Seite - 244 - in Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Ullik-Vassimon, Band 49
Bild der Seite - 244 -
Text der Seite - 244 -
Vimbriy 244 Vambery
Gegenstand allgemeiner Bewunderung.
Insbesondere in England, wohin er sich
zuerst begab, schlug man in so eigenthüm«
licher Art die Larmtrommel, daß man bei
uns in Deutschland stutzig wurde und
nach den näheren Motiven forschte. ^Ver.
gleiche S. 246: V. Vämbsry und die
geographische Gesellschaft in Londons
Regierung, Gesellschaft und gelehrte
Körperschaften in London, die sich in
Fallen, wo es sich um Prioritäten auf
wissenschaftlichem Gebiete handelt, sehr
reservirt zu verhalten und wenn es sein
muß, auch vor kleinen Fälschungen sich
nicht eben zu scheuen pflegen — man
gedenke nur an die Erfindung der
Schraube durch unseren braven Nessel
Md. X^V, S. 313^ — überhäuften
den kühnen, doch sehr bescheidenen Rei<
senden mit Auszeichnungen und Ehren»
bezeigungen aller Art. Einen Lehrstuhl,
den ihm die Universität Oxford anbot,
wie ahnliche Anerbietungen anderer
Städte schlug Vämbery aus, um seine
reichen Kenntnisse und Erfahrungen an
seiner vaterländischen Universität in Pesth
zu verwerthen. I n der That wurde er
auch mit ah. Entschließung vom 2l . Juli
1863 zum Lehrer der orientalischen
Sprachen an dieser Hochschule ernannt,
nachdem er vorher wahrend seiner An»
Wesenheit in Wien ein Exemplar seines
Reisewerkes Sr. Majestät dem Kaiser
vorgelegt hatte. In den Pesther katho
lifchen Nniversitätskreisen fand der neue
Lehrer nicht eben das freundlichste Ent-
gegenkommen. Früher Israelit, war er
zum Protestantismus übergetreten und
erfuhr nun von clericaler Seite mancherlei
Widerwärtigkeiten. Jedoch die auszeich-
nende Aufnahme, welche sein Reisewerk
von Seite Seiner Majestät gefunden —
er erhielt mit ah. Entschließung vom
23. Februar 1863 die große goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft —
ebnete ihm einigermaßen den Pfad. In
seinem Lehramte wirkt er noch zur Stunde,
ab und zu unternimmt er größere Reisen
auf dem Continent. So machte er im
Jahre 1866 eine Rundreise durch Eng.
land, wo er in den größeren Städten
(Leeds, Birmingham, Manchester u. s. w.)
Vorlesungen über englischen Verkehr mit
Centralasien hielt. Ueber seine Reisen hat
er ausführliche Werke, mehrere darunter
in ungarischer, deutscher und englischer
Sprache zugleich herausgegeben, ihre
Titel werden unten in chronologischer
Folge mitgetheilt. Aber auch sonst ist
Vämb 6ry vielfach schriftstellerisch thätig,
und zwar in deutscher und magyarischer
Sprache. Seit Jahren ein steißiger Mit«
arbeiter der Augsburger, jetzt Münchener
„Allgemeinen Zeitung", verficht er als
solcher in seinen mit Sach- und Local»
kenntniß geschriebenen Artikeln Englands
Politik in Asien, gegen Rußland in osten»
tativer Weise Partei nehmend. Die wich»
tigeren Artikel sind S. 246 zusammen,
gestellt worden. Schließlich sei noch er«
wähnt, daß der verewigte Kaiser Maxi«
mil ian von Mexico den kühnen Reisen»
den mit seinem Guadeloupe»Orden aus»
zeichnete.
I. 'Vämberli's selbständig erschienene Werke
und ihre Nedcrsehnngen. „Türkisck«deutsches
Wörterbuch" (Constcmtinopel 1838) lden biblio«
graphisch genauen Titel dieses Werkes konnte
ich nicht erfahren). — „.^dnäka. (ÜLa^t^
loi-clitotta", d. i. Abuska. Türktsch'tichagll-
taische Wörtersammlung u. s. w. (Pesth i862,
E^genber^cr, 8"., XXI. I und 107 S.). —
dan I' sIi 61- ando'I 2. Lu rkman 5iv».tkßoii
V0kka.räda äs Z-äniki'kauäba tott", d. i.
Neise in Mittelasien, von Teheran durch die
Turkmanische Wüste an der Ostküste des
Kaspischen Meeres nach Khiwa, Bokhara und
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Ullik-Vassimon, Band 49
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Ullik-Vassimon
- Band
- 49
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1883
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 348
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon