August Maria Knoll

August Maria Knoll (* 5. September 1900 in Wien; † 24. Dezember 1963 ebenda) war ein österreichischer Jurist, Soziologe und katholischer Sozialreformer.

Inhaltsverzeichnis

Leben

August Maria Knoll studierte in Wien und wurde dort Mitglied der Maximiliana Wien im KÖL und der KÖStV Nibelungia Wien im ÖCV. Knoll wurde 1931 mit der staatswissenschaftlichen Arbeit Karl Vogelsang und der Ständegedanke an der Universität Wien promoviert. Er wurde 1932 Privatsekretär von Ignaz Seipel. 1934 habilitierte er sich bei Othmar Spann mit der Schrift Der Zins in der Scholastik. Knoll war zunächst als Privatdozent an der Juridischen Fakultät der Universität Wien und als Chefredakteur der Wochenschrift Arbeiter-Sonntag tätig. In den Jahren 1934 bis 1938 war er Chefredakteur der Wiener Tageszeitung Das Kleine Blatt.

Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde er in den Jahren 1938 bis 1945 mit einem Berufsverbot belegt und war während den Jahren 1940 bis 1943 Privatbibliothekar. Woher diese Information kommt ist nicht belegt, belegt ist seine 1936 veröffentlichte Schrift: Ziel und Glaube. Der Weg einer Generation. Darin heißt es: Die Prinz-Eugen-Feiern, die anläßlich des 200. Todestages des großen österreichischen Heerführers am 21. April 1936 in Wien und in Berlin gemeinsam abgehalten wurden, haben im deutschen Volk die Bedeutung des deutschen Staates an der Donau wieder erkennen lassen: Hort des Reiches gegen das chaotische Farbgesicht der außereuropäischen Welt zu sein. (S. 3)

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erhielt 1946 August Maria Knoll einen Ruf als a.o. Universitätsprofessor für Religionssoziologe an die Universität Wien und ab 1950 als Ordinarius für Soziologie, wo der spätere Sozialphilosoph Norbert Leser zu seinen Schülern zählte[1]. Im Jahr 1953 gründete er gemeinsam mit Karl Kummer das Institut für Sozialpolitik und Sozialreform, welches heute den Namen Dr. Karl-Kummer-Institut für Sozialreform, Wirtschafts- und Sozialpolitik trägt.

August Maria Knoll war zusammen mit Ernst Karl Winter, Alfred Missong, Hans Karl von Zessner-Spitzenberg und Wilhelm Schmidt, die alle in verschiedenen katholischen Verbindungen korporiert waren, gemeinsam jedoch Mitglieder der Landsmannschaft Maximiliana waren, in den 1920er Jahren Begründer der Österreichischen Aktion, die sich mit paneuropäischen Theorien beschäftigten.

Am 11. Februar 1963 war August Maria Knoll zusammen mit Ludwig Jedlicka, Paul Schärf und Herbert Steiner Mitbegründer des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW) und deren Präsident.

Zitate

  • „Der Nationalsozialismus ist jene Bewegung, die das preußische Schwert der österreichischen Narretei zur Verfügung gestellt hat.“

Schriften (Auswahl)

  • Der soziale Gedanke im modernen Katholizismus, Rheinhold-Verlag Leipzig
  • Schriftenreihe des Institutes für Sozialpolitik und Sozialreform, Verein f. Sozial- u. Wirtschaftspolitik Wien
  • Die österreichische Aktion : Programmatische Studien, Wien 1927
  • Kardinal Fr. G. Piffl und der österreichische Episkopat zu sozialen und Kulturellen Fragen 1913-1932, Rheinhold-Verlag Leipzig 1932
  • Das Ringen um die berufsständische Ordnung in Österreich, Österr. Heimatdienst, 1933
  • Der Zins in der Scholastik, Tyrolia München 1933
  • Von Seipel zu Dollfuß, Manz Wien 1934
  • Ziel und Glaube. Der Weg einer Generation, Wien 1936
  • Das Kapitalismus-Problem in der modernen Soziologie, Herold Wien 1953
  • Katholische Gesellschaftslehre : Zwischen Glaube u. Wissenschaft, Europa Verlag Zürich 1966
  • Katholische Kirche und scholastisches Naturrecht : Zur Frage d. Freiheit, Luchterhand 1968
  • Glaube zwischen Herrschaftsordnung und Heilserwartung : Studien zur politischen Theologie und Religionssoziologie, Böhlau 1996, ISBN 3-205-98605-9

Einzelnachweise

  1. Vgl. seine Widmung im Buch Sozialphilosophie, 2. Aufl., Wien (u.a.): 1997

Weblinks