Café Gerstner

Café Gerstner Gesellschaft m.b.H.
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Rechtsform GmbH
Gründung 24. April, 1847
Sitz Wien
Leitung Oliver W. Braun
Branche Konditorei
Produkte Kaffee, Tee, Kuchen
Website www.Gerstner.at
Der Gründer Anton Gerstner
Alte Werbung vom A. Gerstner
Außenansicht vom Gerstner an der Kärntner Straße in Wien

Der Gerstner ist eine traditionsreiche Konditoreikette in Wien.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das heute noch als k.u.k. Hofzuckerbäckerei firmierende Unternehmen wurde am 24. April 1847 von Anton und Barbara Gerstner in Wien gegründet.

1869 übernahm Gerstner im damaligen k. u. k. Hofoperntheater, der heutigen Wiener Staatsoper, die Gastronomie. Diese Partnerschaft zwischen der Staatsoper und dem Gerstner besteht bis heute, 2009 war es für das Catering beim Opernball zuständig.

Aufgrund der Popularität der Produkte und der guten Geschäftsbeziehungen sowie aus Anerkennung während der Wiener Weltausstellung wurde das Unternehmen 1873 vom Kaiser zum k.u.k. Hofzuckerbäcker erhoben. Anton Gerstner war einer der sehr wenigen Hoflieferanten, der sich nicht um eine Ernennung beim Obersthofmeisteramt bewerben musste, sondern es wurde ihm angeboten. Die Gerstner belieferten den Wiener Hof mit Mehlspeisen und Süßigkeiten für diverse Veranstaltungen.

Anton Gerstner richtete eine Stiftung für junge Menschen ein, die Zuckerbäcker werden wollten. Sein Sohn Anton Gerstner II. (1860-1936)[1] und seine Mutter führten das Unternehmen weiter und erhielten 1899 erneut den Titel des Hoflieferanten. 1911 erhielt er den Auftrag für das Hochzeitsbuffet anlässlich der Vermählung von Erzherzog Karl Franz Joseph und Prinzessin Zita von Bourbon-Parma, dem späteren Kaiserpaar.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Sohn Anton Gerstner III. in die Wehrmacht eingezogen. Bei einem Bombenangriff auf Wien wurde das Lokal an der Kärntner Straße zerstört, und das Archiv wurde vernichtet.

Dennoch konnte das Unternehmen nach dem Krieg wieder aufgebaut werden, musste aber 1952 an die Creditanstalt verkauft werden. Seitdem wechselten häufig die Besitzer. Bei der Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrages 1955 im Schloss Belvedere und beim darauf folgenden Gala-Diner im Schloss Schönbrunn war Gerstner als Buffetanbieter präsent.

Gerstner durfte während es Gipfeltreffens von John F. Kennedy und Nikita Chruschtschow in Wien beim Catering seinen süßen Beitrag leisten. Gerstner beliefert auch regelmäßig Gipfeltreffen und Staatsbesuche.

Im Jahr 1988 erhielt das Unternehmen die Staatliche Auszeichnung und darf seither das Bundeswappen im Geschäftsverkehr verwenden.

Heute hat das Unternehmen 11 Cafés oder Confiserien oder Buffets, vor allem konzentriert im 1. Wiener Gemeindebezirk Innere Stadt. Das Stammcafé liegt an der Kärntner Straße 13–15. Im Sortiment stehen unter anderen die Haustorte, Gerstner Torte, Sachertorte, Mohntorte, Obsttorte, Nusstorte, Linzertorte, Kardinalschnitte, Vanilleschaumschnitte, Himbeerschnitte und Marmor-Gugelhupf mit Schokosplitter. Gerstner bietet ebenfalls einen Catering-Service an.

Das Unternehmen wurde 2008 mit der Goldenen Kaffeebohne von Jacobs ausgezeichnet.[2]

Einzelnachweise

  1. Grabstein am Perchtoldsdorfer Friedhof, wo auch der Gründer begraben liegt.
  2. Goldene Kaffeebohne 2008. Jacobs, 2008, abgerufen am 23. Februar 2009 (deutsch).

Literatur

  • Ingrid Haslinger: Kunde – Kaiser. Die Geschichte der ehemaligen k. u. k. Hoflieferanten. Schroll, Wien 1996, ISBN 3-85202-129-4.
  • Ingrid Haslinger, Erika Patka, Marie L Jesch: Der süße Luxus. Die Hofzuckerbäckerei und die ehemaligen k. u. k. Hofzuckerbäcker Demel, Gerbeaud, Gerstner, Heiner, Rumpelmayer, Sluka. Eine Ausstellung des Kulturkreises Looshaus. Agens Werk Geyer + Reisser, Wien 1996, ISBN 3-9500302-4-7.

Weblinks

 Commons: Cafe Gerstner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.20683333333316.371722222222Koordinaten: 48° 12′ 25″ N, 16° 22′ 18″ O