Hans Karl Zeßner-Spitzenberg

Hans Karl Zeßner-Spitzenberg (* 4. Februar 1885 als Hans Karl Freiherr von Zeßner-Spitzenberg in Dobritschan; † 1. August 1938 im KZ Dachau) war ein österreichischer Jurist, Professor und NS-Opfer. Er war einer der ersten Österreicher, die im Konzentrationslager Dachau umkamen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Hans Karl von Zeßner-Spitzenberg wuchs in einem römisch-katholischen Elternhaus im böhmischen Dobřičany auf. Er studierte Rechtswissenschaften und wurde 1909 an der Karls-Universität Prag promoviert. Zu dieser Zeit wurde er Mitglied verschiedener katholischen Studentenverbindungen des CV, des ÖCV. Später, nach dem Ende des Kaisertums Österreich, war er Mitbegrüunder des „Akademischen Bundes Katholisch-Österreichischer Landsmannschaften“ KÖL. So war er 1937 Gründungsmitglied der K.Ö.L. Ferdinandea zu Graz.

1918 war Zeßner-Spitzenberg im königlich-kaiserlichen Ackerbauministerium, Bundeskulturrat sowie im Verfassungsdienst der Staatskanzlei tätig. Später wurde er Professor an der Wiener Hochschule für Bodenkultur (Boku).

Er war besonders bemüht, ein modernes Agrar-Arbeitsrecht und die Sozialversicherung in der Landwirtschaft Österreichs umzusetzen. Auch zu den Anfängen des Nationalsozialismus versuchte er seine sozialen Ideen, die auf der christlichen Soziallehre basierten, zu propagieren.

Zeßner-Spitzenberg war zusammen mit Ernst Karl Winter, Alfred Missong, August Maria Knoll und Wilhelm Schmidt, die alle in verschiedenen katholischen Verbindungen korporiert waren, gemeinsam jedoch Mitglieder der Landsmannschaft K.Ö.L. Maximiliana Wien waren, Begründer der „Österreichischen Aktion“, die sich mit paneuropäischen Theorien beschäftigten. Zudem war er Leiter der Liga für die Seligsprechung des Kaiser Karl I. (Österreich-Ungarn).

Kurz nach dem „Anschluss“ Österreichs wurde er im Wiener Gefangenenhaus inhaftiert und später in das KZ Dachau verbracht. Aufgrund seines Bekenntnisses

„Weil ich im Glauben an Gott und an ein christliches Österreich unter der Führung des Hauses Habsburg die einzige Rettung für die Unabhängigkeit und Selbständigkeit meines Vaterlandes sehe.“

und aufgrund seiner religiösen Überzeugung wurde er „entpersönlicht“, in den Isolierblock verlegt und mit Zwangsarbeit belegt. Er starb an den Folgen einer Prügelattacke.

Privates

Seine Frau Elisabeth lernte er in Lourdes kennen. Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor.

Seligsprechungsprozess

Hans Karl Zeßner-Spitzenberg gilt laut Erzdiözese Wien als „erste(r) österreichische(r) katholische(r) Märtyrer der NS-Zeit“. Der Seligsprechungsprozess für ihn ist im Gang.[1]

Einzelnachweise

  1. Kardinal Schönborn würdigte Märtyrer Hans Karl Zeßner-Spitzenberg (Presse Erzdiözese Wien vom 21. November 2005). Abgerufen am 10. Juni 2012

Literatur

  • Ildefons M. Fux: Für Christus und Österreich., Perfectae 2001, ISBN 3950140204
  • Pius Zeßner-Spitzenberg: Hans Karl Zeßner-Spitzenberg. Ein Leben aus dem Glauben., Wien 2003

Weblinks