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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Ullik-Vassimon, Band 49
Seite - 279 -
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Mrkony 379 Thaddaus Amadä Graf lk. k. Hofmusikgraf, geb. zu Preß. bnrg am 10. Jänner 1783, gest. zu Wien 17. Mai 1843). Der Sproß eines alten ungarischen, ursprünglich deutschen Geschlechtes, dessen Ahnen, Namens Guthkeled, auf dem Schlosse Sztrop in Schwaben hausten und um die Mitte dos eilften Jahrhunderts mit dem von Kaiser Heinr ick eingesetzten Könige Peter I I . von Ungarn in dieses Land übersiedelten. Die Familie erscheint auch öfter unter dem Namen Am ade, wie denn auch in diesem Lexikon schon ein . Sproß derselben, der magyarische Dichter Ladislaus Am ad 6 von V^rkony ^Bd. I, S. 24^j, eine Stelle gefunden hat. Thaddaus, der einzige Sohn des Grafen Franz, Palatins der erz- bischöflichen Vajkaer und I^rsek-L^ler Stühle, und der Neffe des Grafen Anton, Obergespans vom Szalader Co» mitate, eines der ersten Rechtsgelehrten Ungarns seiner Zeit und eines berühmten und gefeierten Redners, zeigte in früher Jugend ungewöhnliches Talent und Vor- liebe für Musik und ließ im zarten i Knabenalter in größeren (5irkeln, in! welchen er ganze Concerte auf dem Cla- vier vortrug, sich hören. Es wurde ihm die Auszeichnung zutheil, vor Kaiser Leopold I I . Proben seiner Kunstfertig» keit zu geben. Er componirte auch Mehreres, und Einiges davon ist im Stich erschienen. Eine besondere Stärke aber besaß er im Improvisiren, im freien Phantasiren auf dem Piano, worin er sich öfter mit dem berühmten Hummel >M. IX, S. 419^ in einen Wettkampf einließ und hinter diesem großen Meister desClavierspiels nicht zurückblieb. Jedoch widmete er sich dem Staatsdienste und erhielt die Stelle eines Hofsecretars bei der ungarischen Hofkanzlei. Als aber im Jahre 1809 die kriegerischen Rüstungen Alt und Jung zu den Waffen riefen, trat er bei der adeligen ungarischen Insurrec- tion des Preßburger Comitats als Ritt- meister ein. Die durch den Tod seines Vaters 1824 erledigte erbliche Würde eines Palatins der erzbischöflichen Vajkaer und ^rsek Leler Stühle ging im genann- ten Jahre auf ihn über. Am 13. Mai 1831 , aber wurde er von Kaiser Franz zum Hofmusikgrafen ernannt, in welcher Stel- lung er vierzehn Jahre, bis an das Ende seines Lebens wirkte. Als Hofmusikgraf be- kleidete er gewissermaßen das Amt eines obersten Chefs des gesammten Musik« Wesens in Oesterreich. Nun war aber auch bei der ihm angeborenen Begeisterung für die Musik seine ganze Thätigkeit dem ihm unterstehenden kaiserlichen Musikinstitute, der Ho fcapelle, geweiht. Erforderte die Kunst nach besten Kräften, vergaß jedoch bei der übersichtlichen Leitung des Ganzen auch der Einzelnen nicht, und ein Nachruf bezeichnet ihn ausdrücklich als den theilnehmenden Freund jedes einzelnen Mitgliedes seiner Capelle. Unter seiner Leitung kamen die Tonwerke der berühmtesten Meister zur Aufführung, aber auch den Werken jüngerer vate» ländischer Talente ward durch seinen Ein- fluß gerechte Würdigung und Anerken- nung zutheil. Jedoch nicht nur dem ein- heimischen Künstler suchte er, so gut er konnte, zu nützen, auch fremde fanden Gelegenheit, in ihm den freigebigen, qroß- herzigen Kunstmäcen kennen zu 'lernen. Thatsache ist es auch, daß Graf Thad» däus, das Genie des jungen Liszt erkennend, mehrere Caualiero veranlaßte, daß sie dessen Vater ein Iahrgchalt aus< warfen, wodurch es diesem möglich wurde, das Talent seines Sohnes ordentlich aus» bilden zu lassen. Wie er aber als Hof« musikgraf zunächst die Musikaufführnngen
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Ullik-Vassimon, Band 49
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Ullik-Vassimon
Band
49
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1883
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
348
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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