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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich - Weil-Weninger, Band 54
Seite - 254 -
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Weltner 284 Weltner spiele, letztere jedoch nur auf kurze Zeit, geben ließ. Nun bezog Albert das Gimnasium der Piaristen in der Joseph- siadt, trieb neben den vorgeschriebenen Lehrgegenständen mit besonderer Vor- liebe deutsche Sprache, Geschichte und Mineralogie und fühlte sich auch, wohl zunächst infolge der Einsamkeit bei dem Mangel an Geschwistern und gleich« altrigen Verwandten, zu kleineren poeti- schen Versuchen gedrängt. Als es endlich zur Wahl eines Berufsstudiums kam, schwankte er eben noch zwischen dem der Rechtswissenschaft und der philosophi' schen Disciplinen, als die plötzliche schwere Erkrankung des Vaters diese Frage entschied. Im Hinblick auf den baldmöglichen Tod desselben entstand bei der kleinen Pension, auf welche die Mutter angewiesen war, erst recht die Schwierigkeit einer Fortsetzung der Stu- dien, und Weltner sah sich nach einer seinen Lebensunterhalt sichernden Stel- lung um. Er trat als Rechnungsprac» ticant bei der Finanzlaudesdirection in Wien ein, bei welcher er jedoch nahezu vier Jahre ohne Adjiitum diente. Das war wenig ermunternd; zudem mußte er, um seinen Eltern nicht ganz zur Last zu fallen, nach abgethanen Amtsstunden noch Privatlectionen geben; so blieb denn die poetische Production ziemlich zurück; dagegen knüpfte er theils persön» lichen, theils schriftlichen Verkehr mit vielen Schriftstellern und Dichtern an, die eben damals in Wien an der Tages- ordnung waren, und von denen wir neben dem Altmeister Bauern feld nur einige wenige nennen, wie Leopold Feldmann, Franz Nissel, D. Pol l- Hammer, Ludwig Germonik, Fer- cher von Ste inwand, Alfred Fried« mann, Balduin Gro l l er, H. Laube, Joseph Rank u. s. w., welche immerhin anregend auf den schaffenslustigen Iüng. ling wirkten. Einfluß auf die günstige Wendung seines Geschickes übte aber vornehmlich Bauern feld, den er im Hause der treuen Freundinen Grill» parzer's, bei den Fräulein Fröhlich, mit denen er auch entfernt verwandt war, kennen lernte. B a u e r n f e l d empfahl seinen Schützling dem damaligen Reichssinanzminister Freiherrn von Hof- mann, der denselben als Practicanten in das Reichsfinanzministerium aufnahm. Aus diesem kam Weltner in das Mini. sterium des Aeußern. Daselbst aushilfs- weise im literarischen Bureau verwendet, ward er zuletzt dem bosnischen Departe^ ment des Reichsfinanzministeriums zur Dienstleistung zugewiesen. Als dann Freiherr von Hofmann nach Nieder» legung seines Portefeuilles mit der Gene- ralintendanz der k. k. Hoftheater betraut wurde, erhielt Wel tner bei dieser Hof. behörde am 1. Mai 1881 eine Ofsicials- stelle, in welcher er zur Zeit noch thätia ist. Die Muße seines Berufes ließ ihm im Ganzen nur wenig Zeit zu literari» schem Schaffen. Das Meiste findet sich bisher in der in Zamarski's Verlage herausgegebenen „Neuen Illustrirten Zeitung" und in der von Manz begrün» deten illustrirten Zeitschrift „Die Hei» mat". Außerdem schrieb er 4880 das Lustspiel: „Ant den erttrn Ulllinent" und 1882 das Festspiel: „Nll3 Weiticgrschrnk des Genius". Die Wiener Compositeure H. I . Löwenstamm, Ernst Stoiber und Max Ritter vonWein zierl haben ver» schiedene seiner Gedichte in Musik gesetzt. Weltner bedient sich auch bei seinen schriftstellerischen Arbeiten des Pseudo» nyms: Oskar von Eichentreu» Rentlew. Brummer (Franz). Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten des neunzehnten
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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Weil-Weninger, Band 54
Titel
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
Untertitel
Weil-Weninger
Band
54
Autor
Constant von Wurzbach
Verlag
Verlag der Universitäts-Buchdruckerei von L. C. Zamarski
Ort
Wien
Datum
1886
Sprache
deutsch
Lizenz
PD
Abmessungen
13.41 x 21.45 cm
Seiten
346
Schlagwörter
Biographien, Lebensskizzen
Kategorien
Lexika Wurzbach-Lexikon
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