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Juan' Hyacmtho 305 Vasque^^ Juan Hyacültho
schoben. An der Nebersetzung haben sich
Kertbeny und Vasf i gleichmäßig be-
theiligt, und Letzterer, der in Selbst-
beräucherung immer das Menschenmög-
liche gethan, meint: „sie möge wohl die
beste sein. die noch je aus dem Ungarischen
erschienen, so sehr auch die von Vasfi
allein herstammende Einleitung, die Noten
und auch die äußere Ausstattung dem
Buche nicht zum Vortheil gereichen und
es zu einer Parteischrift machen, während
es ein literarhistorisches Document hätte
werden sollen". So glossirt hinterher
Kertbeny seinen Mitherausgeber. Auch
dos ist B enkert'Art, seinem Verbünde-
ten, nachdem dieser redlich gearbeitet,
hinterher einen Hieb zu versetzen, und
thatsächlich sind Vasfi-Eisler's Ein-
leitung und Noten mehr werth, als
sämmtliche Uebersetzungen ungarischer
Gedichte von Benkö-Kertbeny.Ben.
kert. Auch arbeitete Vasfi während
seines Aufenthaltes in Leipzig gemein-
schaftlich mit I . E. Horn M . IX,
S. 288). 1831 begab er sich aber nach
Paris und von dort wandelte er 1833
nach Amerika aus, wo er sich zu New-
Uork als praktischer Arzt niederließ, eine
Amerikanerin heiratete und bald ein ange-
sehener Heilkünstler wurde.
Kertbent) (E. M.). Album hundert unga-
rischer Dichter. In eigenen und fremden Neber-
setzungen (Dresden und Vesth 1854, Rodelt
Schäfer und Hermann Geibel. is>°.) S. 333.
Vasquez de Pinos, Juan Hyacintho
Conte <k. k. Feldmarschall, geb. in
Spanien 468t, gest. zu Wien am
23. December 1734. Die Familie stammt
aus Spanien, wo sich schon im zwölften
Jahrhunderte Ritter Vasquez de
P i n o s finden. Den Gra fen st and
datirt sie aus dem Jahre 1344, die
spanische Grandenwürde erhielt
sie 1319 durch Kaiser Kar l V. Mit
v.Wurzbach. biogr. Lerikon. XI.IX. Kaiser Karl VI. kam sie 1711 nach
Oesterreich, wo sie zur Stunde noch
blüht, doch fehlen uns alle Behelfe,
uin eine Stammtafel nach authentischen
Daten zu entwerfen. Graf Juan Hya<
cint ho stand zur Zeit des spanischen
Erbfolgekrieges (1701—1714) auf der
Seite Karls I I I . und diente unter den
von Guidobald Grafen Starhemberg
M . XXXVII, S. 202) in Catalonien
befehligten Truppen. Mit diesem zog er
auch nach Deutschland, kämpfte 1713 bis
1718 in Ungarn gegen die Türken und
kam darauf nach Sicilien, wo er zum
Obersten vorrückte. Am 7. November
1723 wurde er Generalwachtmeister, am
22. November 1733 Feldmarschall-Lieu-
tenant und im December 1724 Inhaber
des eben neuerrichteten Infanterie»Regi«
ments Nr. 48. I n den französischen
Kriegen 1733—1733 befehligte er am
Rhein, ward im April letztgenannten
Jahres General der Cavallerie und am
6. April 1741 General-Feldmarschall, in
welcher Eigenschaft er jedoch keine Kriegs«
dienste mehr leistete. Gegen das Ende
seines Lebens wohnte er auf seinem Land»
gute Thumhof zu Brunn am Gebirge
nächst Wien, und zwar zusammen mit
dem Schwiegervater seiner ersten Frau,
dem Grafen von Palas, Marquis von
Rialp. In Gemeinschaft mit demselben
verwendete er große Summen zum Auf-
bau der dortigen Kirche, welche am
30. September 1737 von dem Wiener
Erzbischofe Sigismund Grafen Kollo-
nitsch, einem Vetter des berühmten
Graner Erzbischofs Leopold, zu Ehren
der h. Kunigunde eingeweiht wurde.
Diese Feier gewann eine höhere Vedeu-
tung durch die Gegenwart des Prinzen
Don Emanuel von Portugal, welcher
sich als Bewerber um die Hand der
Erzherzogin Maria Theresia, nach-
.r. t4. Feb. 1884.) 20
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Ullik-Vassimon, Band 49
- Titel
- Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
- Untertitel
- Ullik-Vassimon
- Band
- 49
- Autor
- Constant von Wurzbach
- Verlag
- Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
- Ort
- Wien
- Datum
- 1883
- Sprache
- deutsch
- Lizenz
- PD
- Abmessungen
- 13.41 x 21.45 cm
- Seiten
- 348
- Schlagwörter
- Biographien, Lebensskizzen
- Kategorien
- Lexika Wurzbach-Lexikon