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Ladislaus 239 Ladisluus
sich Ausfälle gegen den Verfasser einer
im Drucke erschienenem Satyre („^ü-
^rö^ice^ Patak 1816, 8".) auf Toth's
Dichtungen. Diese Anmerkungen riefen
nun eine neue Gegenschrift: „Vjra. kmg.1-
^-g.mä.2ott üvo^t^dläCZ^^^, d. i. Unga-
rische und hebräische Epigramme (Patak
4819, 8".) hervor, welche aber Toth
ganz unbeachtet ließ. Im Jahre ^818
ging unser Dichter, der bereits am 16. Oc-
tober 1816 zur katholischen Religion
übergetreten war, nach Wien, um daselbst
seine medicinischen Studien zu beenden.
Kaum hatte er 1820 das erste Rigorosum
zur Erlangung der medicinischen Doktor-
würde abgelegt, als ihn eine Krankheit
befiel, von welcher er schon nach wenigen
Tagen dahingerafft wurde. Man be-
hauptete : er habe sich vergiftet. Thatsache
ist, daß er in der äußersten Dürftigkeit
lebte, und daß man nach seinem Tode
in seinem Zimmer verschiedene chemische
Apparate vorfand. Da es aber aus Mit-
theilungen seiner Bekannten und Freunde
erwiesen ist, daß er sich viel mit chemischen
(Experimenten beschäftigte, so bleibt noch
immer die Frage offen und der Zweifel
berechtigt, ob er sich auch wirklich ver-
giftet habe? Man findet die Angabe:
T<>th sei an der Cholera gestorben, nun
aber ist derselbe schon 1820 gestorben,
während die Cholera erst in der Nacht
zum 44. September 1830, also zehn
Jahre später, in Wien plötzlich und sehr
heftig in der inneren Stadt auftrat;
hiemit wäre jene Angabe, wenn unter
der angeführten Todesursache nicht etwa
der gewöhnliche Brechdurchfall, der eben
<u:ch Cholera heißt, zu verstehen ist, nickt
richtig. Was mit des Dichters litera-
rischem Nachlaß geschehen, ist nicht be--
kannt. Von seinen sonstigen Arbeiten
können wir nur noch verzeichnen: ein
Sonett in altgriechischer Sprache, welches der bekannte Polyhistor Or. Rumy in
Ovoboda 's „Bibliothek für das
Schulen- und Unterrichtswesen", 4822,
Bd. VI I , veröffentlichte' — in / luäo-
iQ5ll)-c>5 Fz'ilsteinenv^, d. i. Wissen^
schaftliche Sammlung, 1818, Bd. VI,
die Abhandlung: ^ költonek roinelv-
I>61ci,äsii<'1 icülönö^on ^iildarrol 's Vin-
äin-ilaiv voi-^niei-t^kirol^ und in den
5.11^3211,05 ini.i1^t5Ä^o!v^ noch viele Auf-
sätze, meist ästhetischen Inhalts, theils
ohne seinen Namen, theils mit demselben
bezeichnet, in welchen sich der Autor als
ein ganz tüchtiger Aesthetiker bekunder.
Toth gebürt das Verdienst, der Erste
^ die Pindar'scbe Ode in die ungarische
Dichtung verpflanzt zu haben. Daß er
sonst noch iu mannigfacher Weise litera-
risch thätig gewesen, wurde durch Mit-
theilungen seiner Freunde bekannt, welche
sich erinnerten, daß er eine Anthro-
pologie in magyarischer Sprache gescbrie
ben, daß er sich mit dem Gedanken
trug: den Hippokrates ins Ungarische
zu übersetzen, und in seiner Inaugural-
Dissertation spricht er die Absicht aus,
eine medicinisch-wissenschaftliche Samm-
lung l^Orvobi tuäoniHilvos ^vüsto»
nienv^) zu begründen. Es war ein großer
Verlust für die Dichtung und für die
Wissenschaft, daß Ladislaus T6th so
früh aus dem Leben schied.
Ungarns Männer der Zeit. Biograpdien
und lHdarakteristiken hervorragendster Persön-
lichkeiten. Aus der Feder eines Unadhänäigrti
(H ertb enn) (Prag 1862. Ä. O. Tteindausen,
12°.) 3. 2«8 — Erneuerte vater län-
dische Bla tter für den österreichischen Kai'
sersiaat (Wien. 4".) lt>j'i. in der ,Mromt".
Nr. 62. — Hun falv u (Paul). Literarische
Berichte aus Ungarn (Budapesrh, Än?!!. gr. !>".)
Bd. I I (l578). S. 261. ini Artikel: „Die
classische Philologie in Ungarn". Pon Di-. Eug,
A l? e l. — ?<)^.v ^e,-e«c^. ^ in^v^i-
a, Ioz;u^a.I.d iä<'iF, d> i. Handbuch der unga-
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Toffoli-Traubenburg, Band 46
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Toffoli-Traubenburg
- Band
- 46
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1882
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 330
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon