines Vorhabens,
! welches ihm die Erlernung der deutschen
Sprache zur ersten Bedingung machte,
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Terlago-Thürmer, Band 44
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Terlago-Thürmer
- Band
- 44
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1882
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 360
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon