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Oesterreichische Nat ional -> Encyklo-
pädie von G raffer und (5; ikann (Wien
15^7. k".) Vd. V, S. 308. — Steier'
märkische Zeitschrift. Redigirt uün Doc«
lur G. F. 3 chrein er, Dr. Albert von
Muchar. C. G. Ritter von Leitner. Anton
Schrötter (Gratz 4812. 8"). Neue Folge
VI l . Jahrg.. 1. Heft. T. 33. — Vater»
ländische Blät ter für den österreichischen
Kaiserstaat (Wien. 4".) 4813. S. ^-i. —
(I; ikann (Job. Iac. Heinrich). Die lebenden
Tckriftsteller Mädrenö. E>n literarischer Ver«
such (Brunn 1812. I . G. Traßler. 8".) S. 187.
Noch ist erwähnenswert!).- ^orenz Valcnzi ,
ein Soldat oon nicht gewöhnlicher Brauour,
welcher im Feldzuae 1864 aegen Dänemark
als Grenadierführer der 1. (5ompaanie im
Linien-Infanterie'Regilnente König der Bel»
gier Nr. 27 diente. Er ist aus Tt. Stephan
in Steiermark gebürng. Da eü zehn ^rt-
schafcen dieses Namcnö daselbst gibt, sind wir
leider nicht in der Lage. seinen Geburtsort
näher';u bezeichnen. Am 6. Februar genannten
Jahres fand das Treffen bei Oeversee statt.
Lieutenant Ritter oon Hcydeag, (>'omman'
oant der Haldcompagnie, war gefallen, da
crat Valenzi an dessen Stelle und führte
seine Leute, dieselben zum edelsten Netteifer
ermunternd, biä zum Schlüsse deö Dampfes.
Tapfer erstürmte er an der Spitze der Co«
lonne, ein rechts an der Straße gelegenes
Haus, und als er seinen verwundeten Obersten,
Herzog Wi lhe lm uon Württemberg fallen
sah, sprang er sofort herbei, um den angeord»
neten Transport dcöselbcn ins Verbandhaus
zu besorgen, und nachdem dieä geschehen,
kehrte er unuerweilt in den Nampf zurück.'
l^uch im späteren Gefechte bei Veile, am
8. März. that sich Valenzi durch seltene
Brauour bcrvor. Im heftigsten Kugelregen
besetzte er ein Hcbäude, aus welchem, obwohl
eü schon halb zusammengeschossen war, unter
cheilweisec Deckung ein wohlgezicltes Gewehr«
feuer auf den Feind unterhalten werden
konnte. Und in der That führte er dies nnt
seinen Leuten erfolgreich durch. Für seine erste
Waffenthat wurde der tapfere Führer mit der
silbernen Tapfcrkeitsmedaille zweiter blaffe,
für seine zweite mit jener erster Classe aus»
gezeichnet. ^D e r K a m e r a d. Illustrirter
österreichischer Militär»Kalender für 1865.
Herausgegeben oon der Redaction der gleich«
namigen österreichischenMilitar»Zeitung (Wien.
I . Dirnböcl. 8°.) S. 132—142 ) Valerj, Gaetano (Musiker und
Zeichner, geb. in Padua 2l. Lep.
tember ^l?60, gest. daselbst 13. April
4822). Es hatte anfangs den Anschein
als neige das Talent des Knaben mehr
zur Malerei als zur Musik. Als er aber
in letzterer Kunst den Unterricht Maestro
Bertoni 's, genannt Tur in i , Orqa-
nisten bei S. Giuftina, genoß, trat die
! musikalische Ader bald zu Tage, und er
' machte glänzende Fortschritte. Nach been«
detem Lehrcurs stellte er sich auf eigene
Füße und begann selbst Unterricht zu
ertheilen. Schon frühzeitig erhielt er die
Organistenstelle in der Kirche del Car>
mine, spater bei S. Augustin und zuletzt
jene in der Kathedrale. Sein Ruf als
trefflicher Organist, wie auch als ge»
schickter Tonsetzer wuchs immer mehr.
! Im Archiv der Kathedrale finden sich
! seine zahlreichen Kompositionen aufbe>
i wahrt, es seien davon erwähnt: eine
! vierstimmige Messe mit Orchester- und
! Orgelbegleitung '> — mehrere Psalmen,
! so: Vertun vii-, Dixit Doiuinu^ I^iiu-
diUe, puoi-1) mit obligater Orgelbeglei»
tung, ein vierstimmiges Ktird^t mater
! mit Begleitung des Orchesters, eine lau»
! retanische Litanei, ein großes Oratorium,
welches auch im Convent der ?k>. Bar»
füßer aufgeführt wurde, verschiedene
1?lnrUnn erßo, viele Symphonien, Ter>
zette für Pianoforte, Violine und
Violoncello und mehrere Sonaten für
Orgel und Pianoforte. Aber nicht blos
in der Musik leistete Valer j Ausgezeich'
netes, er war ein ebenso gewandter Tech»
niker und modellirte mit eigener Hand
die Basilica des St. Antonius von
Padua, den Bogen des Heiligen, einen
Plan von Padua, stach seine eigenen
Compositionen in Kupfer, zeichnete,
malte in Aquarell. I n letzterem führte
er mehrere Kupferstiche von Raphael
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Ullik-Vassimon, Band 49
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Ullik-Vassimon
- Band
- 49
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1883
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 348
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon