Carl Karlweis

Carl Karlweis um 1897

Carl Karlweis, eigentlich Karl Weiss (* 23. November 1850 in Wien; † 27. Oktober 1901 ebenda) war ein österreichischer Dramatiker und Erzähler.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Karlweis war Eisenbahnbeamter, seine bürgerliche Laufbahn ließ es ihn 1889 bis zum Direktor der Südbahngesellschaft in Wien bringen.[1] Er war Feuilletonist beim Neuen Wiener Tagblatt, sowie bei der Neuen Freien Presse und der Gartenlaube.

Er schrieb zahlreiche Erzählungen und Romane, teilweise im Wiener Dialekt. Mit Hermann Bahr und Vinzenz Chiavacci schrieb er auch Lustspiele und Volksstücke. Im Jahr 1894 erhielt er für sein Volksstück Der kleine Mann den Raimund-Preis.

Er starb 1901[2]. Begraben wurde er am evangelischen Friedhof Wien Matzleinsdorf (Gruppe 18, Nummer 12). Im Jahr 1919 wurde in Wien Währing (18. Bezirk) die Karlweisgasse nach ihm benannt.

Jüdischer Abstammung, konvertierte er 1889 zum katholischen Glauben.[3]

Familie

Seine Mutter hieß Amalie Weiß, geborene Deutsch († 5. September 1911, 89jährig). Mit seiner Ehefrau Emilie, geborene Kraus (17. April 1864-?), hatte er zwei Kinder, die 1889 geborene Tochter Marta Karlweis, die Schriftstellerin wurde, und der 1894 geborene, spätere Schauspieler Oscar Karlweis.

Werke

  • Wiener Kinder, 1887, Roman
  • Eine Geldheirat, Volksstück 1891 gemeinsam mit Gustav Schwarzkopf
  • Ein Sohn seiner Zeit, 1892, Roman
  • Aus der Vorstadt, 1893, Volksstück in drei Akten, gemeinsam mit Hermann Bahr
  • Wenn es euch gefällt, 1899, Wiener Revue in drei Bildern und einem Vorspiel, gemeinsam mit Hermann Bahr
  • Das grobe Hemd, 1901, Volksstück
  • Carl Karlweis: Wien, das bist du! Kleine Erzählungen aus dem Nachlasse. Mit Begleitworten von H. B. und Vinzenz Chiavacci. Stuttgart: Adolf Bonz & Comp. 1903.

Literatur

  • Hermann Bahr: Karlweis. In: Neues Wiener Tagblatt, 36 (1902) #295, 1-3. (26. Oktober 1902)
  • Heinrich Glücksmann: Erinnerung an Karlweis. In: Neues Wiener Journal, 32 (1924) #10920, 6. (13. April 1924)
  • Peter Sprengel: Geschichte der deutschsprachigen Literatur 1870-1900. Von der Reichsgründung bis zur Jahrhundertwende., München: C.H.Beck, 1998, S. 428 ISBN 3-406-44104-1 (eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche)

Einzelnachweise

  1. Das Tier in ihr – Körper, Natur und Geschlecht in Marta Karlweis' Roman „Die Insel der Diana“ (1919) von Bettina Fraisl abgerufen am 4. Mai 2009
  2. Todesanzeige auf Anno
  3. Vgl. Konvertiten in Wien genteam.at

Weblinks

 Commons: Carl Karlweis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien