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Kuth. Ladislaus 238 Tüth, Ladislaus
der Schauspieler Feleky in einer er-
greifenden Abschiedsrede das dramatische!
Talent des Verblichenen und welchen Ver-!
lust die dramatische Kunst und namentlich
das ungarische Nationalinstitut durch
T.'.t h's Hinscbeiden erlitten habe.
Zellne r's Blät ter für Tdeater. Musik u. s. w.
lW'.m, kl. Fol.) il!<?<>, T. 7l). — )teues
,>remden'Blati (Wien. 4".) 1870. Nr. Ü3.
in dcn „Theater-Nachrichten". — IIas^:
Porträt. Facsimile des Namensznges: .^'otk
^o /^o^ . Barabi is (lith.) l«36. Gedr. >
bei Reissenstein und Rösch in Wien (i".). i
Töth, Karl, siehe: Tüth, Wolfgang
sS. 248, in den Quellen, Nr. 1lH.
Toth, Goldman, siehe: Toth, Colo-!
man fL. 2301. !
Toth von!!llgv2.r-Nemcth, Ladislaus ^
(ungarischer D i ck t e r und Schr i f t - !
stell er, geb. zu Kis-Tokaj näcdst
Miskolcz am 17. Februar 1788, gest. ;u!
Wien am 31. August, nach Anderen am >
2. September 4820). Der Sohn eines!
ungarischen reformirten Predigers, begann
er seine Studien in Miskolcz. Bald ver«
legte er sich mit besonderer Vorliebe auf
die lateinische Sprache und die römische
Literatur und machte in beiden so unge»
wohnliche Fortschritte, daß er die Be-
wunderung seiner Lehrer erregte. Nach
Abschluß der philosophischen Jahrgange
hörte er zu Säros-Patak Theologie und
begab sich dann 4810 zur Erlernung der
deutschen Sprache mit zwei Zöglingen
nach Eperies. Daselbst von dem Pro-
fessor ssarlovsky zum Studium der
griechischen Sprache angeeifert, begann
er dasselbe mit Begeisterung; auch lernte
er dort den Dichter Franz Kazinczy sM. XI , S. 97^ kennen, mit dem er sich
bald befreundete und auf dessen Auf-
forderung er einige seiner ungarischen
Gedichte in griechische Metra umformte.
Bis dahin hatte er in seinen Dichtungen
sich des Alexandriners bedient' nun ver-
nichtete er Alles, was er in diesem Vers-
maße geschrieben,'außer einer Tragödie:
„^Vtt?-<^iss2", die er ganz in Iamben
umarbeitete. Im Jahre 1814 bezog er
die Universität in Pesth, um daselbst das
Studium der Theologie mit jenem der
Medicin zu vertauschen. Seine freie Zeit
widmete er den Musen, und nun bereitete
er einen Band seiner Gedichte zur Her-
ausgäbe vor. Derselbe erschien auch unter
dem Titel: „i/^FV«?- nsms?/ ^oi'/i
^<2ss?6 I^6s/", d. i. Gedichte des
Ladislaus Toth von Ungvär»N6-
meth (Pesth 1816) und enthielt seine
Oden, Lieder, Romanzen, Fabeln, Epi-
steln, Epigramme und das Trauerspiel:
„Narciß". Diesem ersten Werke ließ er
bald eine Trauerode folgen auf die Erz»
Herzogin Hermine geborene Prinzessin
von AnhalbBernburg, zweite Gemalin
des Erzherzogs Palatin Joseph, welche,
nachdem sie dem Erzherzog Stephan
das Leben gegeben, am 14. September
1817 gestorben. Dieses Gedicht erschien
unter dem Titel:
(Pesth 1817). Das nächste Werk, welches
er nun veröffentlichte, waren die „<3ö>5.<7
z.-67-ssi^ d. i. Griechische Verse, mit gegen»
überstehender ungarischer Uebersetzung
lPesth 1818, 8".), eine Sammlung von
Oden, Liedern und Epigrammen, die eine
ungemoin günstige Aufnahme fanden.
Ein darin enthaltenes an den berühmten
Naturforscher Oken gerichtetes Epi-
gramm ließ dieser in seiner Zeitschrift
„I3is" abdrucken. I n den Anmerkungen
zu den „Griechischen Versen" sinden
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Toffoli-Traubenburg, Band 46
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Toffoli-Traubenburg
- Band
- 46
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1882
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 330
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon