Anselm Kiefer

Anselm Kiefer (* 8. März 1945 in Donaueschingen) ist ein deutscher Maler und Bildhauer. Er zählt zu den bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Künstlern nach dem Zweiten Weltkrieg. Seine Werke wurden auf den bedeutendsten internationalen Kunstausstellungen – documenta 6, 7 und 8, Biennale von Venedig (Deutscher Pavillon 1980) – und in den renommiertesten Museen Europas, Japans und der Vereinigten Staaten von Amerika ausgestellt.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Anselm Kiefer wurde kurz vor Kriegsende als Sohn des Kunstpädagogen Albert Kiefer und seiner Frau Cilly[1] im Luftschutzkeller eines Krankenhauses in Donaueschingen geboren.[2] Ab 1951 wuchs er in Rastatt auf. 1965 begann er in Freiburg im Breisgau das Studium der Rechtswissenschaften, Romanistik und Literatur. Bereits in dieser Zeit widmete er sich zugleich der Bildenden Kunst und studierte von 1966 bis 1968 Malerei in Freiburg bei Peter Dreher und danach als Schüler von Horst Antes in Karlsruhe. Seine Abschlussarbeit 1969 in Karlsruhe war eine fotografische Dokumentation einer Performance.

Unter dem Titel „Besetzungen“ führte Kiefer an verschiedenen Stätten Europas (Schweiz, Holland, Frankreich, Italien) den Hitlergruß aus, bekleidet mit Uniformteilen seines Vaters (Reithose, Reitstiefel und Militärmantel), in denen dieser als Offizier an der Front den Weltkrieg erlebt hatte.[1] Zu seinem Motiv hat sich Kiefer später wie folgt geäußert: „Ich muss ein Stück mitgehen, um den Wahnsinn zu verstehen“ und: „In diesen ersten Bildern wollte ich mich selbst fragen: bin ich faschistisch? Es ist eine sehr schwerwiegende Frage. Man kann darauf nicht auf die Schnelle antworten. Das wär ja einfach. Autorität, Konkurrenzgeist, Überlegenheitsgefühle […], all das gehört zu meiner Persönlichkeit, wie zu jedem Menschen.“[3] Die Arbeit rief einen wahren Skandal hervor und wurde von der Mehrheit der Professoren abgelehnt. Kiefer setzte das Kunststudium danach bis 1972 bei Joseph Beuys in Düsseldorf fort, der an Kiefers kritischer Absicht bei dieser Aktion keinen Zweifel hegte.[4] Als „Teufelsaustreibung mittels Affirmation“ bezeichnete der Berliner Tagesspiegel die Aktion anlässlich einer späteren Ausstellung des nach den Fotos erstellten Gemäldezyklus.[5]

Nach längerer Tätigkeit im Odenwald, wo er eine ehemalige Fabrik mit verschiedenen Werkhallen und einer stillgelegten Ziegelei als Atelier erworben hatte, verließ er nach der Trennung von seiner Frau 1991 Deutschland, um ausgedehnte Reisen nach Indien, Mexiko, China und USA zu unternehmen, bevor er sich 1993 in Frankreich in der stillgelegten Seidenfabrik La Ribaute in Barjac (Cevennen) niederließ, wo er in einem 35 Hektar großen Industriegebäudekomplex ein Atelier errichtete.

Seit 2008 lebt Kiefer in der Nähe von Paris. Im Winter 2010/2011 lud ihn das berühmte Collège de France zu Vorlesungen über sein Kunstverständnis ein.[6] Seither lehrt er dort als Professor.

Kiefer wurde mit einer Serie von Preisen und Auszeichnungen bedacht: 1983 erhielt er den Hans-Thoma-Preis, 1990 den Wolf-Preis. 1999 wurde ihm der Praemium Imperiale der Japan Art Association für sein Lebenswerk verliehen. In der Begründung der Preisvergabe heißt es: Eine komplexe kritische Beschäftigung mit der Geschichte durchzieht Anselm Kiefers Arbeit.. 2005 erhielt er das Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland sowie das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst. Am 19. Oktober 2008 wurde ihm der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen.[7][8]

Werk

Kiefers Werk ist geprägt von der deutschen Geschichte, ihren Geistesgrößen und ihren Mythen. „Meine Biographie ist die Biographie Deutschlands“, lautet ein häufig zitierter Ausspruch von ihm.[9] In seinem gesamten Schaffen setzt er sich mit der Vergangenheit auseinander. Er gilt als ein Geschichtsversessener, der sich als erster deutscher Künstler nach dem Zweiten Weltkrieg auf das verminte Gelände der Nazisymbolik begab und damit Tabu- und Reizthemen der jüngeren Geschichte berührte. Insbesondere das Thema der NS-Herrschaft wird in seinen Werken reflektiert. Die Folge waren jahrzehntelange kontroverse Diskussionen in den Medien über den Wert seines künstlerischen Schaffens.

Bereits seine erste Einzelausstellung „Besetzungen“, die 1969 in Karlsruhe als ein Zyklus von acht Gemälden nach Fotos seiner Karlsruher Abschlussarbeit gezeigt wurde, sorgte für öffentliche Auseinandersetzung.

In seiner Düsseldorfer Zeit orientierte sich Kiefer stilistisch an Georg Baselitz. Dick aufgetragene Farbschichten bearbeitete er mit Feuer oder Äxten und kombinierte sie mit Glas, Holz und Pflanzenteilen. In den 1970er Jahren beschäftigte er sich insbesondere mit deutscher Mythologie. Im folgenden Jahrzehnt setzte er sich mit der jüdischen Mystik, der Kabbala, auseinander. Auf ausgedehnten Reisen durch Europa, die USA und den Mittleren Osten wurde er mit weiteren Einflüssen konfrontiert, unter denen beeindruckende Kunstwerke entstanden. Neben Gemälden schuf Kiefer Aquarelle, Holzschnitte, übermalte Fotos und Bücher, außerdem Skulpturen, in denen Kiefer vielfach Blei einsetzt, „das Metall des Saturns und der Melancholie“.[10] Bekannt sind unter anderem seine Flugzeuge und Raketen aus Blei sowie eine Bibliothek aus überdimensionalen aus Blei gegossener Folianten (Werktitel: „60 Millionen Erbsen“).

Die Werke seiner deutschen Phase zeichnen sich durch einen dumpfen, fast schon depressiv wirkenden, zerstörerischen Duktus aus. In den meisten seiner Arbeiten verwendet Kiefer eine Fotografie als Ausgangsfläche, um sie dann mit Erde und anderen Rohmaterialien der Natur zu 'bearbeiten'. Gleichfalls charakteristisch für ihn ist es, dass man in (fast) allen seinen Gemälden Schriftzüge bzw. Namen von Menschen, Sagengestalten oder geschichtsträchtigen Orten findet. All dies sind verschlüsselte Siglen, durch die Kiefer die Vergangenheit aufzuarbeiten sucht. Daher wird er oft auch mit einer als Neuer Symbolismus bezeichneten Stilrichtung in Verbindung gebracht.

Dichter wie Paul Celan und Ingeborg Bachmann haben ihn zu bedeutenden Werken inspiriert. Für das Bild „Dein goldenes Haar, Margarethe“ (1981) entlieh er sich eine Zeile aus Celans wohl bekanntestem Gedicht Todesfuge, die Bilder „Böhmen liegt am Meer“ (1995 und 1996) tragen den Titel eines Gedichts von Bachmann.

Seine Bilder sowie die Skulpturen von Georg Baselitz verursachten bei der Biennale von Venedig im Jahre 1980 einen Aufruhr: die Betrachter mussten entscheiden, ob die scheinbar nationalsozialistischen Motive ironisch gemeint waren oder ob damit faschistoide Ideen transportiert werden sollten. Kiefer arbeitete in der Überzeugung, dass die Kunst einer traumatisierten Nation und einer irritierten, geteilten Welt Heilung bringen könnte. Auf riesigen Leinwänden erschuf er epische Bilder, die die Geschichte der deutschen Kultur mit Hilfe von Darstellungen von Figuren wie Richard Wagner oder Goethe aufriefen, und setzte so die Tradition der Geschichtsmalerei als Mittel zur Ansprache an die Welt fort. Nur wenige zeitgenössische Künstler haben einen so ausgeprägten Sinn für die Verpflichtung der Kunst zur Beschäftigung mit der Vergangenheit und ethischen Fragen der Gegenwart, und sind in der Lage die Möglichkeit auszudrücken, Schuld durch menschliche Anstrengung zu tilgen.

Jericho, Royal Academy of Arts, London

Mit seinem Umzug nach Frankreich um 1993 löste er sich von deutscher Vergangenheitsbewältigung, seine Palette wurde lichter, seine Themen weiteten sich ins Kosmische, er nutzte neue Materialien und neue Werkzeuge wie „Baumaschinen ebenso wie Spitzhacke, Axt und Flammenwerfer“.[11]

Ende Oktober 2007 enthüllte Kiefer im Pariser Louvre ein von ihm erstelltes Auftragswerk. Das 14 × 4 Meter große Gemälde zeigt einen auf dem Boden liegenden nackten Mann (Kiefer), der – laut Kiefer – mit dem Universum verbunden sei. Dies war das erste Auftragswerk des Museums seit dem Jahr 1953. 2008 wurden Werke Kiefers aus der Sammlung Großhaus im Kreuzstall von Schloss Gottorf ausgestellt, insbesondere sein Buch „for Robert Fludd – the secret life of plants“, mit 18 bleiernen Doppelseiten, mit Acryl auf Fotografie in Mischtechnik gestaltet.

Aufmerksamkeit und Kritik in den Medien erregte er, als er die Bilder von Jean Genet mit den Medien-Bildern vom Terroranschlag vom 11. September 2001 verglich, und sie als „das perfekteste Bild […], das wir seit den Schritten des ersten Mannes auf dem Mond gesehen haben“ bezeichnete, da sie alle Parameter der Kunst erfüllen würden.[12]

Der Bauunternehmer und Kunstmäzen Hans Grothe äußerte vor Jahren die Absicht, in einem noch zu errichtenden Anselm-Kiefer-Museum nahe dem Berliner Kurfürstendamm 30 bis 50 Werke des Künstlers zu präsentieren.[13] In diesem Zusammenhang ist es ihm 2012 gelungen, die Bundeskunsthalle für eine Ausstellung seiner Sammlung zu gewinnen.[14]

Zitate

Frage: Was fasziniert Sie so am Blei? Kiefer: „Es ist wie mit der Aura von Namen. Das Blei wirkt mehr als alle anderen Metalle auf mich. Wenn man so einem Gefühl nachforscht, erfährt man, dass Blei schon immer ein Stoff für Ideen war. In der Alchemie stand dieses Metall an der untersten Stufe des Goldgewinnungsprozesses. Blei war einerseits stumpf, schwer und mit Saturn verbunden, dem hässlichen Mann — andererseits enthält es Silber und war auch schon der Hinweis auf eine andere, geistigere Ebene.“[15]

Der Londoner Kunsthistoriker Norman Rosenthal über die Wirkung von Kiefers Bildern: „Sie mögen den Deutschen Schmerzen bereiten, aber im Ausland wird er auch deshalb bewundert, weil er komplexe Werke zur Hitler-Zeit, auch zum Judentum geschaffen hat.“ Dieser Deutsche habe ein echtes Verhältnis zur eigenen Kultur, zu Beethoven, Heine, Goethe oder Wagner, und er bringe in seiner Kunst „das Schreckliche und das Schöne an seinem Land auf grandiose Weise zusammen“.[16]

Ausstellungen

Auswahl der Einzelausstellungen:

