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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Toffoli-Traubenburg, Band 46
Seite - 191 -
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Toscanll, Leopold I. 1 Beispiele voranzugehen, gab er einen großen Theil der Krongüter in Erbpacht. Mit neuen Gesetzen bestätigte er die von seinem Vater zum Zwecke der Einschrän- kung der Feudalmacht erlassenen Bestim- mungen; und um die Zahl der 3ehen zu vermindern, erwarb er solche für den Staat durch Verträge, die er mit den be> treffenden Lehensherren abschloß. Er hob das bisher bestandene Asylrecht für Ver» brecher auf. Er schaffte das Santo Ufsicio oder Inquisitionsgericht ab, indem er meinte, „daß die Gründe nicht mehr fort> wirkten, welche die Duldung eines Uebels zur Bekämpfung eines größeren Uebels rechtfertigen könnten". Ebenso hob er die Gerichtsbarkeit der päpstlichen Nunt iatur a u f, wodurch er Reclama- tionen von Seite der römischen Curie hervorrief, und woraus jener bedauerliche Conflict entstand, welcher sich noch mehr verbitterte durch eine lange Reihe von kirchlichen Reformen, in denen das leicht erregbare Gemüth L e o- polds durch die Aufreizungen Mow signor Ricci's verleitet wurde, über das rechte Maß hinauszugehen und sogar die Acten der nur zu bekannten Synode von Pistoja zu sanctioniren, die, so viel Mißhelligkeiten zwischen Staat und Kirche verursachten. L e o p o l d s Ab- sichten waren aber immer die besten, selbst in jenen reformatorischen Acten, die nicht vollkommen zu rechtfertigen sind. Wenn er bei Abschaffung geistlicher Corporationen über deren Eigenthum ver« fügte, so geschah es, um dasselbe den Cultusbedürfniffen und der öffentlichen Wohlthätigkeit zuzuwenden, nie aber,zu Gunsten des Fiscus oder der Krone. Und damals herrschte die Ansicht vor, daß der Staat der oberste Herr des kirchlichen Vermögens sei und das, was nach Be< friedigung der Bedürfnisse des Cultus ver< >1 Toscana, Leopold I. blieb, zu Gunsten der Allgemeinheit ver- wenden dürfe. Als dem Großherzog in den ersten Zeiten seiner Regierung Repressiv- maßregeln gegen die Armut vorgeschlagen wurden, gab er zur Antwort, daß, um die Bettelei zu verhindern, die Mittel des öffentlichen Erwerbes vermehrt werden müßten, und zu diesem Zwecke befahl er die Inangriffnahme öffentlicher Arbeiten', man machte auch alsogleich mit der großen Straße den Anfang, welche durch Ueber- schreitung der Apenninen Toscana mit der Lombardie in Verbindung setzte. Andere wichtige Straßen wurden später erbaut oder restcuirirt; ebenso viele Brücken und Canale. Da er jeden für das gemeine Wohl nützlichen Gedanken seines Vaters verwirklichen wollte, so widmete er seine Sorge auch der Austrocknung derSieneser Maremma. Mit den hydraulischen Arbeiten betraute er den berühmten P. Timen es. Die dem Staate oder den Gemeinden ge- hörigen sumpfigen Gründe gab er Den- jenigen in Eigenthum, welche die Trocken- legung und Bebauung derselben zu Stande brachten. Bedeutende Ameliorationen er- fuhren die Gründe im Val di Chiana, Val di Nievole und im Pisanischen. Um den Unterricht zu verbreiten, rief er in den Städten und größeren Ortschaften öffentliche Schulen für beide Geschlechter ins Leben. I n Floren; gründete er eine Lehrerbildungsanstalt, und begünstigte auf verschiedenen Punkten des Groß- herzogthums die Errichtung von Conser- vatorien zur Erziehung adeliger und bür- gerlicher Mädchen, sowie jener, welche niederen Ständen angehörten; und für diese Institute wurde über eine Million Lire ausgegeben. Die Universitäten von Pisa und Siena erhielten neue Einrich- tungen. I n Florenz gründete er ein natur- geschichtliches und physikalisches Museum nebst einem astronomischen Observatorium.
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Toffoli-Traubenburg, Band 46
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Toffoli-Traubenburg
Band
46
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1882
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
330
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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