Preise und Auszeichnungen

Werke

  • 1974: Malerei der verbrannten Erde
  • 1976: Wege der Weltweisheit: Hermannsschlacht. Sammlung der Deutschen Bank, Frankfurt a.M.
  • 1980–1985: Midgard. Öl und Acrylfarbe auf Leinwand, 361 × 604 cm, The Carnegie Museum of Art, Pittsburgh, Pennsylvania
  • 1980: Wege der Weltweisheit: Die Hermanns-Schlacht. Sammlung Marx
  • 1981: Innenraum. Stedelijk Museum, Amsterdam
  • 1981: Dein goldenes Haar, Margarete. Öl, Acryl, Emulsion, Kohle, Stroh auf Rupfen, 130 × 170 cm,
  • 1981–1996: Die große Fracht. 300 x 840 x 50 cm, Öl, Emulsion, Sonnenblumen und Blei auf Leinwand, Sammlung Grothe
  • 1982: Wölundlied (mit Flügel). Emulsion und Stroh auf Fotografie mit Blei auf Leinwand montiert, 280 × 380 cm, Saatchi Collection, London
  • 1982: Märkischer Sand. Ölfarbe, Sand auf Leinwand, Stedelijk Museum, Amsterdam
  • 1983: The Supreme Being. Musée National d'Art Moderne, Paris
  • 1983 Sulamith. Öl, Emulsion, Holzschnitt, Schellack, Acryl und Stroh auf Leinwand, 290 x 370 cm, Privatsammlung
  • 1983–84 Seraphim. Öl, Stroh, Emulsion und Schellack auf Leinwand 320,7 x 330,8 cm, Solomon R. Guggenheim Museum, New York
  • 1984–1985: Die Ordnung der Engel. Emulsion, Öl, Schellack, Acryl auf Leinwand, Stahldraht, übermalte Postkarten, Bleiobjekte, 330 × 535 cm, Fundació Caixa de Pensions, Barcelona
  • 1985–1987: Die Milchstrasse. Emulsion, Öl, Acrylfarbe, Schellack auf Leinwand, Draht und Blei; Albright-Knox Art Gallery, Buffalo, USA
  • 1985–1987 Osiris und Isis. Emulsion, Öl, Acryl, 381 x 560 x 16,51 cm, San Francisco Museum of Modern Art
  • 1986: Jerusalem. Emulsion, Acryl, Schellack, Goldfolien, zwei stählerne Skis, Blei, 380 × 560 cm
  • 1986: Die Frauen der Revolution. Kreide, Blei auf Holzplanken, mit Maiglöckchen und Rosen hinter Glas mit Bleirahmen, Setzholz (übermalt), 280 × 1986 cm
  • 1986-89: Zweistromland. Bodenskulptur, Annähernd 200 Bücher aus Blei in zwei Stahlregalen, Kipferdraht. Glas, Fotografien und verschiedene organische Materialien, 460 x 784 x 180 cm, Astrup Fearnley Museum of Modern Art, Oslo[18]
  • 1987-90: Lilith. Öl, Emulsion, Schellack, Blei, Asche, Mohn, Haar und Ton auf Leinwand, 380 x 560 cm, Sammlung Grothe
  • 1989: Mohn und Gedächtnis. Bodenskulptur; Blei, Glas, Mohn, Eisen; Höhe: 230 cm, Breite: 650 cm, Tiefe: 630 cm; Hamburger Bahnhof (Berlin), Sammlung Marx[19]
  • 1989: Berenice. Bodenskulptur, Blei, Glas, Fotografien and Haar, 120 x 390 x 320 cm, Guggenheim-Museum Bilbao
  • 1990: Shebirat Ha Kelim. Blei, Glas, Kleid, Asche und Frauenhaar auf Holz, 380 x 250 x 35 cm, Sammlung Grothe
  • 1991: Volkszählung. Bodenskulptur; Stahl, Blei, Erbse; Höhe: 415 cm, Breite: 570 cm, Tiefe: 800 cm; Hamburger Bahnhof (Berlin), Sammlung Marx[20]
  • 1992: Öko-Nischen (Museum Ludwig, Köln)
  • 1994: Schlacht über England. Öl, Emulsion und Blei auf Leinwand, 190 x 280 cm, Sammlung Grothe
  • 1995 Les Reines de France. Emulsion, Akryl, Sonnenblumensamen, Fotografien, Holzschnitt, Blattgold und Karton auf Leinwand, 3 Panels, 560,1 x 737,9 cm, Solomon R. Guggenheim Museum, New York
  • 1995: The Land of the Two Rivers (Zweistromland). Emulsion, Akryl, Blei, Salz, 416 x 710 cm, Guggenheim Museum, Bilbao[21]
  • 1995: Böhmen liegt am Meer. Öl, Blei, harzüberzogene Farne und Mischtechnik auf Leinwand, 190 x 559 cm, Sammlung Frieder Burda
  • 1996: Böhmen liegt am Meer. 191,1 × 561,3 cm, Metropolitan Museum of Art,[22] New York,
  • 2001–2002: La vie secrète des plantes. Musée National d'Art Moderne, Paris
  • 2002: Voyage au bout de la nuit. Öl, Emulsion, Mischtechnik und Blei auf Leinwand, 385 x 560 cm, Sammlung Grothe
  • 2002: Le dormeur du val (d'après le sonnet de Arthur Rimbaud), Öl
  • 2003, Bühnenbild und Kostüme für Ödipus in Kolonos von Sophokles am Wiener Burgtheater (Regie Klaus Michael Grüber)
  • 2003, Bühnenbild und Kostüme für Elektra von Richard Strauss am Teatro San Carlo in Neapel (Regie Grüber)
  • 2004–2008: Die Freimaurer – Logenbild
  • 2006: Merkaba. Öl und Emulsion auf Leinwand, 190 x 280 cm, Sammlung Grothe
  • 2007: Jakobsleiter. Öl, Emulsion, Acryl, Schellack, Dornen, Gips, harzüberzogene Farne und Ton auf Leinwand unter Glas, 285 x 140 cm, Sammlung Grothe
  • 2007: Athanor, Louvre, Paris; im Treppenhaus der Architekten Percie und Fontain am nördlichen Ende der Colonnade Perrault
  • 2009: Der fruchtbare Halbmond. Öl und Emulsion auf Leinwand, 460 x 760 cm, Sammlung Grothe
  • 2011: purificatio dissolutio coagulato. 2,8 x 3,8 m, Galerie Thaddaeus Ropac, Salzburg, Ausstellungshalle
  • 2011: Essence. Öl, Emulsion, Acryl. Schellack, Waage mit Salz und Farbresten auf Leinwand, 280 x 570 cm, Sammlung Grothe

Literatur

Bücher von Kiefer
  • Zweistromland. Mit einem Essay von Armin Zweite. In Zusammenarbeit mit der Anthony d'Offay Gallery London. DuMont, Köln 1989.
  • Die Kunst geht knapp nicht unter. Anselm Kiefer im Gespräch mit Klaus Dermutz. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2010
  • Notizbücher. Band 1998-99. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-518-42195-6
Bücher über Kiefer
  • Daniel Arcas: Anselm Kiefer. Éditions du Regard, Paris 1996
  • Christina Fenne: Anselm Kiefer. Historienmalerei nach Auschwitz. Dissertation Witten/Herdecke 1999.
  • Albert Kiefer: In Kriegs- und Friedenszeiten. Ästhetische Erziehung als Lebensaufgabe. Mit der erstmaligen Veröffentlichung der bildnerischen Entwicklung in Kindheit und Jugend des Sohnes Anselm Kiefer. Verlag Dr. Kovač, Hamburg 2003, ISBN 3-8300-0900-3.
  • Andréa Lauterwein: Anselm Kiefer / Paul Celan. Myth, Mourning and Memory. With 157 illustrations, 140 in colour. Thames & Hudson, London 2007. ISBN 978-0-500-23836-3.
  • Cordula Meier: Anselm Kiefer. Die Rückkehr des Mythos in der Kunst. Dissertation Essen, Essen 1992.
  • Christoph Ransmayr: Der Ungeborene oder Die Himmelsareale des Anselm Kiefer. S. Fischer, Frankfurt am Main 2002, ISBN 3-10-062925-6.
  • Christoph Ransmayr: Alkahest. Galerie Thaddaeus Ropac, Paris 2011, ISBN 978-3-901935-45-9.
  • Sabine Schütz: Geschichte als Material. Arbeiten 1969–1983. DuMont, Köln 1999, ISBN 3-7701-4707-3. (Dissertation Aachen 1998)
  • Werner Spies: Anselm Kiefer · Lasst tausend Blumen blühen. Katalogbuch deut./engl./franz. Künzelsau 2004, ISBN 3-89929-029-1.

Kiefer-Museum in Mannheim

Nach einem Beschluss des Kulturausschusses der Stadt Mannheim soll auf dem Gelände der ehemaligen Schildkrötfabrik ein Museum mit Werken Kiefers aus der weltweit größten Privatsammlung des Heidelberger Kiefer- und Gesichtschirurgen Joachim Mühling entstehen. Die Trägerschaft übernimmt zunächst für 10 Jahre die Stiftung für Kunst und Kultur Bonn, die Stadt Mannheim gewährt einen jährlichen Betriebskostenzuschuss von 80.000 Euro, der Sponsor MVV Energie AG beteiligt sich mit einem fünfstelligen Betrag. Die Museumseröffnung war geplant für Herbst 2009, musste jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Die Sammlung soll an 5 Tagen in der Woche für mindestens 900 Stunden pro Jahr zugänglich sein.[23]

Dokumentarfilm

Die englische Filmregisseurin und -Produzentin Sophie Fiennes stellte 2010 den Film Over Your Cities Grass Will Grow fertig, der in Kiefers Refugium im französischen Barjac aufgenommen wurde. Der Film wurde bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2010 in einer Sondervorführung außerhalb des Wettbewerbs gezeigt.[24]

Weblinks

 Commons: Anselm Kiefer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b Adelheid Sievert: Ein Gruß unseres Alumnus Albert Kiefer, Alumni-Initiative Kunstpädagogik, Januar 2011.
  2. Catrin Lorch: Auch mal ohne Blei. In: Süddeutsche Zeitung. 20. August 2011, S. 17.
  3. Interview mit Anselm Kiefer von Steven Henry Madoff, In: Art News. Bd. 86, Nr. 8, Oktober 1987.
  4. Ulf Poschardt: Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.welt.deAnselm Kiefer macht den Hitlergruß zu Kunst. In: Welt am Sonntag, 18. Mai 2008.
  5. Christina Tilmann: Hitlergruß an die Vernunft: Am Abgrund des Faschismus: Anselm Kiefers „Heroische Sinnbilder“ provozieren in Heiner Bastians Berliner Galerie. In: Der Tagesspiegel, 2. Mai 2008.
  6. Sein Geschmack. In: FAZ. 2. Februar 2011, S. N3.
  7. Anselm Kiefer erhält Friedenspreis. In: Spiegel Online, 4. Juni 2008
  8. Börsenverein des Deutschen Buchhandels: Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2008 an Anselm Kiefer.
  9. Jörg von Uthmann: Anselm Kiefer im Pariser Grand Palais: Der Künstler über seine Hausbauten und die Faszination durch deutsche Mythen. In: Die Welt, 2. Juni 2007.
  10. Christoph Ransmayr: Der Ungeborene oder die Himmelsareale des Anselm Kiefer. S. Fischer, Frankfurt am Main 2002, S. 21.
  11. Christoph Ransmayr: Der Ungeborene oder die Himmelsareale des Anselm Kiefer. S. Fischer, Frankfurt am Main 2002, S. 15.
  12. Lena Bopp: Anselm Kiefer am Collège de France – Bin Ladin – eine Kunst-Performance? In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3. Februar 2011.
  13. Brigitte Schmiemann: Anselm-Kiefer-Museum wird nun doch gebaut. In: Welt online, 21. Oktober 2005.
  14. http://www.sueddeutsche.de/kultur/anselm-kiefer-ausstellung-in-bonn-skandaloese-haengung-1.1390323 http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst/bundeskunsthalle-bonn-von-tiefpunkt-zu-tiefpunkt-11797790.html
  15. „Nachts fahre ich mit dem Fahrrad von Bild zu Bild". Ein Werkstattgespräch mit Anselm Kiefer über seine Arbeit und seine Weltsicht. Von Christian Kämmerling und Peter Pursche. In: Süddeutsche Zeitung, Magazin Nr. 46 vom 16. November 1990.
  16. Ulrike Knöfel, Mathias Schreiber: Mythologe des Schreckens. In: Der Spiegel, 9. Juni 2008, Heft 24/2008.
  17. Anselm Kiefer erhält Leo-Baeck-Medaille. In: Saarbrücker Zeitung (Kultur) vom 12. Dezember 2011, S. B4
  18. Abbildung
  19. Bildarchiv Foto Marburg / Bildindex der Kunst und Architektur: Mohn und Gedächtnis
  20. Bildarchiv Foto Marburg / Bildindex der Kunst und Architektur: Volkszählung
  21. Abbildung
  22. Heilbrunn Timeline of Art History, The Metropolitan Museum of Art: Anselm Kiefer: Bohemia Lies by the Sea (1997.4ab)
  23. Harald Berlinghof: Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[3] [4] Vorlage:Toter Link/www.rnz.dekiefer-Kunst im Kesselhaus; Rhein-Neckar-Zeitung, 6. März 2009.
  24. Festival des Cannes: The Official Selection 2010: Over Your Cities Grass Will Grow, abgerufen am 3. März 2012